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Ariman.
Ein
Land
benannt
nach
einer
Adelsfamilie,
die
sich
lange
vor
der
Kälte
auf
einem
der
wenigen,
immergrünen
Hügeln
der
nördlichen
Ebene
niedergelassen
hatte.
Einige
Steinwurf
entfernt
wurde
der
Hügel
umsäumt
von
einem
kleinen
Wald
und
bot
somit
einen
natürlichen
Schutz.
Doch
dies
ist
lange
her.
Zur
jetzigen
Zeit
ein
trostloses
Land,
geknechtet
von
Schnee
und
Eis.
Der
Wald
kaum
mehr
zu
erkennen.
Die
heutigen
Bewohner
dieses
Landes
leiden
schon
seit
Jahrzehnten
unter
dieser
Last.
Niemand
kann
genau
sagen
wie
lange
schon.
Werden
die
Leidenden
gefragt
so
liegen
die
Schätzungen
bei
zehn
bis
fünfzig
Jahre.
Derer
von
Ariman
war
ein
altes
Geschlecht,
welches
sich
in
den
nördlichen
Ebenen
niedergelassen
hatte
nachdem
Kortarion,
der
Streiter
genannt
nach
heldenhaften
Taten
an
der
Seite
seines
Königs
Jahrasch
dieses
Land
als
Lehen
zugesprochen
bekam.
Kortarion
war
es
auch
der
die
Feste
bauen
ließ
und
es
dauerte
nicht
lange
da
erschienen
auch
die
ersten
Bauern
um
nahe
der
Burg
und
in
deren
Schutz
den
Boden
zu
bestellen,
denn
er
war
sehr
fruchtbar.
Mit
den
Bauern
kamen
auch
die
Händler.
Und
alle
lebten
glücklich,
es
war
eine
wundervolle
Zeit.
Seit
den
Tagen,
da
die
Aufzeichnung
Ihrer
Chronik
begann,
stellte
das
Haus
Ariman
alle
zwei
Jahre
eines
seiner
männlichen
Kinder
an
den
Königshof
ab,
auf
daß
es,
als
Knappe
beginnend
bei
einem
stolzen
Ritter
die
Kunst
des
Kampfes
erlerne,
um
daselbst,
so
die
Zeit
gekommen,
ein
Ritter
zu
werden.
Zu
der
Zeit,
da
der
große
Winter
nicht
enden
wollte,
viele
Jahre
nach
Kortarion,
litt
das
Haus
Ariman
jedoch
stille
Not.
Die
Ernte
blieb
aus
im
ganzen
Land
und
selbst
vom
Königshof
galt
es
keine
noble
Hilfe
zu
erwarten.
Dem
Haus
Ariman
stand
Rehmann
Gerras
vor,
edel
von
Geburt.
Ein
kühner
Recke
und
erfahrener
Kämpe.
Als
Familienoberhaupt
sah
Ritter
Rehmann
Gerras
sein
Gefolge
aus
13
Männer,
13
Frauen
und
13
Kindern
in
diesem
gestrengen
Winter
hungern,
frieren
und
darben.
Er
wußte
nur
eines
konnte
dem
Hause
Ariman
Hilfe
bringen
und
sein
Land
erretten.
Und
so
wählte
er
seinen
jüngsten
Stiefsohn
aus,
um
das
zu
suchen,
was
allen
die
Rettung
verhieß:
DEN
GOLDENEN
STERNKRISTALL!
Der
ihn
suchen
und
finden
sollte,
war
WYKON,
Sohn
des
Tumor,
mit
seinen
siebzehn
Lenzen
reich
an
Erfahrung
im
Kampf
und
im
Umgang
mit
der
hierzulande
gebräuchlichen
Armbrust.
Seine
geringe
Größe,
sein
aschblondes
Haar
und
die
stämmige
Statur
erinnerte
sehr
an
seinen
Vater.
Auch
die
leuchtend
graublauen
Augen
waren
markant
für
seine
Herkunft.
Tumor
war
einst
Herr
über
das
Hause
Ariman
gewesen
und
wurde
nach
seinem
Tod
von
Rehmann
Gerras
abgelöst.
Seither
herrschte
Rehmann
mit
starker
Hand
und
ungezügeltem
Willen.
So
konnte
nach
Aufforderung
Rehmanns
Wykon
dem
Befehl,
loszuziehen
um
Land
zu
retten,
nicht
widersprechen,
denn
alle
im
Hause
Ariman
hofften
auf
die
Kräfte
des
goldenen
Sternkristalls
und
diese
Zuversicht
allein
war
es,
die
ihnen
Lebensmut
verlieh.
Jedoch
Rehmann
teilte
diese
Hoffnung
nicht.
Das
Familienoberhaupt
glaubte
nicht
daran,
daß
sein
Stiefsohn
diesen
Auftrag
erfolgreich
würde
erfüllen
können,
denn
keiner
überlebte
die
Kälte
und
den
langen
Ritt
bis
weithin
zu
den
Regionen,
die
den
Winter
nicht
zu
fürchten
brauchten.
Aber
Rehmann
Gerras
war
zudem
ohne
weiteres
bereit,
Tugors
Abkömmling
zu
opfern,
denn
es
war
kein
Band
der
Liebe
zwischen
beiden
geflochten.
Ganz
im
Gegenteil.
Für
Rehmann
war
es
eine
gute
Möglichkeit,
den
zu
entfernen,
der
ihn
eines
Tages
anschuldigen
könnte.
Grund
dazu
hatte
Wykon.
Er
ahnte,
daß
Rehmann
nicht
unschuldig
an
dem
Tod
seines
Vaters
war
und
stellte
ihm
ungemütliche
Fragen.
Schon
allein
dies
reichte
dem
Hausherren,
diesen
unliebsamen
Ritter
aus
seiner
Burg
zu
bekommen,
hinaus
in
die
unliebsame
Kälte
und
in
den
Tod.
All
dies
ahnend,
sogar
wissend,
machte
sich
Wykon
dennoch
auf
den
beschwerlichen
Weg,
hinaus
in
den
eisigen
Winter
und
in
das
Ungewisse
der
Zukunft.
Kaum
hatte
er
in
der
Morgendämmerung
mit
seinem
Pferd
und
genügend
Proviant
für
vier
Tage
das
Tor
der
väterlichen
Trutzmauern
passiert,
da
verschmolz
er
auch
schon
mit
der
ihn
umgebenden
Schneelandschaft,
wurde
eins
mit
dem
weiten
Weiß.
Noch
einmal
blickte
er
zurück,
schaute
auf
die
Feste,
welche
mit
seinen
schneebehangenen
Mauern
und
den
durch
Kerzenschein
beleuchteten
Fenstern
in
den
zwei
Türmen
ihn
zum
letzenmal
Wärme
verspüren
ließ.
Vor
seinen
Augen
schloß
sich
verlockend
langsam
noch
einmal
das
Falltor
und
ließ
ihn
erkennen,
daß
es
nur
den
Weg
nach
vorne
gab.
Zwei
Tage
kämpfte
er
gegen
Kälte,
Wind
und
Schnee,
die
unermüdlich
mit
gierig
frostigen
Händen
nach
ihm
griffen
und
an
seinen
Kräften
rüttelten,
als
plötzlich
sein
Hengst
unter
ihm
zusammenbrach.
Doch
Wut,
Pein
und
Angst
verliehen
Wykon
neue
Kräfte
und
sein
einziges
Ziel,
die
Rettung
der
Seinen,
vor
Augen,
stapfte
er
weiter
durch
den
hohen
Schnee.
Doch
er
sollte
nicht
weit
kommen.
Seine
Kräfte
schwanden,
seine
Sinne
ließen
ihn
im
Stich
und
schließlich,
schon
im
Fieber
der
nahen
Erschöpfung,
zog
er
sich
nur
noch
mit
letzter
Kraft
über
den
vereisten
und
verschneiten
Boden.
Zuletzt
noch
bohrten
sich
seine
vor
Kälte
blauen
und
von
scharfen
Eiskanten
blutig
gerissenen
Finger
nach
vorn
in
das
ewige
Weiß
der
Landschaft.
Dann
schloß
er
ermattet
die
Augen.
Sein
letzter
Gedanke
galt
seiner
Mutter,
danach
nahm
die
Ohnmacht
ihn
gnädig
in
ihre
Dunkelheit
auf.
Das
erste,
was
Wykon
sah,
als
er
mühsam
erwachte,
war
das
Antlitz
einer
schönen
Frau
und
die
Augen,
in
die
er
blickte,
erschienen
ihn
zu
erwärmen
wie
zwei
hell
auflodernde
Flammen.
Der
erste
Versuch
zu
sprechen
mißlang.
Nur
ein
schwaches
Röcheln
drang
aus
Wykons
Brust,
die
dabei
vor
Schmerz
fast
zu
zerspringen
drohte.
Die
Frau
faßte
behutsam
mit
der
linken
Hand
unter
seinen
Kopf,
hob
ihn
an,
während
ihre
Rechte
ihm
einen
tönernen
Kelch
reichte,
in
dem
eine
wohlriechende
Flüssigkeit
leichten
heißen
Dampf
aufsteigen
ließ.
Wykon
trank
und
spürte,
wie
die
Wärme
des
Trankes
seine
Kehle
umspielte
und
langsam
hinabstieß
in
seine
Eingeweide.
um
auch
dort
für
ein
wärmendes
Wohlgefühl
zu
sorgen.
Dadurch
fand
er
seine
Stimme
wieder:
"Wer
seid
Ihr
und
wo
bin
ich?"
frage
Wykon
die
Frau
und
sah
sie
erst
jetzt
richtig
an.
Was
er
sah,
war
das
Abbild
einer
Göttin.
Samtweich
ruhte
ihr
kastanienfarbenes
Haar
auf
Ihren
Schultern.
Ihre
vollen
Lippen
preßte
sie
zusammen,
als
sie
Wykons
Kopf
zurücklegte
und
der
leicht
strenge
Blick
über
der
schmalen
Nase
zeugte
von
Selbstsicherheit.
Die
Frau
erhob
sich,
entfernte
sich
ein
paar
Schritte
und
mit
dem
Rücken
zu
ihm
gewandt
antwortete
sie,
während
er
Ihre
Stimme
vernahm
wie
den
melodisch
hellen
Klang
einer
Harfe.
"Man
nennt
mich
Natha
Labea
und
dies
ist
mein
Haus
und
mein
Feuer
an
dem
Ihr
seid"
Sie
kehrte
sich
ihm
zu
und
lies
ihre
tiefgrünen
Augen
einen
ewig
währenden
Moment
auf
ihm
ruhen,
ehe
sie
weitersprach
"Herr,
ihr
seid
schwach
zu
Kräften.
Ruht
euch
aus,
seid
mein
Gast
und
sorgt
Euch
nicht.
Ihr..."
ihre
Stimm
sank
"...seid
sicher
in
meinen
Händen
und
in
meinem
Haus."
Dankbar
und
scheu
nickte
Wykon
seiner
schönen
Retterin
zu,
entspannte
sich
auf
seinem
Lager
und
schloß
die
Augen.
Die
Wärme
der
Hütte
umfing
ihn
wie
ein
schützender
Mantel
und
er
fiel
in
einen
tiefen
unruhigen
Schlaf.
Das
Fieber,
das
noch
immer
Besitz
hatte
von
seinem
Körper
zwang
ihn
in
eine
wohlbekannte
Traumwelt.
Er
sah
seinen
Vater
Tumor,
sah
ihn
im
Jagdgewand,
unbewaffnet,
wie
er
ihn,
Wykon,
auf
einen
Einjährigen
setzte.
Wykon
der
Knabe
ritt
zum
ersten
Mal
aus
mit
seinem
geliebten
Vater,
den
er
so
sehr
verehrte.
Noch
im
Schlaf
verzerrten
sich
Wykons
Züge
schmerzhaft
beim
Traumbild
seines
Vaters.
Aber
der
Traum
kannte
kein
Erbarmen.
Schon
zog
es
Wykon
weiter.
Er
sah
sich
als
Knabe
an
einem
Scheiterhaufen
stehen,
neben
sich
seine
weinende
Mutter
und
seine
trauernden
Geschwister.
Denn
es
war
der
Leichnam
seines
Vaters,
der
da
nach
Sitte
und
Gebrauch
durch
die
einigende
Kraft
des
Feuers
bestattet
und
so
einem
neuen
Leben
übergeben
wurde.
Man
hatte
Tumor
im
Wald
gefunden
mit
einer
klaffenden
Wunde
am
Kopf,
das
Haupt
auf
einem
spitzen
Stein
liegend.
Ein
Reitunfall,
so
sagten
sie.
"Nein"
schrie
Wykon
im
Schlaf
laut,
"Nein,
kein
Reitunfall."
Schon
als
Kind
konnte
und
wollte
er
es
nicht
glauben.
Und
da
schickte
der
Traum,
gnadenloser
Begleiter
des
Schlafes,
schon
das
nächste
Bild.
Wykon
sah
Rehmann
Gerras,
der
nach
dem
Tod
seines
Vaters
seine
Mutter
zum
Weibe
nahm,
der
die
Nachfolge
antrat
an
der
Spitze
des
Hauses
Ariman
und
den
er,
Wykon,
deswegen
haßte.
Und
dann
waren
sie
plötzlich
wieder
da,
und
dies
war
nicht
länger
mehr
nur
ein
dämonischer
Auswuchs
seines
immer
wiederkehrenden
Traumes,
sie,
die
Fragen
die
ihn
quälten:
Wo
war
Rehmann
gewesen,
als
Vater
starb,
was
hatte
er
getan,
als
Vater
starb?
Wieso
lag
sein
Siegelring
neben
Vaters
Leichnam?
-Wykon
sah
sich
plötzlich
an
der
Stelle,
an
der
sein
Vater
ums
Leben
gekommen
war,
sah
dort
das
Blut
an
dem
Stein,
der
noch
immer
da
lag,
das
Blut
seines
Vaters
und
daneben
der
Ring.
"Vaaater"
mit
diesem
Schrei
auf
den
Lippen
fuhr
Wykon
aus
dem
Schlaf
und
auf
von
seinem
Lager.
Er
zitterte
und
war
naß
vor
Angstschweiß...
Thalésyn
Okyron
Sheccajomm
Scharf
teilte
das
steil
einfallende
Mondlicht
den
nachtschwarzen
Raum.
Wie
eine
Lanze
aus
milchigem
Stahl
bewegte
es
sich
mit
scheinbar
ewig
währender
Langsamkeit
auf
das
handgemeißelte
Steinrelief,
zu,
welches
aus
einem
kreisrunden,
etwa
eine
Spanne
durchmessenden
Wulst
bestand.
Im
Inneren
hätte
man
mit
Hilfe
von
Fackeln
verschiedenfarbige,
streng
geometrische
Mosaikteile
entdecken
können.
In
ihnen
eingebettet
lagen
Zeichen
Filigran
aus
purem
Silber
und
Teile
von
farbigen
Kristallsplittern
und
vielleicht
noch
mehr.
Der
Saum
des
Blickstrahls
der
Mondgöttin
ließ
noch
keine
Berührung
zu,
liebkoste
erst
den
Hof
des
Steins,
der
selbst,
ganz
in
Finsternis
gekleidet,
warten
konnte.
Warten
konnte
auch
die
schmale
hagere
Gestalt,
welche
direkt
vor
dem
Steinwulst
mit
dem
dunklen
Zentrum
still
auf
dem
blanken
Boden
saß,
sich
vorbereitend
auf
den
rechten
Augenblick,
auf
die
rechten
Gesten,
die
rechte
Formel.
Okyron
Sheccajomm,
den
man
südlich
der
Zwergenberge,
ganz
der
althergebrachten
Sitte
gemäß,
auch
Thalésyn
nannte,
hatte
schon
drei
Tage
und
Nächte
mit
Fasten
und
Meditation
an
dieser
Stelle
verbracht
und
fühlte
nun
ganz
allmählich
und
sanft
die
Spannung,
aufsteigend
wie
Schattennebel
aus
den
Ecken
und
Winkeln,
auch
sein
Gemüt
ertasten.
Doch
sein
Wille
war
stärker
und
er
unterdrückte
die
allzu
verlockende
Unsicherheit
mit
einem
Bannwort
in
seinem
Geist.
Mehr
als
drei
Monde
lang
hatte
er
alte
Schriften
gewälzt,
um
diesen
Ort
zu
finden,
hatte
er
die
Lettern
der
Götter
in
den
Sternen
enträtselt,
um
den
Zeitpunkt
zu
erkennen.
Nun
endlich
wollte
er
sich
eine
jener
unsichtbaren
Dienerinnen
erschaffen,
nicht
aus
Fleisch
und
Blut,
sondern
aus
purem
Willen
und
aus
Phantasie
und
aus
Macht,
entliehen
der
großen
silbernen
Wächterin
der
Nächte.
Dem
uralten
kuppelförmigen
Gebäude,
erbaut
jenseits
der
dritten
Zeitenwende
von
vielen
fleißigen
Händen
der
Altvorderen,
wohnte
ein
Geheimnis
inne,
das
im
Hintergrund
lauerte
und
nicht
einmal
als
formloses
Schemen
erahnbar
war.
Denn
manche
Menschen
können
solche
Dinge
sehen,
hören
oder
fühlen,
können
Alter
schmecken
und
längst
vergangene
Verbrechen
klar
erspüren.
Menschen,
die
eine
lange
qualvolle,
selbstzerfleischende,
das
innere
Selbst
nach
außen
kehrende
Lehre
erfahren
haben
und
geläutert
wurden
in
den
alten
Feuern.
Menschen,
die
aufgrund
ihrer
Kenntnis
um
das
Geheimnis
des
Menschen
dem
Geheimnis
der
Welten
nahegekommen
waren;
die
Dinge
wirken
und
lösen
konnten
nach
Belieben
und
die
um
die
Gesetze
der
Kraft
wußten.
Die
Stille
wuchs
im
Geiste
des
Okyron
und
war
dem
vollkommenen
Insichruhen
eines
Großmagus
bereits
fast
würdig.
Und
zu
keiner
Zeit
sollte
es
etwas
vollkommeneres
geben
als
diesen
erhabenen
Zustand,
als
diesen
Hauch
von
Göttlichkeit,
weder
in
den
sieben
Himmeln
noch
in
einer
der
sieben
Welten.
Besondere
Menschen
beschreiten
besondere
Wege.
Doch
während
der
gleißende
Strahl,
der
durch
ein
kleines
Loch
inmitten
der
Decke
fiel,
sich
nur
unmerklich
vorwärtsbewegte,
erhaschte
Okyron
Sheccajomm
am
Rande
seines
Bewußtseins
eine
aufkommende
Veränderung.
Er
spaltete
einen
Teil
seines
konzentrierten
Selbst
ab
und
horchte
mit
magischen
Sinnen
in
die
Dunkelheit
hinein.
Bewegung.
Schnell.
Eilig.
Wichtig.
Suchen.
Hierher.
Bald.
Zeit
zu
knapp!
Aufhalten?
Nein.
Unschuldiger.
Keine
Absicht.
Weiß
nichts.
Bringt
Botschaft.
Wichtig.
"Tod
und
Verdammnis
überkomme
dich!
Elendiger
Sohn
einer
eitrigen
Made!"
Okyron
erhob
sich
wütend.
Konzentration
und
Erwartung
des
seltenen
Rituals
glitten
an
seiner
dicken
hellgrauen
Robe
herunter
und
flohen
aus
seinem
Geist.
Doch
er
hatte
keine
Macht
in
diese
Worte
gelegt,
denn
er
gab
seinem
Schicksal
die
Schuld,
nicht
dem
nahenden
Reiter,
der
nicht
einmal
ahnte,
wie
knapp
er
einem
schrecklichen
Tod
entgangen
war.
"Reize
keinen
Magus",
heißt
es
in
Aythóryah,
"denn
er
könnte
sich
reizen
lassen."
Der
hagere
Mann
erwartete
den
heraneilenden
Sendboten
im
Freien
vor
der
alten,
aus
großen
grobbehauenen
Marmorsteinen
erbauten
Kultstätte
inmitten
der
tiefen
Nacht.
Dort
stand
er,
unbeweglich
wie
ein
Monument
seiner
selbst,
ignorierte
die
kalte
Frühjahrsbrise
mit
der
Mühelosigkeit
jahrzehntelanger
Übung.
So
stand
er
schon
eine
Weile,
leicht
auf
seinen
Stab
gestützt,
bis
endlich
auch
seine
äußeren
Sinne
ihm
sich
nähernde
Geräusche
zutrugen,
die
eines
galoppierenden
Pferdes.
Der
Reiter
wagte
viel,
sein
Tier
so
anzutreiben,
auch
hier
im
baum-
und
strauchlosen
Steppenstreifen
zwischen
den
Ausläufern
der
Schattenschlucht
und
Yasýrah
Lebenswald.
"He
ho,
alter
Mann!
Ihr
kommt
mir
gerade
recht!"
rief
der
junge
Bursche
in
der
gefütterten
Lederrüstung
mit
keuchendem
Atem,
während
er
sein
Pferd
wenige
Mannslängen
vor
dem
Gebäude
zügelte.
"Ich
suche
den
Weg
zur
alten
Stätte
von..."
"Narr!"
viel
Okyron
Sheccajomm
ihm
aufgebracht
ins
Wort
und
seine
verblüffend
gewaltige
Stimme
ließ
die
nachfolgende
kurze
Stille
um
so
lauter
erklingen.
Eine
lodernde
Flamme
glühenden
Zorns
schraubte
sich
seine
Wirbelsäule
hinauf.
Seine
Augen
weiteten
sich,
doch
die
Beherrschung
verlor
er
nicht.
"Ich
bin
es,
den
du
suchst,
Unwissender.
Ein
Bote
bist
du
von
Thalmýthan
eth
Hucoth,
gesandt,
um
mir
Kunde
zu
bringen
vom
Aufstand
der
Gebundenen
und
um
meinen
Beistand
zu
erbitten."
Fassungslos
stammelte
der
junge
Mann
"Aber
dann
habe
ich
Euch
fünf
Monde
lang
umsonst
gesucht!
Ich
wünschte..."
"Narr!"
wiederholte
sich
der
Magus.
"Spürst
du
nicht,
daß
der
rote
Fürst
des
Krieges
in
einem
Feuerzeichen
ruht?
Wünsche
dir
nichts
zu
solchen
Stunden,
es
könnte
in
Erfüllung
gehen!
-Ich
wußte
nicht
um
dein
Kommen.
Du
mußtest
mich
erst
finden,
damit
ich
wissen
konnte!"
Und
plötzlich
hielt
er
inne.
Wie
kam
er
dazu,
sich
so
gehen
zu
lassen
und
einem
dahergelaufenen
Uneingeweihten
Gesetze
der
Welten
zu
offenbaren?
Ein
Rest
Enttäuschung
über
das
mißlungene
Ritual?
-
Doch
nun
war
es
zu
spät,
der
Bursche
mußte
sterben,
denn
solches
Wissen
war
gefährlich.
Zu
gefährlich!
Wie
um
einen
Einfall
ringend
blickte
er
intuitiv
zum
Himmel,
hoch
hinauf
zum
Mond,
der
jetzt,
verblüffend,
aber
unzweifelhaft,
hinter
einer
einzigen,
dunklen
Wolke
verschwunden
war.
Und
plötzlich
wußte
er,
warum
der
Bote
ihn
gerade
jetzt
gefunden
hatte.
Befände
er
sich
nun
inmitten
des
Rituals,
so
müßten
ihm
augenblicklich
die
beschworenen
Kräfte
schwinden
und
wer
könnte
sagen,
was
dann
geschehen
wäre?
Okyrons
Stimmung
wechselte
urplötzlich,
wie
das
nur
bei
tief
vergeistigten
Menschen
und
bei
Wahnsinnigen
der
Fall
ist,
und
er
fällte
einen
Entschluß.
"Reite
von
dannen,
Unwürdiger.
Aus
meinen
Augen,
dein
Auftrag
ist
erfüllt!"
rief
er
mit
herrischer
Stimme
dem
zwischen
Erstaunen
und
Entsetzen
Schwankenden
zu.
"Wasche
deine
Zunge
bei
nächster
Gelegenheit
und
iß
nichts,
bevor
du
auf
eine
weißstilige
violettblütige
Pflanze
triffst,
sonst
ereilt
dich
der
Fluch
sieben
Menschengeschlechter!"
Der
junge
Bursche
wendete
sein
Pferd
und
gab
ihm
die
Sporen.
Das
war
zuviel!
Thalésyn
Okyron
Sheccajomm
aber
lächelte
nun.
Er
hatte
auf
eine
seltene
Art
Mitleid
mit
diesem
kleinen
dünnen
Buch
mit
wenig
Wissen,
wenig
Macht
und
wenig
Leben.
Doch
er
wischte
mit
einer
ausholenden
Bewegung
dieses
Gefühl
beiseite,
denn
jener
hatte
nun
sein
Schicksal
selbst
in
der
Hand.
Waren
sein
Glaube
und
seine
Furcht
größer
als
sein
Hunger,
würde
er
sterben.
Ansonsten
nicht.
Denn
eine
weißstilige
violettblütige
Pflanze
würde
er
niemals
finden.
Der
Stern
des
Morgens
stand
bereits
hoch
und
es
folgte
ihm
das
blutrote
Feld
der
Dämmerung
als
ein
Ächzen
die
kleine
Waldlichtung
durchdrang.
Das
kehlige
Ächzen
eines
alten
Mannes
am
Ende
seiner
äußeren
Kräfte.
Mühsam
und
unter
Schmerzen
setzte
er
sich
auf
den
kalbsgroßen
moosbewachsenen
Findling,
stützte
seinen
Kopf
in
die
knochigen
Hände.
"Ich
vermag
schneller
zu
reisen
als
ein
Falke.
Aber
meine
Glieder
zu
erneuern,
daran
ermangelt
es
mir.
Schicksal,
Schicksal,
derbe
Streiche,
böse
Spiele!"
Thalésyn
Okyron
Sheccajomm
gestattete
sich,
einen
Lidschlag
lang
seiner
fernen
Jugend
mit
Wehmut
zu
gedenken,
dann
murmelte
er
eine
knappe
fremdlautige
Beschwörung,
durchteilte
mit
ein
paar
schnellen
Zeichen
die
feuchte
Waldluft.
Da
fuhr
eine
Windböe
durch
Äste
und
Zweige,
ein
schwacher
Luftwirbel
begann
sich
zu
bilden
und
fast
ebenso
schnell
in
die
weite
hellgraue
Robe
hineinzufahren
und
darin
wie
abgeschnitten
zu
verschwinden.
Die
Robe
blähte
sich
kurz
auf,
dann
erhob
sich
der
greise
Magier
behend,
sich
der
stützenden
Hilfe
seiner
Tracht
gewiß.
-Banaler
Tageszauber.
Er
haßte
es
und
verachtete
sich
selbst
dafür.
Seiner
bescheidenen
Umhängetasche
aus
zähem
Wolfsleder
entlockte
er
eine
hölzerne
Schale,
mit
der
er
am
unteren
Rand
der
Blätter
und
Gräser
entlangfuhr,
um
den
Tau
zu
sammeln.
Die
letzten
Sterne
blitzten
schon
nicht
mehr,
als
er
endlich
trank
und
anschließend
das
Morgenlicht
mit
einer
Verbeugung
begrüßte,
wie
er
es
stets
zu
tun
pflegte,
seit
er
sich
bewußt
geworden
war,
daß
jeder
Tag
der
letzte
sein
konnte.
Mit
trotz
übergestreifter
Kapuze
erhobenen
Hauptes
und
nur
unmerklich
auf
seinen
gewundenen
Eichenstab
gestützt,
schritt
Okyron
auf
die
Wache
zu.
"Halt!
Wer
seid
Ihr
und
was
wollt
Ihr?"
verlangte
diese
barsch
zu
wissen.
Okyron
antwortete
leise,
aber
es
schwang
zurückgehaltene
Macht
darin.
"Mein
Name
ist
die
Summe
aller
Laute
und
wird
gesprochen
mit
einer
Stimme
höher
als
die
der
Vögel
und
tiefer
als
diejenige
der
Bären.
Eure
Ohren
würden
Euch
abfallen
und
auf
der
Stelle
verdorren.
Alle
Glocken
der
Stadt
würden
für
immer
verstimmen,
alle
Milch
sauer
werden
im
Umkreis
von
sieben
Tagesreisen
und
alle
schwangeren
Frauen
und
trächtigen
Tiere
würden
Kreaturen
der
Nacht
gebären,
Bastarde
von
unglaublicher
Häßlichkeit.
Alle
Felder
würden
in
Flammen
aufgehen,
und
mit
ihrem
schwarzen
Ruß
und
Staub
den
Himmel
derart
verdunkeln,
daß
die
Priesterinnen
die
Götterdämmerung
herbeisehnten.
Alles
eßbare
Fleisch
würde
zu
rotbraunem
blutigem
Muß
gerinnen
und
alles..."
"Herr!
Bei
allen
Göttern
und
allen
Himmeln!
-Herr,
laßt
ab
davon!
Es
war
mir
fremd,
Euch
etwas
entreißen
zu
wollen,
das
Ihr
mir
nicht
gestattet.
Herr,
sprecht
nicht
weiter,
Ihr
bringt
die
Mißgunst
der
Unsterblichen
über
uns
alle!"
Okyron
ging
mit
funkelndem
Blick
und
genau
bemessenen
Schritten
an
der
zu
Tode
erschrockenen
Stadtwache
vorbei,
unter
dem
mächtigen
Stadttor
hindurch,
ins
Innere
der
freien
Handelsstadt
Whynbad.
Während
der
für
einen
in
Einsamkeit
lebenden
Menschen
erschütternd
laute
Lärm
des
nahen
Tiermarktes,
begleitet
von
einem
ebenso
abstoßenden
Gestank,
schon
zu
ihm
herüberwehte,
entspannte
er
sich
wieder.
Eines
Tages
würde
solch
eine
Torwache
einen
sehr
langsamen
Tod
sterben.
Ihn
nach
seinem
Namen
zu
fragen,
pah!
Wo
doch
gerade
in
Namen
besondere
Macht
lag,
denn
dreimal
hintereinander
gesprochen...
-Nun
denn,
es
war
offensichtlich
der
Aufstand
der
Gebundenen,
der
die
Stadtältesten
so
unsicher
machte,
daß
sie
jeden
nach
Namen
und
Begehr
befragen
ließen,
der
in
ihr
großes
Dorf
einzutreten
gedachte.
Große
Veränderungen
ließen
sich
leicht
in
den
kleinen
Dingen
ersehen
und
gestatteten
weitläufige
Rückschlüsse.
Städte
widerten
ihn
an.
Sie
waren
so
oberflächlich,
so
schnellebig
in
ihrem
äußeren
Wandel
und
doch
so
beständig
in
ihrer
inneren
Fäule
und
ihrem
Schmutz.
Stets
riefen
sie
in
seinem
Geist
das
Bild
wurmdurchlöcherter
Apfelhaufen
auf.
Ginge
es
nach
ihm,
so
sollten
sie
augenblicklich
verlassen
werden
und
nur
soviel
sollte
übrigbleiben,
daß
sie
als
Mahnmale
taugten
für
die
Naivität
der
Vorstellung
gegenseitigen
Schutzes
durch
die
Gemeinschaft
vieler.
Neugier
beschleunigte
seine
Schritte
und
auch
der
Wunsch,
diese
Angelegenheit
schnell
hinter
sich
bringen
zu
können.
Er
hatte
aus
diesem
Grund
und
wegen
der
erschöpfenden
Reise
seine
allmorgendlichen
Exerzitien
vernachlässigt
und
keine
Runensteine
geworfen.
Er
hatte
die
Eile
der
Pflicht
vorgezogen,
denn
er
glaubte
sicher
zu
wissen,
was
ihn
erwarten
würde:
Eine
lange
Verhandlung
mit
dem
Rat
der
Ältesten
um
seinen
Lohn,
das
Wirken
eines
höheren
Zaubers,
eines
Rituals,
um
die
Einigkeit
der
sklavischen
Arbeitskräfte,
der
Gebundenen,
zu
zerstören,
schließlich
die
Aushändigung
eines
alten
Buches
aus
der
großen
Bibliothek
nach
kurzer
Prüfung
auf
Originalität.
Kurzum,
ein
oder
zwei
Tagewerke,
mehr
nicht.
Deshalb
überfiel
ihn
der
Ruf
auch
völlig
unvorbereitet.
Gerade
wollte
er
die
steilen
Stufen
des
Ratsgebäudes
hinaufgehen
und
bereitete
sich
auf
das
Gespräch
mit
der
dortigen
Wache
vor,
als
es
ihn
wie
eine
starke
Vision
überfiel.
Suche
den
Kristall
des
Nachthimmels,
das
gefallene
Licht
aus
vergangenen
Zeiten,
das
Herz
des
Sternes
in
der
Kälte.
Suche
und
finde
es,
Okyron
Sheccajomm,
bevor
der
nächste
Mond
anbrechen
wird.
Du
wirst
wissen,
was
du
zu
tun
hast.
Eile
dich.
Die
Zeit
ist
ein
untreuer
Geselle.
Seine
Augen
öffneten
sich
langsam
wieder
und
seine
verkrampfte
Haltung
lockerte
sich.
Die
stets
bereiten
Schutzformeln
und
Verteidigungsillusionen
verblaßten
wieder
in
seinem
Geist.
Da
wandte
sich
der
Magier
auf
dem
Absatz
um
und
stapfte
mit
seinem
Stab
den
gleichen
Weg
zurück,
den
er
gerade
erst
genommen
hatte.
Nun
aber
drängte
sein
ureigenes
Schicksal
und
es
erschauderte
selbst
ihn...
Neues
Glück
Neue
Not
Natha
Labea
erwies
sich
als
kundige
Heilerin.
Mit
jedem
Schlaf
kehrte
Stück
um
Stück
Kraft
und
Leben
zurück
in
Wykons
geschwächten
Körper,
das
Traumfieber
rüttelte
ihn
nicht
mehr
und
Wykon
genoß
Natha
Labeas
Pflege
immer
mehr.
In
den
Tagen
seiner
Genesung
saß
sie
häufig
an
seinem
Lager,
reichte
heiße
Suppen
und
viele
andere
Tränke
zur
Stärkung.
Zunächst
war
es
dabei
an
Wykon,
aus
seinem
Leben
zu
berichten.
Er
erzählte
von
seinem
Vater,
seiner
Mutter,
an
die
er
sich
kaum
erinnerte
und
von
Rehmann
und
der
Aufgabe
die
er
gestellt
bekam.
Dann
aber
frage
auch
Wykon
Natha
Labea,
wo
sie
her
stamme
und
wie
sie
die
hohe
Kunst
des
Heilen
erlernt
habe,
die
sie,
wie
er
habe
am
eigenen
Leibe
verspüren
können,
so
gekonnt
beherrschte.
"Mein
Vater",
trat
die
Schöne
an
zu
sprechen,
"war
ein
edler
Burgmanne.
Sein
Name
war
Nother
Thuo
und
er
war
der
Regent
von
Gresiam,
doch
du
wirst
es
nicht
kennen,
Wykon,
denn
es
liegt
weit
von
hier
und
ist
nicht
mehr.
Beides
ist
nicht
mehr.
Sowohl
mein
Vater,
als
auch
das
Regencinn
von
Greciam.
Mein
Vater,
der
einst
so
mächtige
Nother
Thuo,
ist
tot.
Er
starb
von
meiner
Hand."
Natha
Labea
schaute
Wykon
in
die
Augen
und
er
meinte
in
jenem
Augenblick
eine
andere
Frau
vor
sich
zu
sehen.
"Denn
wisse,
Wykon,"
sprach
sie
weiter
"nicht
immer
verstand
ich
mich
auf
den
Gebrauch
und
Wirkung
von
Eiskräutern
und
Tränken.
Von
dem
Tag
an,
da
mich
meine
Mutter
Gibora
unter
Schmerzen
gebar,
erzog
mich
mein
gestrenger
Vater
wie
einen
Sohn,
den
der
sollte
ihm
nie
geschenkt
werden.
Die
Götter
wissen
sicher
warum.
Meine
Mutter
sah
es
mit
Gram,
doch
mein
Vater
duldete
keinerlei
Widerspruch.
Seltsam
traurig
war
ihr
Blick,
wenn
immer
ihre
liebevollen
Augen
auf
mir
ruhten.
Als
Kind
konnte
ich
diesen
Blick
nicht
deuten,
doch
heute
noch
erlebe
ich
diese
Traurigkeit
in
meinen
Träumen.
Zunächst
aber
störte
es
mich
nicht,
wie
ein
Knabe
erzogen
zu
werden,
denn
wie
hätte
ich
wissen
sollen,
wie
die
Mädchen
meines
Alters
erzogen
werden.
Im
Hause
meines
Vaters
gab
es
keine
gleichaltrigen
Mädchen
nur
alte
Weiber
in
dicken
Röcken
und
mit
Hütten
auf
dem
Kopf
höher
als
eine
Zinne.
Nur
Knaben
lebten
an
unserem
Hof
und
auch
die
hielt
mein
Vater
von
mir
fern.
Die
Jahre
kamen
und
mein
Vater
ließ
mich
in
allem
unterweisen,
was
nötig
war,
um
das
Kriegshandwerk
vollendet
zu
beherrschen.
Jede
Waffe
war
mir
vertraut,
kein
Mann
bei
Hofe
saß
fester
im
Sattel
eines
Pferdes,
keiner
war
treffsicherer
mit
der
Armbrust,
keiner
führte
die
Klinge
so
scharf
wie
ich.
Kurzum,
ich
war
meines
Vaters
streitfester
Arm,
ich
war
sein
verlängertes
Schwert
und
ich
wurde
zur
Geißel
seiner
Untertanen.
Galt
es
die
Abgaben
oder
Strafen
einzutreiben,
so
war
es
an
mir,
dies
blutige
Werk
zu
tun.
Ich
tat
es
gerne,
denn
ich
war
ungezügelt
in
meiner
Macht
und
ich
übte
sie
grausam
aus.
Heute
weiß
ich,
daß
der
schwarze
Schatten
des
Bösen,
der
sich
über
meines
Vaters
Seele
gelegt
hatte,
auch
nach
meinem
Wesen
griff.
Doch
damals
sah
ich
all
dies
nicht."
Wykons
Blick
hing
wie
gefesselt
an
Natha
Labeas
vollen,
weichen
Lippen.
Leise
flüsterte
er:
"Fahre
fort,
schöne
Frau",
und
Natha
Labea
sprach
weiter,
sich
der
Verzückung
bewußt,
die
von
ihr
ausging.
"Ich
war
zweiundzwanzig
Jahre
alt,
als
meine
liebe
Mutter
starb.
Heute
weiß
ich
wohl,
daß
sie
an
gebrochenem
Herzen
gestorben
ist,
denn
die
Pein
und
der
Kummer,
den
sie
Zeit
ihres
Lebens
tragen
mußte,
brachten
ihr
schließlich
den
Tod.
Dessen
bin
ich
gewiß
seit
dem
Tag,
da
sie
mich
an
ihr
Sterbebett
rief,
um
mir
in
der
Stunde
ihres
Todes,
das
schreckliche
Geheimnis
mitzuteilen,
das
über
dem
Regencinn
von
Greciam
lag,
seit
mein
Vater
als
Regent
dem
Hause
vorstand.
Das
letzte,
was
meine
Mutter
mich
wissen
ließ,
klang
so
ungeheuerlich
in
meinen
Ohren,
daß
mich
noch
heute,
zehn
Jahre
später,
kalter
Schauer
erfaßt.
Ich
war
nicht
das
erste
und
einzige
Kind,
das
meine
Mutter
meinem
Vater
geboren
hatte,
zuvor
hatte
sie
ihm
bereits
fünf
Töchter
geschenkt,
doch
mein
Vater
hatte
sie
von
sich
gestoßen.
Er
wollte
einen
Sohn,
einen
Krieger,
keine
weichherzige,
schwache
Tochter.
Aber
nicht
nur
das.
Er
ließ
alle
meine
Schwestern,
kaum
daß
sie
geboren
waren,
feige
ermorden,
ohne
Rücksicht
auf
die
Gefühle
meiner
Mutter.
Daß
ich
am
Leben
blieb,
lag
einzig
darin
begründet,
daß
meine
arme
Frau
Mutter
zu
schwach
gewesen
wäre,
um
ein
siebentes
Kind
zu
gebären.
Doch
der
Tod
meiner
Mutter
Gibora
öffnete
mir
die
Augen
und
machte
mein
Herz
weit
für
den
Haß
auf
meinen
grausamen
Vater.
Auch
meiner
eigenen
Grausamkeit
wurde
ich
bewußt.
Doch
ehe
ich
mich
entschloß,
allem
Kampf
und
Krieg
zu
entsagen,
beschloß
ich,
den
Tod
meiner
Geschwister
zu
rächen.
Ich
fällte
das
Todesurteil
über
das
Haupt
meines
Vaters
und
ernannte
mich
selbst
zur
Vollstreckerin
des
Urteils.
Unter
einem
Vorwand
führte
ich
ihn
in
die
Waffenkammer,
schlug
ihn
mit
dem
Kampfhammer
hinterrücks
bewußtlos
und
schleifte
ihn
in
die
mir
bestens
bekannte
Folterkammer,
wo
ich
ihn
knebelte
und
in
die
Wandfesseln
legte.
So
hing
er
in
Ketten
vor
mir,
ausgeliefert
meiner
Rache,
und
als
er
langsam
wieder
die
Augen
öffnete,
klagte
ich
ihn
an."
Die
schöne
Frau
welche
die
ganze
Zeit
im
stehen
und
mit
fiebrigem
Ton
gestenreich
erzählte,
sprach
nun
ruhiger.
Sie
setzte
sich
an
das
Lager
von
Wykon,
bückte
sich
und
hob
vom
Boden
einen
kleinen
Zweig
auf
der
sich
irgendwann
einmal
vom
Reisigbesen
gelöst
hatte.
Dann
fuhr
sie
wie
in
Gedanken
fort:
"Noch
bevor
er
die
Augen
öffnen
konnte,
ließ
ich
ihn
fünf
Tode
erleiden.
Fünf
Tode,
für
jedes
Leben
meiner
Schwestern
einen
Tod.
Ich
durchbohrte
seine
Hüfte
mit
meiner
Lancea
,
dem
Kriegsspeer,
ich
stieß
ihm
meinen
Sahs,
den
Kurzdolch,
in
den
Hals,
ich
schoß
einen
Sagitta,
dessen
Pfeilspitze
vergiftet
war,
aus
meiner
Armbrust
auf
ihn
ab,
hieb
ihm
mit
der
Dolatura,
einem
kleinen
Beil,
und
spaltete
seinen
Schädel
mit
der
Ascia,
einer
Queraxt,
deren
Umgang
ich
gewohnt
war."
In
diesem
Augenblick
spannten
sich
die
Muskeln
der
Frau
und
sie
zerbrach
den
Ast.
"Fünfmal
hatte
meine
Hand
ihm
den
Tod
gebracht,
sein
Blut
floß
an
meinen
Händen
herab,
hing
an
meinen
Kleidern
und
am
ganzen
Körper.
In
die
Fugen
des
Steinbodens
sickerte
sein
Lebenssaft
doch
Mittleid
kam
keines
auf
mit
solch
einer
Bestie
in
Menschengestalt.
Dennoch,
war
dieses
Ende
zu
gnädig
für
den
mächtigen
Regenten.
Denn
das
Leid,
das
meine
Mutter
über
Jahre
zu
tragen
gehabt
hatte,
blieb
trotzdem
ungesühnt.
Ich
floh
aus
dem
Haus,
ließ
alle
Waffen
zurück,
nahm
lediglich
mein
Pferd
Fram
und
Proviant
mit
mir.
Meine
Flucht
war
kopflos,
überstürzt
und
ohne
Ziel.
Mir
war
klar,
daß
meine
Tat
nicht
lange
unentdeckt
bleiben
würde
und
mir
war
auch
klar,
daß
Themo
Niazan,
meines
Vaters
Vertrauter
und
ergebener
Waffengefährte,
würde
nach
mir
suchen
lassen.
Kaum
das
ich
die
Berge
erreicht
hatte
und
in
das
Tal
blicken
konnte
sah
ich
auch
schon
die
Staubwolken
meiner
Verfolger.
Immer
weiter
trieb
es
mich
in
das
Gebirge
und
ich
folgte
von
Tieren
ausgetretenen
Pfaden,
denen
kein
Reiter
folgen
konnte.
Doch
weit
gefehlt.
Kaum
hatte
ich
die
andere
Seite
des
Gebirges
erreicht,
und
war
in
einem
Dorf
angelangt
hörte
ich
schon
meine
Geschichte
aus
dem
Mund
eines
Reisenden
und
er
erzählte
auch
daß
sich
Soldaten
hier
in
der
nähe
befanden.
Also
blieb
mir
nur
noch
die
Flucht
in
die
nördlichen
Eisgebiete,
von
denen
man
sagte,
daß
sie
unzugänglich
wären.
So
gelangte
ich
nach
vielen
Wochen
hierher
in
dieses
einsam
stehende
Haus.
Druvis
Labea
lebte
hier,
eine
alte
weise
Frau.
Sie
nahm
mich
auf
und
wir
verstanden
uns
wie
Mutter
und
Tochter.
Sie
lehrte
mich
ihre
Heilkunst
und
als
sie
vor
zwei
Jahren
starb,
war
es
mir,
als
verlöre
ich
zum
zweiten
mal
meine
Mutter.
Ihr
zu
Ehren
trage
ich
nun
auch
den
Namen
Labea.
Auch
meines
Vaters
Namen
führe
ich
noch
immer.
Du
fragst
mich
sicher,
warum
ich
dies
tue.
Nun,
er
soll
mich
stets
daran
erinnern,
daß
auch
meine
Seele
einst
vom
Schatten
des
Bösen
bedroht
war.
Dagegen
weckt
der
Name
der
Heilerin
in
mir
das
Wissen,
daß
alles
Böse
ins
Gute
gewandelt
werden
kann.
Als
ich
dich
draußen
im
Schnee
fand,
glaubte
ich
zunächst,
du,
Wykon,
Sohn
des
Tumor,
mit
ähnlichem
Schicksal,
seist
einer
der
Häscher,
die
Themo
Niazan
noch
immer
nach
mir
aussendet..."
"Und
wenn
ich
einer
seiner
Häscher
gewesen
wäre"
fiel
ihr
Wykon
ins
Wort
und
seine
Augen
blickten
gespannt.
"Dann
mein
lieber
Herr",
entgegnete
Natha
Labea
lächelnd,
"wärst
Du
nicht
mehr
am
Leben.
Denn
wisse,
Wykon,
ich
mag
zwar
dem
Kampf
entsagt
haben,
doch
an
meinem
Leben
hänge
ich.
Mein
Messer
hätte
dich
nicht
durchbohrt,
aber
die
Kraft
der
Eiskräuter,
die
dich
ins
Leben
zurückgeholt
haben,
sie
hätten
es
dir
auch
nehmen
können."
Dann
sahen
sich
beide
lange
an
und
schwiegen,
des
seltsamen
Bandes
bewußt
welches
sie
einte.
In
den
folgenden
Wochen,
sprachen
beide
nicht
mehr
über
das
Vergangene.
Sie
verbrachten
viel
Zeit
miteinander
und
in
gleichem
Maße
wie
Wykons
volle
Kräfte
zurückkehrten,
wuchs
auch
seine
Liebe
zu
Natha
Labea.
Auch
die
heilkundige
Frau
spürte
wie
ihr
Herz
immer
mehr
für
Wykon
schlug
und
dann,
eines
Nachts
forderte
sie
ihn
auf
mit
ihr
das
Lager
zu
teilen.
Dieser
einen
Nacht
folgten
viele
weitere,
sie
entdeckten
immer
wieder
die
Leidenschaft
und
Wykon
und
Natha
waren
glücklich
denn
die
Zweisamkeit
ließ
sie
beide
vergessen
was
war.
Bei
Tage
aber
lehrte
sie
ihn
ihr
Wissen
um
die
Macht
der
Eiskräuter,
wie
man
sie
fand
und
wie
sie
einzusetzen
waren.
Wykon
war
ein
gelehriger
Schüler,
doch
immer
wieder
nahm
er
sich
Zeit,
um
seinen
Körper
zu
stählen,
mit
Wanderungen
durch
den
tiefen
Schnee,
durch
Läufe
über
den
dicken
Eispanzer,
der
das
Land
bedeckte.
Als
nun
denn
der
Tag
des
Abschieds
gekommen
war
an
dem
Wykon
seiner
Bestimmung
folgen
mußte,
lagen
sie
sich
noch
einmal
lange
in
den
Armen.
Er
versprach
ihr
nach
Erfüllung
seiner
Aufgabe
zu
ihr
zurückzukehren
und
teile
ihr
seine
Ängste
mit
sie
zurückzulassen.
"Diese
Angst
kann
ich
dir
nehmen"
sagte
sie
mit
einem
listigen
Blitzen
in
den
Augen.
Sie
ging
in
die
nähe
des
Feuers
welches
nur
noch
leicht
brannte,
hob
eine
Bodenblatte
auf
und
zog
darunter
etwas
hervor,
das
Wykon
noch
nie
gesehen
hatte...
*
Blut
und
Zorn
Natha
Labea
hob
die
kurze
Bodenplatte
empor,
und
entnahm
der
Bodenhöhlung
einen
kleinen
Stab,
welcher
Wykon
im
schwachen
Licht
der
untergehenden
Sonne
an
einen
schmalen
Zepter
erinnerte.
"Das
ist
Druvisrizza,
der
Zirkel
der
Druvis.
Bevor
Sie
starb,
vertraute
sie
ihn
mir
an.
Nun
werde
ich
Dir
eine
andere
Art
von
Macht
zeigen,
eine
Macht
welche
mit
der
des
Schwertes
nicht
zu
vergleichen
ist.
Folge
mir
ins
Freie."
Die
schöne
Frau
zog
Ihren
wärmenden
Pelz
über
und
verließ
die
Hütte.
Wykon
folgte
Ihr
nachdem
er
sich
eine
Decke
über
die
Schultern
gelegt
hatte.
Wahrscheinlich
ohne
es
zu
wissen
griff
er
dabei
nach
seinem
Schwert
und
nahm
dieses
mit
nach
draußen,
dort
empfing
beide
ein
kalter
Wind.
Wykon
stellte
sich
links
neben
die
Tür.
Dort
wurde
vor
nicht
allzulanger
Zeit
ein
kleiner
Schuppen
angebaut
und
in
diesem
Eck
fand
er
etwas
Schutz
vor
den
kalten
Angriffen
des
ewigen
Winters.
Natha
Labea
hingegen
entfernte
sich
einige
Schritt
von
dem
Blockhaus
und
da
sie
keine
Kopfbedeckung
aufhatte
spielte
der
Wind
mit
ihren
Haaren
und
ließ
ihre
Wangen
rot
leuchten.
Der
Kämpfer
schmunzelte
etwas
als
er
dies
sah.
In
Gedanken
stellte
er
sich
vor,
nach
dieser
Vorführung
Ihren
kalten
Körper
warmzureiben,
vielmehr
sie
die
wärme
seiner
Liebe
verspüren
zu
lassen.
Wykon
wurde
aus
seinen
Gedanken
gerissen
als
er
sah
wie
Natha
den
Stab
in
die
Luft
hob.
Druvisrizza
bestand
aus
zwei
Metallstäben,
die
am
oberen
Ende
durch
ein
Scharnier
verbunden
waren.
Am
Ende
des
einen
Metallstabes
war
eine
Spitze
angebracht.
Diese
rammte
Natha
Labea
vor
sich
in
den
vereisten
Boden.
Wykon
staunte
einmal
mehr
um
die
Kraft
der
Frau
,
denn
der
Boden
war
hart
wie
Stein.
Das
andere
Ende
des
zweiten
Metallstabes
war
versehen
mit
einem
blau
schimmernden
Keil,
einem
Eiszapfen
ähnlich.
Mit
diesem
beschrieb
sie
einen
Kreis
um
sich
herum,
während
Wykon
entspannt
an
der
Hütte
gelehnt,
ihr
erwartungsvoll
zulächelte.
Doch
sobald
der
blaue
Eiskeil
den
Kreis
vollendet
hatte,
war
sie,
die
eben
noch
im
Zentrum
gestanden
hatte,
verschwunden.
Wykon
schaute
sich
erschrocken
um
und
er
glaubte
zuerst
seine
Sinne
würden
ihn
täuschen.
Die
Muskeln
spannten
sich
und
seinem
kriegerischen
Instinkt
folgend,
reagierte
er
spontan
und
verlagerte
sein
Gewicht
nach
vorn
in
eine
kampfbereite
Stellung.
Wykon
hielt
inne
und
eine
unwirkliche
Stille
entstand.
Erst
jetzt
wurde
ihm
bewußt,
daß
sich
hier
Kräfte
entfaltet
hatten,
die
für
ihn
unverständlich,
ja
sogar
unerklärlich
waren.
"Wo
bist
Du?"
schrie
er
in
die
Kälte,
"das
ist
Zauberei."
"Ja"
entgegnete
Natha
Labeas
Stimme
vor
ihm,
"denn
Druvis
die
Heilerin
verstand
sich
nicht
nur
auf
das
Eiskräuter
sammeln,
mußt
du
wissen.
Dies
ist
der
Zirkel
der
Druvis,
Druvisrizza
genannt,
und
sein
schützender
Kreis
läßt
dich
eins
werden
mit
dem
Eis.
Du
siehst,
aber
wirst
nicht
gesehen.
Und
nun
Wykon
geh,
denn
ich
will
nicht,
daß
du
meine
Tränen
siehst,
die
ich
um
dich
vergieße."
Natha
Labea
blieb
unsichtbar
und
stumm
und
Wykon,
der
ihren
Wunsch
respektierte,
nahm
seine
Waffen
und
den
Proviant,
um
dem
Weg
zu
folgen,
den
sie
ihm
einst
am
Feuer
erklärt
hatte.
Er
führte
von
der
Hütte
das
lange
Schneefeld
entlang
acht
Tagesmärsche
bis
zum
nächsten
Dorf.
Doch
am
Nachmittag
des
ersten
Tages
überkam
Wykon
der
Schmerz
der
Trennung.
Er
versuchte
ihn
zu
verdrängen,
aber
je
mehr
er
dies
tat,
um
so
größer
wurde
die
Sehnsucht
nach
Natha
Labea.
So
beschloß
er
zurückzukehren
zur
Hütte,
um
sie
um
einen
Liebespfand
zu
bitten,
denn
dieses
hätte
sie
in
aller
Form
zu
Mann
und
Frau
bestimmt.
Mit
diesem
Pfand,
so
glaubte
Wykon,
sei
es
leichter
für
ihn
all
das
zu
tun,
was
noch
vor
ihm
lag.
Als
sich
Wykon
am
nächsten
Tag
in
der
Frühe
Natha
Labeas
Hütte
durch
dichtes
Schneetreiben
hindurch
näherte,
da
trieb
ihn
eine
unbestimmte
Angst
zur
Eile.
Kaum
angekommen,
riß
er
die
Tür
auf,
rief
ihren
Namen
und
prallte
entsetzt
zurück.
In
der
Hütte
herrschte
ein
heilloses
Durcheinander.
Die
Regale
waren
von
den
Wänden
gerissen,
die
Stühle
lagen
entzwei
am
Boden,
zwischen
Wäsche
und
zerschlagenen
Krügen.
Wykon
wußte,
daß
hier
ein
Kampf
stattgefunden
hatte
und
er
wußte
auch,
daß
die
Häscher
Themo
Niazans
ihr
Ziel
erreicht
hatten.
Schnell
eilte
er
in
die
Kammer,
hob
die
Bodenplatte
und
entdeckte
dort
Druvisrizza,
den
Zirkel
der
Druvis.
Da
wußte
Wykon
endgültig,
daß
Natha
Labea
in
die
Fänge
der
Häscher
geraten
war.
Mit
grimmiger
Entschlossenheit
nahm
Wykon
Druvisrizza
empor,
hielt
ihn
vor
seine
Augen,
und
beim
Anblick
des
funkelnden
Zirkels
schwor
er
sich,
daß
nun
eine
weitere
Aufgabe
Ziel
seines
Lebens
war.
Wykon
verließ
die
Hütte
und
machte
sich
auf
den
Weg.
Eisige
Kälte
ließ
seine
Lungen
erstarren.
Ein
einziger
Atemzug
genügte,
um
ihn
vollends
aus
der
restlichen,
sonst
zart
entschwebenden
Konzentration
zu
reißen.
Seine
weite
Robe
blähte
sich
auf
und
machte
den
eisigen
Fingern
fremder
Kälte
respektvoll
Platz.
Schwer
hustend
beugte
sich
Okyron
nach
vorn,
während
sein
Bewußtsein
wieder
in
sich
zusammenfiel,
der
fast
Wahnsinn
zu
nennende
Gemütszustand
bei
der
Ausübung
eines
Zaubers
schwand
und
eine
blaßblaue
Mattheit
zurückließ.
Mit
den
flinken
Augen
eines
Menschens,
der
seit
seiner
Geburt
mit
körperlicher
Schwäche
gestraft
war,
sah
er
sich
in
der
bestürzend
unerwarteten
Umgebung
um.
Dann
wußte
er,
was
zu
tun
war.
Die
Arme
weit
in
den
Himmel
erhoben,
schien
er
zu
wachsen,
schien
durch
die
über
ihm
aufragenden
Äste
und
Zweige
hindurch
den
Himmel
erwürgen
zu
wollen.
Der
dicke
Stoff
seiner
Ärmel
rutschte
ihm
an
den
Armen
herab,
versteckte
sich
fast
und
entblößte
dabei
ausgemergelte,
blasse
Haut,
in
der
sich
dunkelblaue
Adern
gleich
Schlangen
wanden.
Die
Kraft,
mit
welcher
er
das
Feuer
beschwor,
entnahm
er
dem
ansonsten
so
gut
verborgenen
Kern
seines
Wesens,
seiner
geheimen
Verzweiflung,
seinem
tiefen
Zorn
über
die
Welt.
Und
so
glomm
es
schnell
zwischen
seinen
Fingern,
war
viel
zu
leicht
zu
nähren
und
in
einer
befreienden
Bewegung
drehte
er
sich
mit
weit
aufgerissenen
Augen
dem
nächsten
Baumstamm
entgegen
und
entlud
an
ihm
seine
Wut
und
seinen
Haß
auf
die
Menschen
und
die
Götter.
Ein
blutroter
Blitz
aus
Feuer
und
aus
Trotz
zerbarst
die
Kälte
in
viele
kleine
Stücke,
die
wie
die
Teile
eines
zerschlagenen
Spiegels
zu
Boden
fielen
und
sich
dem
Wissen
um
die
Herrschaft
über
die
Natur
ergeben
mußten.
Und
während
die
schneebehangene
Eiche
in
heillosem
Feuer
sich
selbst
verzehrte
und
dem
unbeherrschten
Magier
Befriedigung
erfahren
ließ,
auch
wenn
er
wieder
einmal
über
das
Ziel
hinausgegangen
war,
nicht
in
der
Wahl
der
Mittel,
doch
in
ihrer
Stärke.
Aber
so
sehr
ihn
das
Aufbäumen
seiner
eigenen
Macht
für
kurze
Zeit
erfreut
und
auch
innerlich
lodern
gelassen
hatte,
so
sehr
schmeckte
es
jetzt
schon
nach
Asche.
Nach
Asche
und
Erschöpfung.
Denn
alles,
was
Okyron
Sheccajomm
Leben
beschreiben
konnte,
war
stark
und
tief.
Und
so
war
nun
auch
seine
Erschöpfung
groß
und
gewaltig
und
er
konnte
nicht
anders,
er
sank
in
sich
zusammen,
versuchte
seine
wunde
Seele
zu
pflegen,
indem
er
mit
fernen
Erinnerungen
die
weite
dunkle
Leere
zu
füllen
trachtete.
"Narr!"
schalt
er
sich
in
sein
Selbst
versunken.
Ein
liebes,
vertrautes
Wort,
das
ihm
sein
strenger,
aber
gerechter
Meister
schon
allzu
oft
hatte
angedeihen
lassen.
Er
hätte
diesen
Fehler
sicherlich
vermieden,
hätte
nicht
angenommen,
daß
alle
Länder
wieder
so
anzutreffen
sind,
wie
man
sie
einmal
vor
langer
Zeit
gesehen
hatte.
Er
wäre
nicht
unvorbereitet
in
einem
Schneesturm
aus
dem
TOR
getreten
hinein
in
eine
sehr
feindliche
und
bedrohliche
Umgebung.
Und
dabei
wußte
Okyron
nicht
einmal,
als
wie
bedrohlich
seine
Umgebung
sich
noch
herausstellen
sollte.
Noch
einmal
überprüfte
Wykon
seine
Kleidung
und
Ausrüstung.
Die
Kleider
die
er
trug
waren
zum
größten
Teil
aus
Fellteilen
des
Schneefuchses
zusammengenäht.
Ein
breiter
Gürtel,
war
halt
für
sein
Schwert
und
umschloß
einen
Mantel,
der
ihm
bis
knapp
unter
das
Gesäß
reichte.
Die
Hose
mit
zwei
breiten
Taschen
war
aus
einem
Filzstoff,
doch
die
Oberschenkel
wurden
noch
durch
einen
zusätzlichen
Fellbesatz
geschützt,
den
man
um
das
Bein
band.
Seine
Füße
steckten
in
Lederstiefel
die
ihm
fast
bis
zur
Kniekehle
reichten,
leicht
waren
sie
und
erst
vor
kurzem
hatte
er
sie
eingefettet
um
Wasser
und
Kälte
abzuhalten.
Eine
Fellmütze
zog
er
sich
auf
den
Kopf,
und
nur
an
der
Stirn
konnte
man
noch
ein
wenig
seiner
blonden,
langen
Haare
sehen.
An
der
Seite
waren
Fellteile
angenäht
mit
denen
man
die
Ohren
schützen
konnte.
Doch
Wykon
stopfte
sie
nach
innen.
Als
Unterzeug
trug
er
nur
ein
Leinenhemd.
Nun
schaute
er
in
seinen
ledernen
Beutel,
der
ebenfalls
nur
aus
Fellresten
bestand
und
von
groben
Lederriemen
zusammengehalten
wurde.
In
ihm
befand
sich
seine
gesamte
Ausrüstung.
Getrocknetes
Fleisch,
ein
kleiner
Topf
mit
Hirschfett,
eine
Decke,
Feuersteine,
etwas
trockenes
Stroh
in
kleine
Bündel
gebunden
und
ein
weiters
Leinenhemd.
Er
war
zufrieden.
Mehr
Ausrüstung
bedeutete
nur
Gewicht
und
würde
ihn
bei
seinem
langen
Marsch
nur
stören.
Wykon
warf
seinen
Beutel
über
die
rechte
Schulter
und
schaute
noch
einmal
in
den
Köcher
mit
den
Armbrustpfeilen.
Er
besaß
noch
zehn
Pfeile.
"Nicht
sehr
viel."
murmelte
er
in
seine
blonden
Bart
an
dem
Eis
und
Schnee
sich
festhielten.
Dann
überprüfte
er
seine
Armbrust.,
spannte
sie
und
legte
auf
ein
nicht
vorhanden
Ziel
an.
Ein
dumpfer
Ton
war
zu
hören
als
er
die
Sehne
löste.
Wykon
hatte
an
der
Armbrust
zwei
Riemen
angebracht,
so
daß
er
sie
tragen
konnte
wie
einen
Rucksack.
Er
streifte
sich
seine
Waffe
und
den
Köcher
über
und
prüfte
den
Halt.
Die
Riemen
drückten
ein
wenig
und
Wykon
hatte
nun
doch
etwas
Angst
sich
zufiel
zugemutet
zu
haben,
daß
er
seine
Kraft
überschätzt
habe.
Er
ging
los.
Schwer
war
das
laufen
durch
den
tiefen
Schnee
der
immer
versuchte
seine
Stiefel
zu
halten
und
ihn
immerwieder
stürzen
ließ.
Doch
Wykon
kämpfte
sich
weiter,
suchte
sich
in
der
Ferne
immer
wieder
ein
Ziel
welches
er
erreichen
wollte
und
kaum
dort
angekommen
suchte
er
sich
schon
das
nächst.
So
ging
es
Schritt
um
Schritt
weiter.
Wieviel
Zeit
vergangen
war
als
er
einen
zugefrorene
Bach
erreichte
konnte
Wykon
nicht
abschätzen.
Er
hob
seinen
Kopf
und
versuchte
am
grauen
Himmel
die
Sonne
zu
entdecken.
Doch
nur
Schneewolken
waren
zu
sehen.
Nicht
einmal
einen
helleren
Punkt
konnte
er
sehen.
Schweiß
lief
am
Gesicht
herunter
und
fror
sofort
wieder,
wenn
er
seine
Haut
verließ
und
im
Bart
hängen
blieb.
Wykon
schaute
auf
den
Bach
der
zwei
Schritt
von
ihm
sich
wie
eine
leblose
Ader
durch
das
Land
schlängelte.
In
seinen
Gedanken
ließ
er
das
Eis
des
Baches
schmelzen,
fegte
den
Schnee
von
blühenden
Pflanzen
und
Sträuchern.
Das
Wasser
des
Baches
ging
mit
plätschern
und
rauschen
seinen
Weg,
hinunter
in
das
Tal
wo
sich
ein
Dorf
befand.
Ein
Dorf
in
dem
die
Kinder
spielten,
Bauern
ihr
Getreide
einbrachten
und
Frauen
sich
um
den
Haushalt
kümmerten.
Dort
herrschte
Leben
wie
es
sein
sollte.
Auf
einer
Anhöhe
des
Dorfes
sah
Wykon
auf
einem
weißen
Pferd
einen
Reiter,
der
Herr
der
über
seine
Leibeigenen
wachte.
Er
schaute
vor
seine
Füße.
Ein
Löwenzahn
wuchs
dort
und
seine
goldgelbe
Blüte
zeigte
ihm
den
ganzen
Glanz
des
Sommers.
Wykon
schaute
erneut
zum
Bach
hin
und
es
überkam
ihn
eine
Freude,
ja
sogar
eine
Lust
das
Wasser
zu
spüren,
wie
es
seine
Haut
umschloß,
wie
er
es
trinken
konnte
und
klar
seine
Kehle
herunterlief
und
sich
in
seinem
Magen
ausbreitete.
Allen
Ballast
warf
er
von
sich
und
sprang
mit
einem
Satz
hinein
in
das
erfrischende
Naß.
Dumpf
schlug
er
auf
die
Eisfläche
auf.
Sein
rechter
Ellenbogen
schienen
zu
zerspringen
und
der
Schmerz
durchströmte
seinen
ganzen
Körper.
Wykon
öffnete
die
Augen.
Alles
weiß.
Noch
schlimmer
als
der
Schmerz
war
jetzt
die
Enttäuschung.
"Ein
Traum"
sagte
er
und
sein
Kopf
fiel
auf
seine
breite
Brust.
"Nur
eine
Traum".
Wykon
stand
auf
und
rieb
sich
seinen
rechten
Arm,
versuchte
ihn
zu
beugen
und
war
froh,
daß
er
sich
nicht
gebrochen
hatte.
Mit
unsicherem
Schritt
ging
er
über
das
Eis
auf
die
Stelle
zu
von
wo
er
in
das
vermeintliche
Wasser
gesprungen
war.
Seine
Ausrüstung
die
er
von
sich
geworfen
hatte
lag
teils
tiefer
im
Schnee
und
Wykon
mußte
schon
genau
hinschauen
um
alles
wieder
zu
finden.
Jedes
Teil
legte
er
wieder
an
und
schaute
nach
Süden.
Nicht
weit
von
hier
schien
ein
kleiner
Wald
zu
sein.
Wykon
bückte
sich,
nahm
etwas
Schnee
in
seine
linke
Hand
und
verrieb
es
in
seinem
Gesicht.
Er
wollte
sicher
sein
auch
wirklich
wieder
bei
sich
zu
sein.
Doch
der
Schmerz
in
seinem
rechten
Arm
ließ
ihn
sogleich
die
Wirklichkeit
erkennen.
"Los
du
müder
Krieger.
In
diesem
Wald
findest
Du
Schutz
vor
den
Winden"
sagte
er
zu
sich
und
schaute
in
die
Höhe.
"Sicherlich
wird
es
auch
wieder
Schneien
sobald
es
Nacht
wird.
Die
Bäume
werden
dir
ein
Dach
über
den
Kopf
bieten
und
Holz
für
ein
Feuer.
Also
mach
dich
auf."
und
mit
diesen
Worten
die
er
in
einem
Befehlston
an
sich
gerichtet
hatte
machte
er
sich
auf
den
Weg
dem
kleinen
Wald
entgegen.
Die
Entfernung
erwies
sich
doch
als
größer
als
zuerst
angenommen.
Und
wieder
begann
Wykon
an
seinem
Innersten
zu
arbeiten,
sich
selbst
anzutreiben,
dem
Ziel
entgegenzugehen
ohne
die
Schmerzen
welche
die
Kälte
ihm
bereiteten
zu
beachten.
Eine
Bodenwelle
ließ
ihn
stürzen.
Sein
Gesicht
versank
für
einen
kurzen
Augenblick
im
Schnee
und
Wykon
verharrte
einen
Moment
in
dieser
Lage.
Erst
als
der
Frost
seinen
Körper
umfing
und
die
Feuchtigkeit
in
seine
Glieder
zu
lähmen
schien
schaute
er
auf,
dem
Wald
entgegen.
Was
er
sah
war
eine
Rauchsäule
die
sich
durch
die
Schneeflocken
wie
eine
Säule
nach
oben
wand.
"Wie
kann
das
sein?"
schoß
es
ihm
durch
den
Kopf.
Hoffnung
kam
in
ihm
auf,
Hoffnung
Menschen
zu
finden
und
einen
Ort
um
sich
zu
wärmen.
Neue
Kraft
schien
seinen
Körper
zu
beflügeln
und
nur
noch
diese
Rauchsäule
vor
Augen
lief
er
los.
Es
schien
ihm
als
könnte
er
über
die
Schneedecke
fliegen,
entgegen
seinem
Ziel.
Er
erkannte
daß
das
Feuer
groß
sein
mußte,
denn
sogar
über
den
spitzen
der
Bäume
erschien
des
öfteren
eine
Feuerzunge
welche
versuchte
Schneeflocken
vom
Himmel
zu
lecken.
Kurz
darauf
erreichte
er
den
Waldrand.
Die
Bäume,
meist
Tannen,
beugten
sich
unter
der
Last,
die
Ihnen
der
Winter
auferlegt
hatte.
Immer
wieder
mußten
die
Äste
nachgeben
und
den
Schnee,
den
sie
gesammelt
hatten
frei
lassen.
So
auch
in
diesem
Augenblick:
Wie
eine
kleine
Lawine
so
entlud
sich
ein
Baum
und
ließ
den
Schnee
auf
Wykon
niederfallen.
Dieser
hob,
mit
einem
Fluch
über
das
kalte
Weiß
auf
den
Lippen,
die
Arme
schützend
über
den
Kopf.
Schnee,
der
in
seinem
Nacken
landete
schmolz
sofort
und
lief
ihm
wie
kleine
Bäche
unter
die
Kleidung.
Fröstelnd
blickte
er
nach
vorn.
Für
kurze
Zeit
reichte
seine
Sicht
nicht
weiter
als
fünf
Schritt
und
erst
nachdem
der
eisige
Vorhang
sich
legte
sah
er
einen
Mann
auf
Knien,
gehüllt
in
eine
graue
Robe,
vor
ihm
ein
Baum
dessen
Rinde
und
Äste
verbrannt
waren.
Wykon
sprang
gewannt
hinter
den
nächsten
schneebedeckten
Busch
um
die
Person,
keine
zehn
Schritt
vor
ihm,
für
einen
Augenblick
zu
beobachten.
Ihn
wunderte
das
dieser
Mann
sich
nicht
umdrehte,
denn
sicher
hatte
er
doch
den
erschreckten
Ausruf
Wykons
über
den
fallenden
Schnee
gehört.
Ächzen
vernahm
er.
Dem
Mann
muß
es
schlecht
gehen,
schoß
es
ihm
durch
den
Kopf
und
gerade
als
er
hinter
dem
Baum
hervortreten
wollte
nahm
er
aus
dem
Augenwinkel
eine
Bewegung
wahr.
Wykon
beobachtete
mit
der
Ruhe
eines
erfahrenen
Kämpfers
eine
kleine
Ansammlung
von
Büschen
die
nicht
höher
waren
das
er
selbst
hätte
drüberschauen
können.
Doch
er
konnte
nichts
entdecken.
Doch
da,
bewegte
sich
da
nicht
ein
Schatten,
linkerseits
der
Büsche?
Wykons
Nerven
waren
gespannt.
Doch
trotzallem
blieb
er
ruhig.
Der
Kämpfer
ließ
die
Handschuhe
von
seinen
Händen
gleiten.
Mit
einer
fließenden
Bewegung
löste
er
die
Riemen
seiner
Armbrust
und
stemmte
sie
in
seine
Hüfte,
um
einen
Pfeil
auflegen
zu
können.
All
dies
ohne
die
Büsche
aus
den
Augen
zu
lassen,
welche
sich
leider
zu
weit
entfernt
befanden,
als
daß
man
einen
gezielten
Schuß
hätte
abgeben
können.
Er
wartete
und
es
war
schon
einig
Zeit
vergangen
in
der
sich
weder
etwas
bei
den
Büschen
tat
noch
bei
dem
auf
den
Knien
liegenden
alten
Mann,
als
Wykon
einen
Laut
vernahm.
Ein
Heulen
das
er
sehr
gut
kannte.
Da
wußte
er
was
hier,
verborgen
hinter
Büschen
und
Bäumen,
lauerte
und
ein
eisiger
Schauer
lief
über
seinen
Rücken.
Der
Recke
zog
sein
Schwert,
welches
mit
einem,
ihm
unbeschreiblich
lauten,
scharbenden
Geräusch
seine
Scheide
verließ
und
steckte
es
griffbereit
vor
sich
in
den
Schnee.
Dann
entnahm
er
seinem
Köcher
einen
weiteren
Pfeil
und
steckte
ihn
sich
quer
in
den
Mund,
um
seine
Armbrust
schneller
bestücken
zu
können
wenn
er
den
ersten
Pfeil
auf
seinen
Weg
geschickt
hatte.
Lange
würde
es
nicht
mehr
dauern
bis
sie
kommen
dachte
sich
Wykon,
denn
Zerenieeniesnis
sind
feige
und
warten
immer,
bis
Ihr
Opfer
nicht
mehr
die
Möglichkeit
hat
sich
wehren
zu
können.
In
diesem
Augenblick
brach
auch
schon
eines
dieser
weißen
Ungeheuer
aus
dem
Gebüsch.
Schon
aus
dieser
Entfernung
erkannte
Wykon
die
rot
leuchtenden
Augen
welche
sich
stark
von
ihrem
weißen
Fell
abhoben.
Die
langen
Ohren
dieses
mannshohen
Tieres
waren
angelegt
und
das
Maul
mit
riesigen
Reißzähnen
weit
aufgerissen.
Geifer
lief
an
den
Zähnen
herunter.
Wykon
wußte,
daß
ein
Schuß
auf
diese
Distanz
zu
Riskant
war.
Also
zögerte
er.
Das
Tier
stürmte
auf
den
zu
Boden
gesunkenen
Mann
zu.
Wykon
legte
erst
auf
die
Bestie
an,
als
es
schon
fast
die
Hälfte
der
Strecke
hinter
sich
gebracht
hatte.
Genau
auf
den
massigen
Körper
zielend
verfolgte
er
den
Ansturm
des
Zerenis.
Fast
hatte
das
Biest
sein
Opfer
erreicht
als
Wykon
den
Pfeil
auf
seine
tödliche
Reise
schickte.
Dumpf
schlug
der
Pfeil
in
den
Körper
ein.
Die
geringe
Distanz
ließ
den
Todesboten
sogar
den
Körper
durchdringen
und
Teile
der
tierischen
Innereien
verließen
den
Körper
durch
den
Rücken.
Die
Bestie
wurde
durch
die
Wucht
in
ihrem
Lauf
jäh
gestoppt
und
fiel
keine
zwei
Schritt
vor
dem
Mann
zu
Boden.
Wykon
war
zufrieden
mit
seinem
Schuß.
Schnell
legte
er
einen
neuen
Pfeil
auf.
"Zerenis
jagen
meist
im
Rudel"
murmelte
er
leise
in
seinen
Bart.
Diese
Weisheit
hatte
Wykon
von
Warony
einem
guten
Freud
und
Jagdaufseher
aus
Ariman.
Kaum
hatte
er
seine
Gedanken
zuende
gebracht,
da
kamen
sie
auch
schon.
Die
Bestien
in
weiß
stürmten
nach
vorn
und
als
Wykon
sie
sah,
da
wußte
er,
daß
seine
Pfeile
nicht
würden
reichen.
Doch
sollten
die
Zerenis
jetzt
erleben
was
es
hieß
einem
Gegner
gegenüber
zu
stehen
und
nicht
einem
halbtoten
Mann.
Wykon
nahm
sein
Schwert
auf
und
aus
der
Hüfte
schießend
trat
hinter
dem
Busch
hervor.
*
Vollkommen
verinnerlicht
brachen
sich
die
unklaren,
unformulierten
Gedanken
wie
Mondlicht
in
der
Tiefe
seines
Bewußtseins.
Er
wußte,
jeder
Anfall
wurde
stärker,
intensiver
und
unberechenbarer.
Sein
Wesen
bestand
zu
sehr
aus
filigranen
geschliffenen
Spiegeln
und
Linsen,
war
zu
sehr
vom
Gift
der
magischen
Gabe
ausgehölt
bis
auf
ein
gläsernes
Skelett
aus
verwinkelten
Glaswänden,
war
zu
sehr
adamantenes
Heim
für
ruhelose
Macht
geworden.
Alt
fühlte
er
sich
schon
lange,
schon
fast
seit
er
denken
konnte.
Immer
hatte
ein
fahler
Schatten
ungesunder
Grauheit
seine
Haut
bedeckt,
immer
schon
war
sein
Atem
flach
gewesen
wie
von
früherer
Überanstrengung
verbraucht;
hatten
ihm
die
Schmerzen
seiner
Gelenke
das
kommende
Wetter
verraten
in
einem
Maße,
daß
viele
Bauern
ihn
bereits
als
Kind
um
Rat
während
Saat
und
Ernte
gebeten
und
den
"Jungen
Seher"
genannt
hatten.
Und
doch
fand
er
nach
Äonen
des
Schwebens
nahe
der
endgültigen
Erschöpfung
endlich
etwas,
das
ihn
wieder
zu
nähren,
das
ihm
wieder
Kraft
zuzuführen
verstand
in
einem
fort
und
fort,
das
pure
Energie
sich
in
ihm
blähen
und
durch
seinen
Körper
fahren
ließ,
ein
widerstandsloses
Wrack
dabei
zurückerobernd.
Und
so
bewegten
sich
die
fast
erfrorenen
hellblauen
Finger
zitternd
ein
wenig,
zerbrachen
fast
an
ihrer
eigenen
spröden
Trockenheit
inmitten
gefrorenen
Nebels
auf
der
Erde
zwischen
seinen
Knien.
Ohne
daß
Okyron
Sheccajomm
es
unter
seinen
von
Tränen
vereisten
Augen
wahrzunehmen
vermochte,
formten
diese
Finger
mit
weit
zurückliegender,
fast
fremder
Zärtlichkeit
die
Konturen
eines
Gesichtes
nach
im
reinen
Weiß
des
Schnees.
Die
Konturen
eines
Lachens,
das
ihm
mehr
bedeutete,
als
alle
seine
Künste,
nun,
da
er
es
verloren
hatte.
Sein
Geist
bäumte
sich
auf
und
schrie
einen
stummen
Schrei
aus,
einen
Namen
in
die
kalte
schwarze
Weite
seines
Wesens:
"Naléé!"
Da
erhob
sich
auf
einer
winzigen
vergessenen
Insel
aus
Licht
und
Wiese
eine
kleine
Elfin,
zart
und
doch
sehr
weiblich,
mit
lachenden
Augen.
Sie
spitzte
die
Lippen
langsam
zum
Kuß,
während
Okyrons
Magen
zu
einem
verkrampften
Klumpen
zusammenschrumpfte.
Jedoch
sie
küßte
nicht,
sondern
sie
blies,
sanft
und
anhaltend,
als
hätte
sie
ewigen
Atem
und
ihr
Atem
war
warm,
warm
und
erotisch.
Und
dieser
Hauch
beendete
das
Leid
des
Okyron
mit
einem
Schlag,
denn
wenn
ihm
etwas
am
Leben
hielt,
dann
die
Erinnerung
an
diese
Elfe,
an
die
Zeit,
die
sie
zusammen
verbracht
hatten
und
an
die
Sehnsucht,
die
ihn
immer
noch
zur
Hoffnung
zwang.
Zur
Hoffnung
und
zur
Leidenschaft
in
Gedankenbildern,
die
Jahrtausende
alt
zu
sein
schienen
und
nun
wiedergeboren
waren
in
einer
einzigen
Sekunde
gleich
dem
Zerbersten
eines
gigantischen
inneren
Knotens.
Manchmal
ändert
sich
ein
Leben
in
einem
kurzen
Augenblick.
Okyron
erhob
sich
langsam
und
ohne
Mühe
aus
dem
Schnee.
Seine
Gestalt
schien
verjüngt,
alle
Spuren
des
Eises
waren
verschwunden
und
hatten
eben
dieser
wangenglühenden
Sehnsucht
weichen
müssen,
die
sonst
nur
frisch
Verliebten
eigen
ist.
Endlich
war
ihm
klar
geworden,
woher
sein
gewaltiger
Zorn
stammte,
nämlich
aus
alter
Enttäuschung,
woher
sein
göttertrotzender
Idealismus
rührte,
nämlich
aus
alter
Sehnsucht,
und
schließlich
woher
es
kam,
daß
er
andere
verachtete:
Weil
er
sich
selbst
dareinst
verachtet
hatte.
Durch
diese
stark
verdrängte,
nun
endlich
wiedergefundene
Liebe
war
er
unbesiegbar
geworden.
Er
würde
sie
finden.
Naléé...
"Yrdonen!"
schrie
es
in
seinem
Kopf.
Er
sah
die
feine
Tintenzeichnung
genau
vor
sich:
wolfsblütig,
verwandt
den
Westwölfen
und
den
Wildhunden
jenseits
des
Tham-Sheddien
mit
menschenähnlichen
Körpern.
Dabei
der
Text
eines
frühen
Reisenden
durch
den
hohen
Norden:
Yrdonen
findet
man
nirgends,
es
sei
denn
sie
finden
einen.
Eine
üble
Kreatur,
die
nur
in
der
Überzahl
zu
besiegen
ist
und
sich
in
Eis-
und
Schneelandschaften
unsichtbar
machen
kann.
Brennende
Pfeile
sollen
gute
Wirkung
gezeigt
haben,
denn
Feuer
meiden
sie,
falls
der
Hunger
sie
nicht
auch
dieses
vergessen
läßt...
Okyron
strich
den
Rest
des
Textes
aus
seinen
Gedanken,
fegte
alles
weitere
beiseite,
das
er
noch
unerinnert
schon
als
belanglos
erkannte.
Nun
hieß
es
handeln.
Er
klatschte
fest
in
die
Hände,
ließ
seine
Robe
dabei
flattern
und
seine
Stimme
hob
an,
wurde
immer
volltönender
und
herrschender,
während
er
laut
die
alten
Öffnungsworte
sprach:
"Thùram
ac
sýlas
pherèndyon,
rónyoc
op,
mellarayn
docphérenor!"
Während
er
schrie,
befreite
er
seinen
Geist
von
den
Fesseln,
mit
denen
er
ihn
sonst
gebunden
hielt,
entstieg
dem
dunklen
Schacht,
der
runenumwunden
seine
Seele
gebannt
hielt
und
schlug
gewaltig
die
Augen
auf.
Sonnenlicht
strahlte
und
waberte
zwischen
seinen
Fingern,
nicht
seine
Hände
glühten,
sondern
das
flüssig
gewordene
Licht
vergangener
Tage,
ein
Teil
des
Alten
Lichtes,
das
zuerst
war
vor
allem
anderen.
Und
machtbewußt,
fast
lässig
schleuderte
er
einen
Strahl
aus
seinen
Händen,
entzündete
das
Alte
Licht
mit
purem
Willen
zu
weißer
Lichtglut,
die
sich
nun
in
strahlendem
Gleisen
ergoß
über
eines
jener
erbarmungswürdigen
Raubwesen,
...
Jeder
Schritt,
welcher
Wykon
seinen
Feinden
näher
brachte,
ließ
den
aufkommenden
Rausch
zu
töten
unbezwingbarer
werden.
Fünf
Schritte
trennten
den
Kämpfer
von
dem
ersten
auf
ihn
zustürmenden
Wolfwesen.
Dieses
traf
der
Pfeil,
welchen
Wykon
aus
der
Hüfte
abfeuerte,
mitten
in
sein
weit
aufgerissenes
Maul.
Röchelnd
brach
das
Mischwesen
vor
Wykon
zusammen.
Blut
färbte
den
weißen
Schnee
rot.
Ein
Lächeln
umspielte
seine
Lippen
ob
der
durchschaubaren
Angriffsweise
dieser
Tiere.
Der
Krieger
warf
die
nun
nutzlose
Armbrust
von
sich.
Mit
beiden
Händen
umfaßte
er
den
kalten
Griff
seines
Schwertes.
Alle
Sinne
waren
auf
seine
Gegner
ausgerichtet.
Doch
im
gleichen
Augenblick
lenkte
ihn
eine
Bewegung,
welche
er
aus
dem
Augenwinkel
wahr
nahm,
von
seinen
Gegnern
ab.
Ein
kurzer
Blick
zur
Seite
ließ
ihn
erkennen,
daß
der
gebrechlich
wirkende
Mann
in
der
grauen
Robe
sich
aus
dem
Schnee
erhob.
Dieser
Moment
der
Ablenkung
reichte
aus,
um
einen
der
Zerenies
näher
an
Wykon
kommen
zu
lassen
als
es
dem
Krieger
lieb
war.
Seinem
kämpferischen
Instinkt
verdankte
es
Wykon
im
rechten
Augenblick
zur
Seite
zu
springen.
Die
Wolfspranken
verfehlten
ihr
Ziel,
Wykons
Kopf,
nur
knapp.
Im
Fallen
warf
der
Recke
seinen
Körper
herum.
Mit
einer
kreisenden
Bewegung
vollführte
Wykon
einen
tödlichen
Streich.
Die
Spitze
des
Schwertes
fuhr
unterhalb
des
Brustkorbes
quer
durch
den
Körper
des
Zerenies.
Gedärm
verließ
seinen
Bauch
und
klatschte
dampfend
in
den
Schnee
noch
bevor
der
Körper
zu
Boden
fiel.
Ein
Satz
brachte
Wykon
wieder
auf
die
Beine.
Ein
gleißendes
Licht
ließ
ihn
herumfahren.
Was
er
sah,
war
kein
gebrechlicher
alter
Mann
mehr,
es
schien
eher,
daß
der
Fremde
vor
ihm,
während
er
in
glanzvollem
Licht
stand,
wuchs
und
gleichzeitig
die
Haltung
eines
jungen
und
kraftvollen
Mannes
annahm.
Ihre
Blicke
trafen
sich
kurz,
und
was
der
Kämpfer
aus
den
Augen
des
Magiers
las
war
Selbstsicherheit.
Ein
leichtes
Lächeln
umspielte
den
Mund
dieses
seltsamen
Mannes.
Fast
spielerisch
bewegte
er
seine
Hände
und
es
schien,
als
seien
sie
mit
fremdem
Leben
beseelt
worden.
Seltsame
Symbole
und
Zeichen
aus
Feuer
enstanden
durch
diesen
Ritus
in
der
Luft.
Wykon
hatte
so
etwas
noch
nie
gesehen
und
sogar
die
Zerenies
hielten
inne
in
ihrem
Angriff,
erstarrten
in
ihren
Bewegungen.
Unter
den
ungläubigen
Augen
aller
entstand
zwischen
den
schnellen
Bewegungen
des
Magiers
ein
feiner,
schmaler
Faden,
der
zu
leuchten
begann.
Immer
intensiver
drang
ein
Nebel
aus
dem
Faden
heraus,
welcher
frei
in
der
Luft
schwebend,
langsam
größer
und
breiter
wurde,
wuchs
wie
etwas
Lebendiges.
Und
er
formte
sich
zu
einem
verschwommenen,
in
sich
wabernden
Riß,
zu
einer
großen
Falte,
senkrecht
in
der
Luft,
in
die
der
Alte
mit
glühenden
Augen
hineingriff,
um
etwas
aus
längst
vergessenen
Orten
auf
die
Welt
zu
bringen.
Ein
Schemen,
gleichfalls
aus
lebendigem
Schatten
geschaffen,
jedoch
mit
mehr
Düsternis
beseelt
und
auf
seltsame
Art
und
Weise
machtvoller
sowie
sich
seiner
eigenen
Präsenz
bewußt,
entstieg
seinem
Ursprung.
Während
der
Riß
langsam
wieder
ausdünnte
und
zerrann
zu
einem
farblosen
Tropfen,
welcher
halb
Flüssigkeit,
halb
schmutziger
Dampf,
vom
schneebedeckten
Boden
gierig
aufgesogen
wurde,
streckte
die
Ausgeburt
sich,
Okyron
zugewandt.
Mit
dem
schabenden
Geräusch
aufeinander
reibender
Mühlsteine
entfalteten
sich
zwei
Flügel,
die
den
Magier
fast
vollständig
hinter
sich
verschwinden
ließen.
Zottiges
pechschwarzes
Haar
kämpfte
sich
auf
die
breiten
Schultern,
fiel
den
muskulösen
Rücken
herab,
dem
die
rauchig
durchsichtigen
Schwingen
entsprangen,
welche
viel
größer
waren,
als
der
Körper
selbst.
Die
kräftigen
nackten
Beine
begannen
leicht
zu
zittern,
als
das
geflügelte
Wesen
sich
kurz
nach
vorne
beugte,
um
dann
mit
einem
mächtigen,
schrillen
Schrei
herumzufahren.
Abscheuliche
Häßlichkeit
schlug
allen
entgegen.
Die
Füße
erinnerten
an
die
Klauen
eines
Greifs.
Die
zweigliedrigen
Hände
öffneten
und
schlossen
sich
zangenartig.
Der
Körper,
pockennarbig
und
an
manchen
Stellen
eitrig
verströmte
einen
üblen
Geruch
der
bis
zu
Wykon
drang,
ihm
sogar
den
Atem
nahm.
Dem
riesigen
Maul
entsprangen
Reißzähne,
wurden
sichtbar
als
es
erneut
schrie,
um
sich
dann
in
die
Luft
zu
erheben.
Zwei
Flügelschläge
brachten
dieses
unbeschreibliche
Wesen
hoch
über
die
Köpfe
der
Zerenies.
Okyron
und
Wykon
wurde
die
Sicht
von
dem
aufstobenden
Schnee
genommen
und
erst
als
sich
das
Weiß
legte,
konnten
sie
sehen,
mit
welch
unbeschreiblicher
Härte
dies
Wesen
das
vollbrachte,
wofür
es
geschaffen
wurde.
Für
einen
Augenblick
schien
es,
als
stünde
das
dämonische
Wesen
in
der
Luft,
ausschauhaltend
nach
ihrem
ersten
Opfer.
Doch
plötzlich
und
mit
unglaublicher
Geschwindigkeit
stürzte
der
Dämon
mit
angelegten
Flügeln
dem
Zerenie
entgegen,
welcher
Okyron
am
nächsten
stand.
Wie
ein
Raubvogel,
hatte
dieses
unwirkliche
Geschöpf
die
Klauen
nach
vorn
gerichtet.
Sein
Opfer
hatte
keine
Möglichkeit
den
scharfen
Krallen
zu
entkommen.
Tief
schlugen
sie
in
das
Fleisch
des
Wolfwesens.
Okyrons
Kreatur
stieg
mit
dem
Zerenie
hoch
in
die
Lüfte.
Sogar
vom
Boden
aus
konnte
man
erkennen
mit
welcher
Leichtigkeit
sie
seinen
Feind
in
zwei
Teile
riß.
Die
leblosen
Körperhälften
lies
das
Wesen
einfach
fallen.
Dicht
neben
Wykon
schlug
der
Oberkörper
zu
Boden.
Der
Krieger
konnte
seinen
Blick
nicht
abwenden
von
dem
Geflügelten.
Diese
landete
gerade
im
Rücken
eines
weiteren
Zerenie.
Die
Zähne
bohrten
sich
von
hinten
in
den
Nacken
und
töteten
ihn
auf
der
Stelle.
Doch
jetzt
war
auch
die
Angst
der
Wolfswesen
besiegt
und
sie
begannen
zu
handeln.
Ihrem
Instinkt
folgend
sammelten
sie
sich
hinter
einer
Buschreihe.
Wykon
nutzte
die
Gelegenheit
zu
Okyron
zu
rennen,
was
ihm
in
diesem
tiefen
Schnee
schwer
fiel.
"Die
Zerenies
werden
nun
im
Rudel
angreifen"
rief
er
keine
fünf
Schritte
mehr
von
dem
Zauberer
entfernt.
"Wir
sollten
uns
in
Sicherheit
bringen,
solange
sie
mit
dieser
schwarzen
Kreatur
beschäftigt
sind."
"Was
du
eine
Kreatur
nennst,
ist
schon
älter
als
diese
Welt
und
hier
durch
meinen
ureigensten
Willen.
Ich
bin
das
Band
zwischen
dieser
Welt
und
seinem
Hort.
Ich
teile
sein
Schicksal.
Ich
bleibe."
Mit
diesen
Worten
schlug
der
Magier
in
seine
Hände
und
wieder
entstand
eine
Lichtquelle
welche
wie
ein
Ball
vor
Wykons
Augen
schwebte.
Wykon
ging
einige
Schritte
zurück,
unklar
darüber
ob
der
Alte
ihm
nun
freundlich
gesonnen
war
oder
auch
ihm
nach
dem
Leben
trachtete.
"Kaschahr"
rief
Okyron
und
der
Lichtball
flog
los
,
über
den
Kopf
des
geflügelten
Wesens
hinweg,
welches
mit
dem
Hieb
seiner
Zangenhände
gerade
den
Schädel
eines
Zerenie
spaltete,
hinein
in
das
Rudel
der
Wolfswesen.
Es
gab
einen
hellen
Lichtblitz
als
die
Kugel
einschlug.
Für
einen
kurzen
Augenblick
waren
die
beiden
Menschen
geblendet.
Ebenso
Okyrons
Geschöpf.
Schlimmer
noch.
Es
schien,
als
fürchtete
es
sich
vor
diesem
Licht
und
seiner
Hitze,
die
ihnen
nun
entgegenschlug.
Okyron
wußte,
daß
er
einen
Fehler
gemacht
hatte.
Wie
konnte
er
dieses
aus
tiefster
Dunkelheit
aufkommenden
Wesen
solch
einem
Licht
aussetzen.
Wieder
einmal
schalt
er
sich
einen
Narren.
Doch
es
half
nichts.
Geblendet
stieg
die
Bestie
auf,
hoch
in
die
Luft
und
verschwand
kurz
darauf
über
den
Baumwipfeln.
Wykon
schaute
Okyron
an.
Der
Magier
stampfte
in
den
Schnee.
"Weg,
ich
hab
ihn
jetzt
nicht
mehr
in
meiner
Gewalt."
Die
Blicke
Wykons
erwidernd
sagte
er:
"Nun,
du
Held,
jetzt
sind
wir
auf
uns
alleine
gestellt.
Ich
sehe
du
trägst
ein
Schwert.
Schön,
dann
zeige
mir
was
du
damit
kannst.
Ich
denke
die
Yrdonen
werden
nicht
mehr
lange
warten."
Mit
Yrdonen
konnte
der
Zauberer
nur
die
Zerenies
gemeint
haben,
und
nun
war
es
endlich
an
der
Zeit
für
Wykon
zu
handeln.
Als
wäre
er
ein
lebendes
Schild,
stellte
er
sich
vor
den
Magier
und
aus
seiner
Kehle
fuhr
der
Kampfschrei
der
Eiskrieger
von
Ariman:
"Wonntoria,
Eisen
und
Blut".
Als
wäre
dies
ein
Signal
gewesen,
stürzten
hinter
den
Büschen
drei
Zerenies
hervor.
Wykon
schlug
dem
ersten
mit
seinem
Breitschwert
eine
klaffende
Wunde
in
die
Seite.
Tödlich
verletzt
fiel
dieser
zur
Seite.
Den
nächsten
tötete
er
mir
einem
Schlag
von
oben
nach
unten
und
teile
seinen
Schädel
somit
in
zwei
Hälften.
Doch
den
dritten
sah
er
nicht
kommen.
Dafür
aber
Okyron.
Fast
wäre
das
Biest
an
Wykon
herangekommen,
als
aus
den
Händen
des
Magiers
rotes
Licht
strömte
und
sich
um
den
Hals
des
Wesens
legte.
Langsam
zog
sich
dieses
magische
Seil
zusammen
und
nahm
dem
Zerenie
die
Luft.
Es
dauerte
nicht
lange,
und
kein
Leben
war
mehr
in
ihm.
Als
Okyron
das
erkannte,
ließ
er
seinen
Zauber
fallen,
als
wäre
dieser
ihm
unangenehm,
und
das
leuchtende
Seil
löste
sich
auf.
"Habt
dank",
sagte
Wykon
auf
sein
Schwert
gestützt,
"diesen
Burschen
hätte
ich
übersehen."
"Dank
nicht
mir,
sonder
der
Bestimmung
der
ich
folgen
mußte
und
die
uns
hier
zusammentreffen
ließ.
Was
meinst
du,
werden
wir
nun
Ruhe
haben
vor
diesen
Yrdonen"
und
mit
diesen
Worten
schaute
Okyron
unsicher
über
die
Lichtung.
"Einige
der
Yrdonen,
wie
Ihr
sie
nennt,
leben
noch.
Sie
sind
aber
sehr
feige,
und
ich
denke,
daß
sie
uns
für
die
nächste
Zeit
in
Ruhe
lassen
werden.
Sicher
bin
ich
mir
da
allerdings
nicht.
Zuersteinmal
sollten
wir
von
hier
verschwinden."
Sprachs,
und
ging
los
seinen
Sack
sowie
die
Armbrust
im
Schnee
zu
suchen.
Okyron
folgte
ihm.
Sie
gingen
längs
an
einem
dichtverschneiten
Busch
entlang
als
Wykon
seine
Armbrust
fand.
"Was
bin
ich
froh
dich
zu
finden,"
sagte
er,
während
seine
Hände
die
Armbrust
vom
Schnee
befreiten.
Okyron
schüttelte
hinter
ihm
nur
den
Kopf.
Wykon
legte
einen
neuen
Pfeil
ein.
"Ich
möchte
nicht
unvorbereitet
sein",
beruhigte
er
mehr
sich
selbst.
Okyron,
gedanklich
gerade
dabei
sich
in
das
Wesen
eines
Kriegers
zu
versetzen,
wurde
durch
einen
starken
Schmerz
in
der
Schulter
aus
seinen
Gedanken
gerissen.
Aus
dem
Gebüsch
hatte
sich
ein
Zerenie
auf
ihn
gestürzt.
Beide
fielen
zu
Boden,
und
der
Magier
war
nicht
geschickt
genug
das
Wesen
von
sich
wegzudrücken.
Mit
beiden
Pranken
stand
es
auf
seinem
Brustkorb.
Das
Maul
weit
aufgerissen,
bereit
die
Zähne
in
Okyrons
Kehle
zu
treiben.
Der
Druck
auf
der
Brust
nahm
dem
Zauberer
jede
Möglichkeit
zu
schreien.
Geifer
tropfte
in
sein
Gesicht,
lief
ihm
in
sein
rechtes
Auge.
Plötzlich
konnte
er
wieder
atmen.
Okyron
brauchte
einen
Moment
um
wieder
zu
sich
zu
finden.
Er
rieb
sich
die
Augen
frei
von
dem
Speichel
des
Zerenie
und
sah,
daß
in
dessen
linken
Flanke
ein
Armbrustpfeil
steckte.
Über
die
Schultern
hinweg
schaute
er
zu
Wykon.
Der
Krieger
lächelte.
"Ein
guter
Schuß,
oder?
Hätte
vielleicht
etwas
weiter
vorn
einschlagen
können.
Na
ja,
tot
ist
tot.
Habt
ihr
euch
verletzt?"
Okyron
stellte
fest,
daß
seine
Schulter
sehr
schmerzt.
Wykon
ging
auf
den
Magier
zu,
griff
ihm
unter
die
Arme
und
half
ihm
auf.
Okyron
zeigte
dem
Kämpfer
die
schmerzende
Stelle.
"Der
Zerenie
hat
euch
ganz
schön
erwischt.
Ihr
werdet
einige
Narben
von
dem
Kampf
davontragen,
so
glaube
ich.
Aber
es
ist
nur
eine
Fleischwunde,
und
wenn
ich
die
Wunde
gereinigt
und
euch
verbunden
habe
werdet
ihr
nach
ein
paar
Tagen
wieder
ganz
oben
auf
sein."
Und
mit
diesen
Worten
begann
Wykon
Holz
zu
sammeln
für
ein
Feuer.
Es
dauerte
nicht
lange
und
es
brannte
ein
kleines
rauchloses
Feuer.
Der
Krieger
half
dem
Magier
aus
der
Robe
und
gab
ihm,
nachdem
er
die
Wunde
gereinigt
und
verbunden
hatte
eine
Decke
zum
Schutz
vor
der
Kälte.
Immer
wieder
aber
stand
er
auf
verharrte
ruhig
und
beobachtete
seine
Umgebung.
Nahe
bei
ihm
die
Armbrust,
gespannt
und
bestückt
mit
einem
Pfeil.
Wykon
begann
nach
einem
kargen
Mahl
aus
Trockenfleisch
den
Verband
Okyrons
zu
wechseln.
Okyron
schaute
dabei
in
sein
Gesicht
und
studierte
es.
Einer
plötzlichen
Eingebung
folgend
beschloß
er,
diesen
wilden,
barbarischen
Menschen
mit
groben
Manieren
und
der
Bildung
und
dem
Weltverständnis
einer
Laus,
als
Freund
zu
gewinnen.
Vielleicht
waren
die
Zeiten
wirklich
vorbei,
in
denen
die
veräußerlichten
Krieger
und
die
verinnerlichten
Herrn
der
Magie
nur
wahre
Feinde
sein
konnten.
Vielleicht
wäre
es
sogar
möglich,
daß
die
so
verschiedenen
Weltanschauungen
sich
gegenseitig
zu
befruchten
und
über
sich
selbst
hinauszuführen
vermögen.
Wahrlich
ein
Experiment,
dessen
er
aufgrund
seiner
unglaublichen
inneren
Hochstimmung
durchaus
zugeneigt
war,
ganz
entgegen
seiner
sonst
üblichen
Verachtung
für
das
eisenschwingende
Handwerk.
Denn
so
sah
Okyron
die
Krieger
und
Söldner
der
Länder:
Als
unmoralische
Handwerker,
die
geltendes
Recht
durchaus
mit
Füßen
zu
treten
gewillt
waren,
die
für
Gold
und
Silber
auch
Frauen
und
Kinder
schlachteten
und
für
die
Höhere
Mächte
gleichbedeutend
waren
mit
dem
nächsten
Adligen.
-Schlicht
und
ergreifend
erbärmliche
Tölpel,
die
erkenntnislos
durch
die
Welt
stolpern
auf
der
Suche
nach
Raub,
Mord
und
Vergeltung,
immerzu,
in
einem
fort.
Doch
Naléés
Zauber
begann
zu
wirken
auch
nach
so
langer
Zeit,
ausgelöst
durch
nichts
als
Erinnerung
und
so
war
nun
an
diesem
Tag,
zu
dieser
Stunde,
selbst
Okyron
fähig,
über
seinen
eigenen
Schatten
zu
springen
und
einem
dahergelaufenen
fremden
Menschen
tatsächlich
spontan
freundschaftliche
Gefühle
entgegenzubringen.
Einem
Menschen,
der
ihm
vielleicht
sogar
dienlich
sein
konnte
bei
seiner
Suche.
Ja,
wahrscheinlich
würde
es
jenen
mit
Stolz
erfüllen,
soviel
Großmut
zu
erfahren,
dachte
er
bei
sich.
Wykon,
der
ich
mittlerweile
mit
verschränkten
Beinen
im
Schnee
saß
und
sein
Schwert
mit
einem
Wetzstein
neuen
Schliff
verlieh
sah
den
Zauberer
auf
und
ab
gehen.
Man
konnte
meinen
er
führe
einen
inneren
Dialog
mit
sich
selbst.
Und
so
sprach
er
mit
seiner
fein
akzentuierten
Stimme
den
fremden
Krieger
an,
nachdem
er
wieder
in
den
Schutz
seiner
Robe
getaucht
war:
"Nun
wenn
es
dir
gefällt,
magst
du
mich
eine
Zeit
begleiten.
Denn
wisse,
ich
bin
auf
der
Suche
nach
den
Enden
von
zweierlei
Schicksalsfäden,
einem
alten
und
einem
neuen.
Letzterer
führte
mich
hierher,
wo
ich
ersteren
erkannte.
Folge
mir,
und
es
wird
dabei
sicher
auch
etwas
Gold
für
deine
Bedürfnisse
anfallen."
Mit
diesen
durchaus
freundlich
gemeinten
Worten
stapfte
er
auch
schon
los,
stillschweigend
Zustimmung
voraussetzend,
geradewegs
in
die
erstbeste
Richtung,
ganz
seiner
geübten
Intuition
ergeben;
aber
leider
durch
jahrzehntelange
Einsiedelei
etwas
abgestumpft
was
zwischenmenschliche
Verhaltensweisen
anbelangt.
Wykon
schaute
dem
davonschreitenden
Zauberer
nach.
Zuerst
wußte
er
nicht,
was
er
tun
sollte.
Doch
dann
wandte
er
seinen
Blick
den
toten
Zerenies
zu
und
er
fragte
sich,
was
ihn
hier
wohl
bei
längerer
Rast
erwarten
würde.
Sicherlich
nichts
Gutes.
Außerdem
stapfte
der
Alte
in
südliche
Richtung,
genau
Wykons
Horizont
entgegen.
Ächzend
richtete
sich
der
Krieger
zur
vollen
Größe
auf.
Das
Sitzen
mit
verschränkten
Beine
hatte
seine
Knie
steif
werden
lassen
und
jetzt
schmerzten
sie
doch
sehr.
"O
Wykon,
man
könnte
meinen,
du
wärst
in
den
letzten
Tagen
um
mehrere
Sommer
gealtert",
sagte
er
mehr
zu
sich
selbst
und
merkte
gar
nicht,
daß
er
einen
Sommer
nie
selbst
erlebt
hatte,
denn
es
war
nur
eine
Erinnerung,
bestehend
aus
Erzählungen.
"He
Ho!
Warte
auf
mich!"
rief
er
dem
Davonschreitenden
nach,
während
er
seine
Ausrüstung
hektisch
aufnahm
und
ihm
nacheilte.
Okyron
jedoch
schaute
nicht
einmal
zurück.
Ein
Lächeln
umspielte
seine
schmalen
Lippen,
denn
er
war
froh,
den
Weg
nicht
alleine
beschreiten
zu
müssen
und
einen
Wegbegleiter
wie
diesen
Waffenträger
zu
haben.
Wykon
fiel
es
schwer,
zu
dem
Zauberer
aufzuschließen.
Nach
all
den
Anstrengungen
lastete
sein
Gepäck
um
so
gewichtiger
auf
ihm.
Als
der
Recke
es
schließlich
geschafft
hatte,
legte
er
seine
Hand
auf
die
rechte
Schulter
Okyrons
und
stoppte
somit
seinen
Lauf.
"Darf
ich
euch
etwas
fragen?"
Okyron
wante
sich
dem
Kämpfer
zu.
Beide
Blicke
trafen
sich.
Wiedereinmal
schaute
Wykon
zu
Boden,
da
er
dem
stechenden
Blick
dieses
Gelehrten
der
Magie
nicht
widerstehen
konnte.
So
standen
sie
sich
einige
Sekunden
gegenüber.
"Frage
mich,
doch
schau
mir
dabei
in
die
Augen.
Denke
daran,
ich
bin
ein
Beherrscher
der
geheimnisvollen
Kraft.
Ich
sehe
in
deinen
Augen
die
Wahrheit
deiner
Frage
und
finde
oft
auch
darin
die
Antworten
die
du
gerne
hören
möchtest.
Nun,
sprich!"
der
nun
wieder
älter
wirkende
Okyron
verschränkte
seine
Arme
und
wartete
gespannt
auf
die
Frage.
"Ich..."
Wykon
schluckte
und
bemerkte
dabei
wie
trocken
seine
Kehle
war.
"Ich
wollte
nur
wissen,
warum
es
euch
nach
Süden
zieht
und
was
euch
dort
erwartet."
Okyron
war
enttäuscht
über
die
Einfachheit
der
Frage.
Eigentlich
hatte
er
etwas
anderes
erwartet.
"Sprach
ich
nicht
von
einer
alten
und
einer
neuen
Aufgabe?"
drangen
mit
tieferer
Stimme
die
hoffnungsvollen
Worte
aus
seinem
Mund.
"Ich
bin
auf
der
Suche
nach
ihnen
und
werde
sie
im
Süden
finden,
dessen
bin
ich
mir
sicher.
Woher
ich
es
weiß,
wirst
du
jetzt
fragen
wollen.
Laß
es
sein.
Es
reicht
dein
Verstand
nicht
aus,
dieser
Erklärung
zu
folgen."
Mit
diesen
Worten
drehte
sich
Okyron
wieder
gegen
Süden
und
stapfte
die
ersten
Schritte
seiner
unbestimmten
Zukunft
entgegen,
wie
er
sie
gerne
selbst
nannte,
als
er
Wykon
leise
und
zurückhaltend
sagen
hörte:
"Ich
bin
auf
der
Suche
nach
dem
Goldenen
Sternkristall.
Dies
ist
meine
Bestimmung."
Den
Magier
beschäftigten
gerade
die
zuletzt
gesprochenen
Worte
des
Kriegers,
als
plötzlich
der
Boden
unter
ihm
nachgab,
die
mit
Schnee
bedeckte
Erde
einstürzte
und
ihn
verschlang.
Okyron
schrie
im
Fallen
und
Wykon
sprang
nach
vorne
in
der
Hoffnung,
den
Zauberer
noch
erreichen
zu
können.
Vergebens.
Der
Kämpfer
landete
im
Schnee
und
ein
großes
Loch
tat
sich
vor
ihm
auf.
Einige
Meter
unter
ihm,
wieviel
war
schlecht
zu
schätzen,
da
man
den
Boden
nur
erahnen
konnte,
schien
sich
etwas
zu
bewegen.
"Okyron,
lebst
du?"
rief
Wykon
nach
unten.
Geschmolzener
Schnee
rann
ihm
in
die
Augen.
Mit
dem
schmutzigen
linken
Ärmel
trocknete
er
die
Augenbrauen
und
seine
Stirn.
"He
Ho,
alter
Mann.
Antwortet
doch."
"Das
mit
dem
alten
Mann
wird
langsam
doch
sehr
lästig"
schalt
die
Antwort
aus
dem
Loch
Wykon
entgegen.
Der
Krieger
lachte.
Er
war
sehr
froh,
daß
dieser
seltsame
Magier
noch
am
Leben
war.
"Habt
ihr
euch
verletzt?
Ist
alles
in
Ordnung?"
waren
seine
nächsten
Fragen.
Doch
diesmal
kam
keine
Antwort.
Wieder
und
wieder
rief
er
den
Namen
des
Zauberers.
Nach
Minuten
des
Wartens
und
Rufens
glaubte
der
Recke
einen
Laut
zu
vernehmen,
ähnlich
einem
Pfiff.
"Bei
allen
Höllenteufeln
des
verlorenen
Landes."
drang
es
aus
der
Tiefe
nach
oben.
Wykon
antwortete
der
Stimme
des
Zauberers.
"Was
ist
geschehen,
so
sprecht
doch"
rief
er
in
die
Dunkelheit
hinab.
"Übe
dich
etwas
in
Geduld"
kam
die
Antwort
Okyrons
vom
Grunde
des
Lochs.
"Hier
unten
befinden
sich
Gänge.
Mir
scheint
es,
als
wären
sie
gebaut
worden
von
Erdwälzern,
einem
selten
geworden
Wesen,
welches
schon
lange
nicht
mehr
in
den
nördlichen
Landen
gesehen
wurde.
Doch
was
erblicke
ich
da...."
Wykon
wunderte
sich,
daß
der
Zauberer
überhaupt
etwas
sehen
konnte
in
der
Dunkelheit,
die
dort
unten
herrschte.
"...
Essensreste
und
da
sind
auch
Spuren
die
in
einen
der
Gänge
führen."
"Gibt
es
eine
Möglichkeit
wieder
nach
oben
zu
gelange."
fragte
Wykon
den
Magier
und
war
sich
im
gleichen
Augenblick
gewiß,
eine
unbedachte
Frage
gestellt
zu
haben.
Sicherlich
würde
der
Zauberer
gleich
nach
oben
schweben.
Um
so
enttäuschter
war
der
Krieger,
als
er
ein
kurzes
"Nein!"
vernahm.
Dafür
hörte
er
ein
kurzes
Murmeln
und
ein
Lidschlag
später
sah
er
Okyron
in
der
Tiefe
stehen,
um
ihn
herum
flimmerten
viele
kleine
Lichter
und
raubten
der
Dunkelheit
ihre
Macht.
An
der
Seite
des
Schachts
hingen
Wurzeln
von
längst
abgestorbenen
Bäumen
herab.
Der
Eiskrieger
überlegte
nicht
lange
und
sprang
an
eine
der
Wurzeln
die
fast
bis
auf
den
Boden
des
Spalts
reichte
und
ließ
sich
gewandt
daran
hinab.
Es
dauerte
nicht
lange,
und
er
hatte
den
Boden
des
Schlundes
erreicht,
stellte
sich
neben
Wykon,
der
ihn
kaum
beachtet
hatte
und
untersuchte
grob
die
Spuren
auf
der
lehmhaltigen
Erde,
welche
hier
in
der
Tiefe
nicht
mehr
gefroren
war.
"Die
Spuren
scheinen
nicht
älter
als
ein
oder
zwei
Tage
zu
sein.
Seltsam,
findet
ihr
nicht
auch?
Wer
mag
sich
schon
freiwillig
hier
unten
aufhalten
wollen?"
"Sicherlich
jemand,
den
das
gleiche
Schicksal
ereilte
wie
mich"
gab
Okyron
als
Antwort.
"Es
ist
ein
leichtes,
an
den
Wurzeln
wieder
nach
oben
zu
gelangen",
und
Wykon
zeigte
an
die
Wände
an
denen
man
durch
das
magische
Licht
des
Zauberers
die
Stränge
erkennen
konnte.
"Für
jemanden
wie
du
es
bist
sicherlich.
Doch
schau
wie
klein
die
Spuren
sind,
die
in
diesen
Gang
führen.
Was
immer
es
auch
war.
Es
war
nicht
größer
als
das
es
mir
zur
Hüfte
reichen
würde.
Du
kennst
dich
mit
Spuren
doch
besser
aus.
Was
meint
ihr?"
Der
Kämpfer
ärgerte
sich
über
sich
selbst,
dies
übersehen
zu
haben
und
bückte
sich
neben
dem
Magier
um
die
Spuren
genauer
zu
untersuchen
"Schuhwerk
kann
ich
erkennen.
Die
Füße
können
nicht
größer
sein
als
die
eines
achtjährigen
Kindes.
Doch
sie
sind
sehr
tief.
Nach
den
Essensresten
zu
urteilen
handelt
es
sich
um
ein
menschliches
Wesen.
Das
Fleisch
wurde
von
den
Knochen
mit
einem
Messer
gelöst,
nicht
sehr
geschickt
wie
ich
feststellen
kann.
Nun,
ich
sehe
also
vor
mir
ein
kleines,
fettes
jedoch
menschenähnliches
Wesen."
"Was
muß
ich
da
hören?"
Okyron
und
Wykon
sprangen
aus
ihrer
gebückten
Haltung
auf,
fuhren
herum
und
sahen
aus
einem
der
Gänge
ein
kleines
Wesen
kommen,
welches
absolut
den
Beschreibungen
Wykons
entsprach.
Sein
Körper
maß
knapp
über
einen
Meter,
ein
für
seine
Größe
ungewöhnlich
großer
Kopf
lag
auf
seinen
Schultern.
In
der
Mitte
des
Gesichts
sah
man
eine
riesige
Nase.
Auch
die
Augen
und
die
Ohren,
das
linke
hatte
einen
leichten
Knick,
waren
übermäßig
groß.
So
trat
es
in
das
magische
Licht.
Es
war
einem
Zwergen
ähnlich,
doch
statt
eines
Bartes
hatte
es
einen
langen
Flaum.
Es
schienen
lange
Fäden
zu
sein.
Silbern
schimmernde
Haare,
die
vom
Kinn
abwärts
bis
zum
Gürtel
reichten.
Ein
Gürtel,
reichlich
verziert
mit
Edelsteinen
und
versehen
mit
einer
ungewöhnlich
großen
Gürtelschnalle.
Ein
Hemd
in
strahlenden
Gelb
und
Hosen
in
tiefstem
Rot
waren
seine
Bekleidung.
Die
Schuhe
die
es
trug
reichten
ihm
bis
zu
den
Knien
und
waren
ebenfalls
mit
Edelsteinen
versehen.
In
der
linken
Hand
hielt
es
einen
Apfel,
den
es
während
die
beiden
Eindringlinge
gemustert
wurden
an
den
Mund
führte
und
hineinbiß.
Die
Hälfte
des
Apfels
verschwand
im
Mund.
Okyron
und
Wykon
blieben
ruhig
stehen
und
ließen
sich
von
dem
kleinen
Wesen
genau
betrachten.
Nachdem
es
ausgekaut
hatte
sprach
es
mit
einer
hohen
und
etwas
krächzenden
Stimme:
"Dies
war
kein
freundlicher
Satz.
Ich
bin
nicht
fett.
Ich
bin
einer
der
schlanksten
aus
meiner
Familie
und
werde
deshalb
oft
genug
geärgert.
Ich
wollte
ich
wäre
so
richtig
fett
wie
mein
Vetter
Quiritsu.
Wegen
seines
Bauches
rennen
ihm
die
tollsten
Niorufrauen
nach.
Der
kann
einen
Bauch
zeigen
wie
sonst
keiner.
Übrigens
ihr
seht
nicht
gerade
gesund
aus.
Euch
fehlt
es
etwas
an
Nahrung,
stimmt's?
Doch
was
red
ich
hier
während
eure
Bäuche
so
knurren,
daß
sie
selbst
die
letzten
Regenwürmer
im
Umkreis
noch
vertreiben.
Folgt
mir.
Ja,
ja,
wir
Niorus
sind
sehr
geschwätzig,
doch
keiner
soll
sagen
das
wir
nicht
wissen
was
Gastfreundschaft
bedeutet."
Mit
diesen
Worten
verschwand
er
in
dem
Gang,
aus
dem
er
gekommen
war.
Wykon
verharrte
noch,
doch
Okyron
nahm
ihn
am
Ärmel
und
beide
drangen
in
die
Dunkelheit
des
Ganges
ein,
in
dem
der
Nioru
verschwand.
Gebückt
folgten
Sie
dem
kleinen
Mann.
Das
Licht,
welches
der
Magier
erschaffen
hatte
reichte
aus,
um
mehrere
Schritte
nach
vorn
zu
schauen.
Doch
es
war
nichts
zu
sehen
außer
einem
langen
schmalen
Gang.
Ihr
kleiner
Führer
griff
während
des
Laufes
ständig
in
eine
seiner
Taschen
um
etwas
zu
essen
hervorzuholen.
Okyron
fragte
sich
wieviel
Taschen
diese
Hose
wohl
noch
hatte,
nachdem
er
schon
den
sechsten
Apfel
und
mindestens
drei
Brote
belegt
mit
Bratenfleisch
gezählt
hatte.
Schließlich
erreichten
sie
eine
Tür
aus
altem
Eichenholz
mit
Eisen
verstärkt.
Die
Tür
öffnete
sich,
und
was
sie
nun
sahen
war
mehr
als
verwunderlich.
Beide
Männer
staunten
keineswegs,
als
sich
vor
Ihnen
eine
Halle
auftat,
welche
sie
durch
ihre
Größe
und
Schönheit
in
Erstaunen
versetzte.
Okyron
schätzte
den
Abstand
vom
Boden
bis
zur
Decke
auf
mindestens
zwanzig
Meter.
Ihnen
gegenüber
befand
sich
ein
großes
Tor,
und
bis
dorthin
war
es
bestimmt
weiter
als
ein
Pfeil
fliegen
konnte.
Die
Wände
dieser
großen
natürlichen
Höhle
waren
stellenweise
mit
Hammer
und
Meisel
bearbeitet
worden.
Kunstwerke
die
jegliche
Art
von
Wesen
darstellten.
Einige
waren
so
gewaltig,
daß
sie
fast
biszur
Decke
reichten.
Nicht
wenige
sahen
aus
wie
Ungeheuer,
entstanden
aus
den
tiefsten
Tiefen
eines
Alptraumes.
Doch
all
dies
war
es
nicht
was
die
Beiden
so
sehr
in
ihren
Bann
schlug.
Vielmehr
war
es
der
in
der
Mitte
stehende
Brunnen.
Schlicht
war
er,
umsäumt
von
einer
kniehohen
Mauer,
die
das
Wasser
auffing,
welches
aus
seinem
Zentrum
als
Fontäne
nach
oben
stieg,
sich
am
höchsten
Punkt
teilte
um
wieder
nach
unten
zu
fallen.
Dies
alles
ohne
ein
Geräusch
zu
hinterlassen.
Das
Wasser
strahlte
in
einem
hellgrünen
Licht,
welches
die
ganze
Halle
erleuchtete.
Faszination
ging
von
ihm
aus.
Für
Wykon
war
es
trotz
der
Besonderheiten
nur
ein
Brunnen,
doch
der
Zauberer
erkannte
sofort
die
magischen
Kräfte
welche
von
ihm
ausgingen.
Mehr
Kraft
als
Okyron
jemals
in
sich
beherbergen
dürfte.
In
dieser
Höhle
irrten
Hunderte
von
Niorus
bewaffnet
mit
den
verschiedensten
Nahrungmitteln
umher.
Kauend
oder
trinkend
sahen
sie
die
beiden
Menschen
freundlich
an.
Ein
Niorukind,
nicht
größer
als
ein
halber
Meter
blieb
vor
ihnen
stehen.
Es
rülpste
so
kräftig,
das
dies
sogar
einem
erwachsenen
Menschen
ebenbürtig
gewesen
wäre.
Danach
sprach
es
Wykon
an.
"Sag
mal,
wie
heißt
du
denn?
Warum
bist
du
so
häßlich?"
Dann
schaute
es
auf
Wykons
Schwert
und
Armbrust.
"Was
ist
denn
das
da.
Das
große
Messer
kenne
ich.
Das
andere
sieht
aus
wie
eine
Wünschelrute."
Okyron
und
Wykons
Führer
fiel
dem
Kind
ins
Wort.
"Laß
sie
in
Ruhe
und
scher
dich
zu
den
Erdwälzern,
Boktschu.
Sei
nicht
so
neugierig."
Bei
diesen
Worten
gab
er
dem
Kleinen
einen
kräftigen
doch
nicht
bös
gemeinten
Klaps
auf
den
Hinterkopf
und
dieser
verschwand,
nicht
ohne
ein
ganzes
Buch
an
Flüchen
über
ihm
auszuschütten.
Dabei
erfuhren
der
Zauberer
und
der
Kämpfer
das
ihr
Führer
Koschku
hieß.
Dieser
schob
sich
zwischen
beide
Menschen
und
nahm
sie
an
den
Händen.
"Seht
her.
Dies
ist
unser
Reich.
Hier
versammeln
wir
uns
und
hier
essen
wir.
Es
ist
die
Halle
des
Lebens.
Keiner
von
uns
weiß
warum
sie
so
heißt.
Doch
hier
herrscht
Frieden,
außer
wenn
es
ums
Essen
geht.
Und
wenn
es
Streit
gibt
begeben
sich
die
Streithähne
hierher
um
in
Ruhe
über
alles
zu
reden
und
zu
essen.
Diese
Halle
befindet
sich
etwa
vierzig
Meter
unter
der
Erdoberfläche.
Ist
euch
eigentlich
aufgefallen
das
es
bei
dem
Weg
hierher
stets
bergab
ging?".
"Nein"
antwortete
Okyron
wie
immer
nur
kurz
und
konnte
seinen
Blick
nicht
von
diesem
Brunnen
wenden.
Dies
fiel
Koschku
auf.
Er
folgte
dem
Blick
des
Magiers.
"Ja,
dies
ist
die
Seele
von
uns.
Otari,
die
Quelle
des
Lebens
und
des
Wissens.
Sie
erfüllt
uns
mit
all
dem
was
unser
Innerstes
benötigt.
Liebe
und
Respekt
vor
dem
Leben.
Otari
soll
es
sogar
ermöglichen
zu
sehen
was
man
am
meisten
begehrt
solange
es
mit
Leben
beseelt
ist.
Doch
keiner
von
uns
hat
dies
bisher
geschafft.
Übrigens,
hinter
dem
großen
Tor
dort
befindet
sich
noch
so
ein
Quell.
Wir
nennen
ihn
Quell
der
Nahrung.
Sein
Licht
ermöglicht
es
unseren
Obstbäumen
zu
wachsen.
Sehr
wichtig
für
uns,
denn
sie
sind
ein
Hauptnahrungsmittel
für
uns."
Wykon
unterbrach
den
Redefluß
des
kleinen
Mannes.
"Und
das
Fleisch
das
ihr
zu
euch
nehmt?".
"Fallgruben,
ganz
einfach.
Ihr
hattet
Glück
in
einen
der
wenigen
Aus-
und
Eingänge
zu
fallen.
Die
mit
Spießen
bestückten
Löcher
befinden
sich
keine
fünf
Schritt
weiter.
Leider
geht
uns
nur
selten
ein
Tier
in
die
Falle."
Der
Krieger
schluckte
bei
dem
Gedanken,
beinahe
von
spitzen
Hölzern
durchbohrt
worden
zu
sein.
"Kommt,
dort
ist
unser
Nioruführer
Poftwa.
Ein
stolzer
Bauch
und
mit
Sicherheit
einer
der
Intelligentesten
von
uns.
Koschku
führte
sie
einige
Schritte
weiter
zu
einem
kleinen
älteren
Niorumann.
Alle
dieser
seltsamen
kleinen
Wesen
sahen
gleich
aus.
Allein
der
Umfang
ihrer
Bäuche
unterschied
sie
etwas
und
daß
die
Niorufrauen
keinen
Flaumbart
hatten.
"Ich
grüße
euch"
waren
die
ersten
Worte
Poftwas.
"Was
führt
euch
in
unser
kleines
Reich.
Koschku,
hast
du
unserem
Besuch
etwas
zu
Essen
angeboten."
Bei
diesen
Worten
sah
er
Koschku
streng
an.
"Ich
eile."
antwortete
der
und
war
auch
schon
verschwunden,
die
beiden
Menschen
standen
allein
vor
Poftwa.
Wykon
lächelte
ihn
an.
"Darf
ich
damit
beginnen
mich
und
meinen
Gefährten
vorzustellen?
Mein
Name
ist
Wykon
Tugor
und
ich
reise
mit
einem
Mann
des
Geistes,
Okyron
genannt.
Wir
sind
auf
dem
Weg
nach
Süden
und
mein
Freund
ist
dabei
in
einen
eurer
Eingänge
gestürzt.
Wir
danken
euch
für
euere
Gastfreundschaft.
Übrigens,
euer
Bauch
ist
wirklich
sehr
gewaltig."
sprach
er
den
Führer
der
Niorus
an,
und
im
gleichen
Augenblick
schämte
er
sich
seiner
unüberlegten
letzten
Worte.
Doch
Poftwa
lachte
auf.
"Danke,
danke.
Ich
habe
auch
Jahre
daran
gearbeitet."
er
schlug
sich
dabei
mit
beiden
Händen
auf
den
Wanst,
"doch
es
wird
noch
einige
Zeit
brauchen
bis
er
so
ist
wie
ich
ihn
will
und
wie
es
meinem
Stand
entspricht.
Doch
habt
ihr
meine
Fragen
nicht
beantwortet.
Sagt,
alter
Mann,
könnt
ihr
auch
reden."
Okyrons
Blick
verharrte
immer
noch
auf
Otari,
den
Quell
des
Lebens.
Doch
bei
den
Worten
alter
Mann
schoß
sein
Kopf
herum.
Mit
finsterem
Blick
schaute
er
in
die
Augen
des
kleinen
Nioruführers
und
sah
darin
die
Unschuld
eines
Kindes.
Seine
Gesichtszüge
entspannten
sich,
und
ein
Lächeln
ersetzte
die
gestrenge
Miene.
"Natürlich
kann
ich
sprechen"
begann
er
zu
reden.
"Doch
dieser
Brunnen
schlägt
mich
in
seinen
Bann.
Könnt
ihr
mir
noch
mehr
erzählen
als
es
schon
Koschku
tat".
"Zuerst
ist
es
an
euch
sich
zu
erklären."
bei
diesen
Worten
stampfte
er
etwas
auf
den
Boden,
wie
ein
Kind.
Okyron
lächelte
erneut.
Wykon
fragte
sich
ob
das
nicht
langsam
krankhaft
werden
könnte.
Ein
Lächeln
schon
zweimal
hintereinander.
Okyron
setzte
sich
auf
den
Boden
und
alle
taten
es
ihm
nach.
So
begann
der
Magier
zu
erzählen.
Es
sammelten
sich
einige
Zuhörer
um
sie
und
schließlich
erschien
auch
Koschku
mit
einem
Tablett
voller
Früchte.
Okyron
beschrieb
den
Kampf
mit
den
Zerenies
sehr
bildlich,
wobei
er
das
geflügelte
Wesen
nicht
erwähnte
und
das
war
auch
besser
so,
denn
schon
die
Beschreibungen
des
Kampfes
mit
den
Wolfswesen
erschreckte
die
Niorus
doch
sehr.
Wykon
hielt
sich
bei
den
Ausführungen
des
Zauberers
zurück.
Worte
waren
noch
nie
seine
Stärke.
Dafür
nahm
er
reichlich
Obst
von
dem
Tablett
und
er
spürte
wie
langsam
wieder
Kraft
in
ihn
kehrte.
Einen
neben
ihm
sitzenden
Nioru
bat
er
um
etwas
zu
trinken.
Dieser
brachte
ihm
die
verschiedensten
Getränke.
Eines
davon
schmeckte
ähnlich
wie
Met,
und
Wykon
genoß
es
in
Mengen.
Zu
dem
Zeitpunkt,
da
Okyron
seine
Erzählungen
beendet
hatte,
war
es
dem
Kämpfer
schon
recht
schwindelig
im
Kopf
und
sein
Geist
voller
Übermut.
Der
Zauberer
beobachtete
den
übermäßigen
Alkoholgenuß
mit
besorgnis.
Doch
dann
sah
er
wieder
zu
Poftwa.
"Jetzt
ist
es
an
euch
über
den
Quell
zu
reden."
forderte
er
den
Führer
der
Niorus
auf.
"Nun,
eigentlich
gibt
es
nicht
viel
zu
erzählen",
begann
er.
"Der
Quell
war
schon
immer
und
all
die
anderen
auch."
"Die
anderen?
Heißt
das
es
gibt
noch
mehr
außer
diesem
und
dem
Quell
der
Nahrung?"
fragte
Okyron
erstaunt.
Wykon
trank
indes
weiter.
"Natürlich.
Hinter
dem
Quell
der
Nahrung
befindet
sich
der
Quell
der
Heilung
und
dahinter
der
Quell
der
Toten.
Zu
letzterem
gehen
die
Sterbenden
unserer
Rasse
um
ihre
letzte
Ruhe
und
somit
Frieden
in
Frieden
zu
finden.
Um
all
diese
Brunnen
ranken
sich
Geschichten.
Doch
die
interessanteste,
so
finde
ich,
ist
die
vom
Quell
des
Lebens.
Darin
heißt
es,
daß
ein
Recke
kommen
wird
um
aus
dem
Quell
zu
trinken
um
somit
das
Land
von
seiner
Knechtschaft,
der
Kälte
und
dem
Eis,
zu
befreien.
Nur
er
soll
es
sein,
der
ungestraft
aus
dem
Quell
trinken
darf
und
somit
den
Weg
des
Heils
erfahren
wird.
Wie
ich
schon
sagte
gibt
es
viele
Geschichten
über
die
Brunnen.
Von
jeder
der
darin
vorkommenden
Personen
haben
wir
anhand
der
Überlieferungen
eine
Statue
angefertigt."
Poftwa
zeigte
an
die
Wände
der
Höhle.
"Welche
der
Figuren
zeigt
den
Recken
von
dem
Ihr
spracht."
wollte
der
Zauberer
wissen.
Poftwa
zeigte
neben
das
auf
der
anderen
Seite
der
Halle
liegende
Tor.
Dort
stand
auf
sein
Schwert
gestützt
ein
Mann.
Über
die
Entfernung
konnte
man
nicht
viel
von
ihm
erkennen,
und
Okyron
erhob
sich
vom
Boden.
Schweren
Schrittes
durchquerte
er
die
Halle.
Als
er
nur
einige
Meter
vor
der
steinernen
Figur
zum
stehen
kam,
blickte
er
in
dessen
Gesicht.
Ein
Ausruf
des
Erstaunens
entfuhr
seinen
Lippen.
Er
kannte
diesen
Mann.
Es
war
kein
anderer
als
der
im
Pulk
von
häßlichen
kleinen
Zwergen
sitzende,
mittlerweile
betrunkene
Krieger.
Langsam
wandte
er
sich
der
kleinen
Versammlung
wieder
zu.
Er
sah,
daß
Wykon
derweil,
von
Met
befreiter
Zunge,
den
Niorus
Heldentaten
erzählte,
dies
mit
wilden
Gesten
untermalte
und
dabei
oftmals
etwas
übertrieb.
Okyron
entschloß
sich,
dem
Betrunkenen
nichts
von
seiner
Entdeckung
zu
erzählen.
Erst
wenn
er
wieder
klaren
Verstandes
wäre,
würde
er
ihm
diese
Statue
zeigen.
Mit
diesen
Gedanken
ging
er
zurück
zu
den
Erzählenden,
setzte
sich
nieder,
senkte
den
Kopf
und
folgte
nur
unkonzentriert
den
übertrieben
dargebotenen
Geschichten
Wykons.
Doch
plötzlich
horchte
er
auf.
Eine
klare
Stimme
begann
zu
singen.
Okyron
erkannte
die
Stimme
des
Kämpfers
der
klar
und
deutlich
ein
Lied
sang,
dessen
Melancholie
aus
Schmerz
geboren
war
und
durch
den
Alkohol
nun
verstärkt
wurde.
Der
Zauberer
hob
den
Kopf
und
sah
nun
einen
Mann,
eingehüllt
in
das
Licht
der
Höhle
und
mit
Tränen
in
den
Augen,
sich
alles
Leid
von
der
Seele
singend.
Das
Grün
war
es
das
mich
rief
zu
den
Zeiten
der
Sternen
Glanz
Mein
Herz
ließ
ich
gleiten
die
Hügel
hinauf
nach
Ariman
dem
Land
meiner
Väter
Der
Fluch
gesprochen
von
Kraft
zu
den
Zeiten
der
Sternen
tot
Verloren
waren
alle
die
gaben
an
Liebe
in
Ariman
dem
Land
meiner
Väter
Doch
erstehen
wird
der
eine
zu
den
Zeiten
der
Sternen
Geburt
Es
werden
verjagt
die
schwarzen
Gedanken
aus
Ariman
dem
Land
meiner
Väter
Die
Niorus
klatschten
begeistert
in
die
Hände,
doch
Okyron
wußte,
daß
es
hier
nicht
angebracht
war.
Wykon
stand
auf,
schwankend
schritt
er
auf
den
Brunnen
zu.
Keiner
außer
dem
Zauberer
achtete
auf
ihn
als
der
Eiskrieger
auf
den
Brunnen
zu
ging.
Als
der
Kämpfer
noch
einige
Schritt
von
dem
Quell
des
Lebens
entfernt
war
erhob
sich
auch
Okyron
und
folgte
ihm.
Wykon
setzte
sich
auf
die
Mauer
des
Brunnens.
Mehr
abwesend
hielt
er
den
rechten
Arm
in
das
stumme
Wasser
formte
seine
Hand
zur
Kelle
und
führte
das
vermeintlich
kühlende
Naß
an
seine
Lippen,
denn
er
hatte
starken
Durst.
Bevor
er
jedoch
davon
trank,
sah
er
zu
dem
Magier
hin,
doch
dessen
Blick
war
wiederum
unverständlich
für
den
Krieger,
und
er
trank.
Nicht
erfrischend
rann
das
Wasser
seine
Kehle
hinab.
Es
brannte
und
Wykon
griff
sich
an
die
Kehle,
bekam
das
Übergewicht
und
fiel
in
voller
Größe
in
den
Quell
des
Lebens.
Mit
einmal
war
sein
Körper
verschwunden,
Okyron
eilte
herbei,
doch
er
konnte
den
Mann
nicht
mehr
sehen.
Die
Fontäne
sank
in
sich
zusammen,
und
kurze
Zeit
später
lag
der
Brunnen
ruhig
und
ohne
den
kleinsten
Wellengang
vor
ihm.
Erst
jetzt
bemerkte
der
Magier
die
Panik
die
dieses
Ereignis
bei
den
Niorus
hervorgebracht
hatte.
Mit
mächtiger
Stimme,
verstärkt
durch
etwas
Magie,
rief
er,
und
alle
blieben
auf
ihrem
Platz
stehen
und
schwiegen,
doch
die
Worte
hallten
laut
von
den
Höhlenwänden
zurück
:
"Legt
eure
Stimmen
nieder,
denn
hier
wirken
Ströme
der
Kraft
um
das
zu
erschaffen
was
die
Bestimmung
besagt.
Es
wird
der
Eine
kommen
der
ungestraft
vom
Quell
trinken
darf,
und
ich
sage
euch
er
ist
hier."
Als
wären
diese
Worte
der
Auslöser
gewesen
so
schoß
das
Wasser
wieder
in
die
Höhe.
Doch
diesmal
nicht
als
schmale
Fontäne,
sondern
den
vollen
Umfang
des
Brunnens
einnehmend.
Der
Strahl
traf
auf
die
Höhlendecke
und
wurde
begierig
von
ihr
aufgenommen.
In
der
Mitte
sah
man
verschwommen
einen
Mann
stehen:
Wykon
der
Sohn
des
Tugor
und
Eiskrieger
aus
Ariman
stand
mit
hoch
erhobenen
Armen,
und
über
ihm
wirbelten
zauberhafte
Fäden
in
den
verschiedensten
Farben.
Nur
undeutlich
war
all
dies
Geschehen
durch
das
Wasser
zu
erkennen
doch
der
Zauberer
wußte,
daß
hier
eine
geheimnisvolle
Kraft
wirkte,
die
von
dem
Krieger
Besitz
ergriff.
Die
Fäden,
bestehend
aus
purer
Magie,
drangen
in
Wykon
ein,
zerrten
an
dessen
Körper
und
warfen
ihn
hin
und
her.
Sein
Körper
wurde
mehrmals
in
die
Höhe
geworfen.
Dabei
schrie
der
Kämpfer
und
hinter
seinem
Schrei
glaubten
alle
den
Klang
einer
Harfe
zu
vernehmen.
Genauso
jäh
wie
dieses
Ereignis
begonnen
hatte,
so
plötzlich
war
es
vorbei.
Das
Wasser
fiel
wieder
in
sich
zusammen,
die
Magie
ließ
ab
von
des
Kriegers
Leib,
und
sammelte
sich
über
dessen
Haupt
und
bildete
einen
Stern.
All
jene
die
es
vernehmen
sollten,
vernahmen
eine
Stimme.
Lieblich
und
klar:
Ich
bin
es
den
der
Krieger
sucht.
Ich
bin
es
der
den
Zauberer
rief.
Der
Sternkristall
mit
goldenem
Sein.
Der
Kristall
des
Nachthimmels
mit
glanzvollem
Schein.
Eure
Suche
ist
vorbei
Ihr
werdet
sie
finden
die
letzte
Trägerin
der
Götter
Macht.
Glaubt
an
ihr
Wesen
und
das
was
euch
verband
Ihr
Leib,
so
heißt
es,
wird
Natha
Labea
genannt.
Mit
diesen
letzten
Worten
brach
der
Zauber
in
sich
zusammen.
Der
Brunnen
schob
seine
altgewohnte
Fontäne
nach
oben,
und
mitten
in
ihm
stand
Wykon,
die
Arme
immer
noch
nach
oben
gerichtet.
Es
dauerte
einige
Sekunden,
bis
er
begriff,
daß
es
vorbei
war.
Dann
ließ
er
die
Arme
sinken
und
lief
auf
den
Brunnenrand
zu.
Dort
erwartete
ihn
der
Zauberer,
der
ihm
die
Hand
reichte.
Wykon
stieg
über
den
Rand.
"Ich
glaube,
ihr
habt
mir
einiges
zu
erzählen,
Eiskrieger"
sprach
ihn
der
Zauberer
an.
Wykon
schaute
in
dessen
Augen,
und
zum
erstenmal
hielt
er
seinem
Blick
stand.
Der
Krieger
nickte.
Beide
schauten
sich
um.
Die
Niorus
gingen
ihrer
Lieblingsbeschäftigung
nach,
als
ob
nichts
gewesen
wäre:
Sie
aßen.
Nahe
der
Tür,
durch
die
sie
die
Halle
betraten
wurde
ihnen
ein
Lager
hergerichtet.
Matten
aus
Bast
und
grobe
Decken
gegen
die
Kälte
wurden
für
sie
bereitgelegt.
Wykon
und
Okyron
machten
es
sich
bequem
und
nahmen
etwas
von
den
Früchten
zu
sich.
Sofort
kehrte
auch
neue
Energie
in
Okyrons
Körper
zurück,
denn
er
aß
jetzt
zum
erstenmal
von
den
Früchten.
Dann
begann
Wykon
zu
erzählen.
Von
seiner
Aufgabe
den
Sternkristall
zu
finden
um
Ariman
aus
den
Klauen
von
Eis
und
Kälte
zu
befreien.
Er
erzählte
von
Natha
Labea,
der
einzigen
Frau,
die
er
je
geliebt
hatte
und
welche
nun
die
Trägerin
des
Sternkristalls
sein
sollte.
Auch
schilderte
er
das
plötzliche
Verschwinden
der
schönen
Frau.
Was
er
nicht
erwähnte
war
Druwisrizza,
der
Zirkel
der
Druvis,
durch
welchen
man
sich
unsichtbar
machen
konnte
und
welchen
er
mit
sich
führte.
Als
Wykon
nach
Stunden
geendet
hatte,
ohne
daß
er
durch
Okyron
unterbrochen
worden
war,
wurde
er
sehr
müde.
"So
haben
wir
den
gleichen
Weg
mein
Freund.
Euer
Sternkristall
ist
auch
meine
Bestimmung,
und
es
soll,
so
scheint
es,
meine
Aufgabe
sein,
euch
zu
helfen.
Die
Götter
alleine
wissen,
warum.
Legt
euch
nun
nieder
und
schlaft!"
Mit
diesen
Worten,
begleitet
von
einer
Handbewegung,
legte
der
Magier
einen
leichten
Schlafzauber
über
Wykon,
und
der
Schlaf
nahm
den
Krieger
traumlos
auf.
Kurz
darauf,
ebenfalls
auf
sein
Lager
gebettet,
gab
Okyron
mit
der
ihm
eigenen
Bewußtheit
schließlich
dem
in
seinem
Inneren
langsam
gewachsenen
Drang,
seine
Lieder
über
die
Augen
zu
senken,
nach.
Sofort
verfiel
er
in
die
schwere
Entspannung,
die
es
ihm
erlaubte,
seinen
Geist
zu
leeren
und
zu
öffnen
für
den
Schlaf.
Seine
Seele
wurde
gerade
wieder
ihrer
eigenen
Fähigkeit
zur
Schwerelosigkeit
gewahr
und
wollte
sich
gerade
verlieren
in
den
süßen
Verlockungen
der
ersten,
hauchfeinen
Traumbilder,
als
ihn
etwas
berührte.
Auf
der
Schwelle
zwischen
Traum
und
Wirklichkeit
für
ewig
scheinende
Sekundenbruchteile
gebannt,
stieg
in
seinem
Innern
eine
formlose
Frage
auf.
Doch
seine
äußeren
Sinne
konnten
sich
an
einen
Kontakt
vor
dieser
kurzen
Ewigkeit
nicht
erinnern
und
so
verfiel
Okyron
hilflos
in
eine
seelische
Schwerelosigkeit,
in
ein
labiles
Gleichgewicht
zwischen
Diesseits
und
Jenseits.
Bewegungslos
wartend.
Bewußtlos
auf
der
Lauer.
Okyron
sprang
auf!
Wieder
hatte
ihn
etwas
berührt,
doch
nicht
an
seinem
Körper,
sondern
in
seinem
Geist!
Jemand
hatte
versucht,
sich
Eintritt
in
seine
innere
geheime
Welt
zu
verschaffen.
Augenblicklich
setzte
er
die
lange
geübten
Abwehrzauber
in
Gang,
während
er
still
in
der
nun
fast
leeren
Halle
stand.
Er
zog
in
wildem
Eifer
alle
Register
seiner
Kunst
und
hätte
ihn
jemand
beobachten
können,
er
wäre
vor
dem
geflohen,
was
er
gesehen
hätte:
Wilde,
bunte
Lichter
umsirrten
plötzlich
den
Kopf
des
starren
Mannes,
durchwoben
von
einem
blaßgrünen
halbkugelförmigen
Feld.
Seine
geschlossenen
Lider
wurden
von
grellweißen
Funken
und
kurzen
bläulichen
Blitzen
durchdrungen,
und
seine
Gestalt
hob
sich
mit
wehender
Robe
eine
gute
Spanne
weit
über
den
Boden,
und
es
schien,
als
würde
er
von
innen
heraus
zu
leuchten
beginnen,
dem
Takt
eines
unbekannten
Pulses
folgend.
Doch
noch
bevor
seine
sich
ständig
steigernde
Abschirmung
ihr
furioses
Ende
und
die
Temperatur
in
der
Höhle
durch
den
Ausbruch
weiterer
magischer
Energien
ein
unerträgliches
Maß
erreicht
hatte,
erscholl
wieder
der
Ruf.
"Okyron
Scheccajomm
Alris!"
schien
eine
chorhafte
Stimme
sanft
zu
singen.
"Folge
deinem
Schicksal,
durch
das
wir
auf
dich
aufmerksam
wurden
-
wie
sagten
wir
bereits?
-
Mit
Eile!
Das
Stundenglas
der
Zeit
verrinnt
unaufhörlich
und
alle
anderen
sind
ungeduldig.
Sieh
in
uns,
und
dann
geh!"
Okyron
stand
wieder
fest
auf
dem
felsigen
Untergrund.
Alle
Magie,
in
deren
Macht
und
Stärke
er
sich
hatte
hineinsteigern
wollen,
war
versiegt
wie
der
Regen
nach
einem
kurzen
Gewitter
in
lehmigem
Boden
verschwindet.
Alles
war
hinfortgeschwemmt,
schien
nie
geschehen.
Langsam,
fast
andächtig
schritt
er
vorbei
an
dem
im
Schlaf
laut
atmenden
Wykon,
hin
zum
Brunnen
des
Lebens.
Jeder
Schritt
war
für
ihn
eine
Offenbarung,
jede
Berührung
seiner
Füße
mit
dem
Untergrund
eine
Lektion,
jeder
weitere
Moment
mit
dem
Licht
der
grünlich
schimmernden
Quellfontäne
in
den
glänzenden
Augen
das
Paradies.
Denn
dies
war
die
Wirkungsstäte
eines
der
Alten
Völker
jenseits
der
Zeitenschranke...Der
Brunnen
stammt
aus
ihrer
Hand
und
enthält
etwas
Lebendiges...Ein
verlorengegangenes
Volk
wollte
einen
Teil
seiner
Seele
retten...Vor
dem
Untergang,
dem
die
Große
Dunkelheit
folgte...Wollte
bewahren,
um
bewahren
zu
können...Opfervoll
retten,
um
letztendlich
zu
obsiegen..!
Okyrons
weiter
Geist
fing
alles
ein,
was
ihm
zuschwebte
an
Wissen,
bis
er
selbst
seine
Grenzen
zu
verspüren
begann.
Denn
er
empfing
keine
Worte,
keine
Informationen
oder
Bilder,
ihm
wurde
gelebtes
Leben
anderer
Wesen
zuteil
in
vielfach
verschiedener
Weise.
Und
jedes
war
für
sich
unbedeutend,
ergänzte
aber
im
Zusammenhang
einen
Teil
zum
anderen.
"Endlich!
Verstehen!"
Wykon
fühlte
sich
unsanft
geschüttelt.
Zuerst
fragte
er
sich,
wieso
sein
treues
Schlachtpferd
so
zu
schaukeln
begann,
mitten
in
der
Schlacht.
Er
sah
nach
unten
und
mußte
feststellen,
daß
er
über
Wasser
ritt.
Dann
begann
er
zu
fallen.
Er
erwachte
blinzelnd
unter
des
Magiers
hastigen
Worten
"Schnell,
beeilt
Euch.
Es
ist
soweit!"
"Wieweit?"
fragte
Wykon
schlaftrunken,
und
begann
sich
langsam
und
mit
Hingabe
den
Sand
aus
den
Augen
zu
reiben.
Anschließend
streckte
er
sich
ausgiebig.
Dann
erst
fiel
ihm
ruckartig
ein,
wer
er
war
und
was
alles
passiert
war.
"Was
meint
ihr?"
Dem
Zauberer,
der
jetzt
seine
Kapuze
tief
über
den
Kopf
gezogen
hatte,
ermangelte
es
an
der
Fähigkeit
den
gigantischen
Zuwachs
an
Wissen
und
Erfahrung
in
kurzen
Sätzen
zu
beschreiben,
weshalb
er
sagte:
"Tut
das,
was
Ihr
jetzt
am
besten
tun
solltet.
Bewegt
Euch
nicht!"
Und
während
er
mit
seinen
langen,
schmalen
Fingern
alte
Zeichen
zwischen
den
beiden
in
die
Luft
zu
malen
begann
und
die
Luft
mit
einem
leisen
Sirren
und
Summen
zu
antworten
schien,
ergänzte
er
sich
mit
vor
Konzentration
tonloser
Stimme:
"Und
wundert
Euch
nicht!"
Zuerst
flimmerte
alles
wie
heiße
Luft
über
einem
Lagerfeuer.
Sogar
der
Brunnen
mit
dem
grünen
Wasser
flackerte
wie
die
übrigen
Höhlenwände.
Nur
der
Zauberer
blieb
normal.
Instinktiv
blickte
der
Krieger
an
sich
herunter,
aber
es
war,
wie
er
erleichtert
bemerkte
alles
fest
und
klar.
Dafür
begann
der
Felsuntergrund
zu
verschwimmen,
als
würde
er
sich
verwandeln
wollen.
Wykon
beschlich
plötzlich
und
unerklärlich
das
Gefühl,
gleich
aus
größerer
Höhe
in
Wasser
zu
fallen,
aber
der
Boden
löste
sich
beruhigend
in
das
selbe
hellgraue
Nichts
auf,
wie
alles
sonst
drumherum
auch.
Außer
Okyron.
Okyron
Sheccajomm
Alris,
der
südlich
der
Zwergenfesten
auch
Talésyn
genannt
wurde,
warf
seinen
Geist
weit
aus.
Er
kannte
die
Richtung
und
die
Entfernung,
war
jedoch
noch
nie
auch
nur
in
der
Nähe,
des
ihm
als
Ziel
ihres
Sprungs
angegebenen
Ziels,
gewesen.
Er
tastete
mit
unsichtbaren
Fingern
entfernte
Gebiete
nach
einem
Halt
für
den
magischen
Anker
aus,
den
er
trotz
allem
noch
benötigen
würde.
Was
vor
Wochen
noch
unmöglich
gewesen
wäre,
bereitete
ihm
nun
nur
kleinere
Schwierigkeiten,
denn
durch
die
ganzen
Geschehnisse
war
seine
Macht
gewaltig
angewachsen.
Üblicherweise
mit
Hilfe
von
Büchern
und
Schriftrollen
erweitert,
hatte
sein
innerstes
Wesen
auf
eine
neue
Art
an
Qualität
gewonnen:
Durch
das
Durchleben
bedrohlicher
Situationen,
welche
ihn
wirklich
forderten.
Die
Lebensgefahr
hatte
das
Leben
selbst
aus
ihm
herausgepellt,
als
hätte
alles
in
ihm
nur
darauf
gewartet,
und
ihn
auf
eine
ebenso
seltene
wie
seltsame
magische
Weise
erneuert.
Ein
ihm
bis
dahin
völlig
unbekannter
Bestandteil
seines
Unterbewußtseins
hatte
das
von
selbst
entdeckt,
was
er
schon
so
lange
begierig
gesucht
hatte:
Das
Geheimnis
des
Alterns.
So
hatte
er
sich
selbst
verjüngen
und
stärken
können
vor
dem
Kampf
mit
den
Zerenies,
wohlwissend,
daß
er
anderweitig
seinen
Lebenshauch
der
Welt
gar
übergeben
hätte.
Doch
dabei
war
noch
etwas
anderes
geschehen:
Wie
einer
Blase
aus
abgeschirmten,
versiegelten
Erinnerungen
entstiegen,
konnte
er
plötzlich
Zugriff
nehmen
auf
verdrängtes
Wissen
und
verworfene
Erfahrungen.
Naléé.
Zauberwesen
und
Frau
zugleich.
Mehr
als
die
Götter
gewöhnlich
gewähren.
Er
mußte
sie
wiedersehen.
Er
spürte
sie
fast.
-
Doch
nun
zuerst
zu...
Plötzlich
aufkommende,
schwarze
Blitze,
durchzuckten
das
nun
schattig
gewordene
Grau,
welches
dadurch
den
Eindruck
eines
unendlich
tiefen
und
weiten
Raumes
erweckte,
in
deren
Mitte
sie
sich
nun
befanden.
Dieser
Zauberer
kniete
noch
immer
halb
über
Wykon
und
fuchtelte
mit
den
Händen
hin
und
her.
Gerade
wollte
er
sich
fragen,
ob
er
nicht
vielleicht
doch
noch
träumte,
als
er
einen
Geruch
wahrnahm
ähnlich
dem
von
verdorbener
Milch.
Kurz
darauf
schien
alles
um
die
beiden
herum
aufzuplatzen
wie
eine
Eierschale,
so
als
hätte
die
Welt
Risse
bekommen,
die
sich
beständig
ausweiteten.
Er
unterdrückte
den
Impuls,
erschrocken
aufzuspringen
und
sah
zu,
wie
hinter
dieser
unwirklichen
Schale
die
Silhouette
eines
hohen
weißen
Turmes
sichtbar
wurde,
inmitten
von
Nacht
und
halb
den
vollen
Mond
verdeckend.
Schließlich
verschwand
jeglicher
Rest
von
Grau
und
auch
der
unangenehme
Geruch
wurde
von
einer
frischen
Brise
davongetrieben,
die
den
Duft
des
Waldes
in
sich
trug.
So
lag
Wykon
plötzlich
in
unberührtem
Schnee
und
blickte
dem
erschöpft
wirkenden
Magier
fassungslos
ins
Gesicht.
Doch
dieser
nickte
nur
bedeutungsvoll
schweigend,
so
als
wollte
er
sagen:
"Ja,
es
stimmt,
was
ihr
seht.
Wir
sind
wirklich
wie
im
Fluge
gereist!"
Die
Männer
sahen
von
ihrem
Platz
aus,
es
war
inmitten
einer
Senke
und
nicht
weit
eines
kleinen
Waldes,
die
Silhouette
des
Turmes.
Nur
schwer
konnte
man
die
Besonderheit
dieses
Gebäudes
erkennen.
Er
bestand
vollig
aus
Eis.
Erstaunt
schauten
sich
beide
an.
"Was
mag
das
wohl
für
ein
seltsamer
Ort
sein?"
stellte
Wykon
die
Frage
an
den
Zauberer.
"Ich
weiß
es
nicht.
Doch
darin
verbirgt
sich
etwas
ungewöhnliches.
Ich
weiß
nicht
ob
es
mich
fürchtet.
Ich
flehe
euch
an,
senkt
eure
Stimme."
hauchte
er
seine
Antwort
hervor.
Wykon
wollte
dem
graugewandeten
Magier
leise
ins
Ohr
flüstern,
daß
er
nun
erst
einmal
die
Lage
auskundschaften
würde,
aber
dieser
wich
so
erschreckt
zurück,
als
er
ihm
nahekam,
daß
Wykon
sich
zu
fragen
begann,
ob
diesen
Mann
bei
aller
Macht
nicht
auch
Ängste
plagten.
So
erklärte
er
es
ihm
mit
Hilfe
von
Gesten
und
bekam
ein
knappes
Nicken
als
Antwort.
Dann
ließ
er
ihn
allein,
schlich
näher
Richtung
Turm
und
spähte
vorsichtig
umher.
Der
schweigsame
Zauberer
begriff,
daß
dies
nun
Wykons
Teil
zu
werden
schien.
Nun
gut,
sollte
er
sich
austoben.
Wie
es
seiner
Natur
eben
entsprach.
-Aber
die
geplante
Abfälligkeit
in
seinen
Gedanken
ließ
sich
nicht
lange
aufrecht
erhalten.
In
Wirklichkeit
erkannte
Okyron
immer
mehr,
daß
Einfachheit
auch
Klarheit
bewirkt,
im
Geiste,
wie
in
der
Tat.
Und
auch
ahnte
er,
daß
sie
in
Wahrheit
mehr
gegen
die
Zeit
anzukämpfen
hätten,
als
gegen
sonstige
Gegner.
"Das
ist
überhaupt
die
große
Frage.
Bis
jetzt
habe
ich
mehr
Rätsel
vernommen,
als
Gegner
erblickt.
Die
Zerenies
zählen
hierbei
nicht,
waren
sie
doch
nur
zufällig
aufgetaucht.
Aber
wer
sind
unsere
Feinde,
wer
hat
einen
Vorteil
davon,
dieses
ehemals
blühende
Land
mit
einer
Eiskruste
überwuchert
zu
sehen?
Wer
versteckt
diesen
Goldenen
Sternkristall,
der
noch
nirgends
beschrieben
worden
ist,
und
wer
entführte
diese
Frau?
-Die
Häscher
ihres
Vaters
offensichtlich
nicht,
es
sei
denn
sie
verwendeten
einen
Turm
aus
kaltgrausamen,
gläsernem
Eis
viele
Meilen
von
ihrem
Heimatland
entfernt
als
Gefängnisanlage.
-Wohl
kaum!
Und
noch
mehr
Rückschlüsse
erlaubt
mein
eigenes
Schicksal
dem
sterblichen
Sucher,
denn
oft
weist
die
Art
der
Erfordernisse
die
Richtung
künftiger
Ereignisse.
Da
ich
selbst
als
wichtig
angesehen
werde,
woran
der
Ruf
keinerlei
Zweifel
aufkommen
läßt,
werde
ich
entsprechend
meinen
Fähigkeiten
auch
gebraucht
werden,
was
entsprechende
Vorbereitungen
unerläßlich
erscheinen
läßt,
was
wiederum
Zeit
erfordert,
welche
nicht
gegeben
ist!
-Ein
Dämonenzirkel!"
Der
hagere
Mann
wurde
in
seinen
Gedanken
durch
das
plötzliche
Herantreten
eines
dunklen
Schattens
gestört.
Schon
glomm
seine
rechte
Hand
leicht
auf,
als
er
eine
bekannte
Stimme
vernahm:
"Nicht!
Ich
bin
wieder
da!"
gab
Wykon
sich
zu
erkennen.
Dann
berichtete
er,
was
er
gesehen
hatte.
"Kaum
war
ich
aus
der
Senke
herausgetreten,
sah
ich
auch
schon
einen
Mann
postiert
vor
einem
kleinen
Tor.
Es
scheint
der
einzige
Eingang
in
den
Turm
zu
sein.
Die
Wache
war
bewaffnet
und
das
nicht
schlecht."
"War
bewaffnet?"
Okyron
schaute
den
Krieger
auf
Antwort
wartend
an.
"Nun,
rechterseits
des
Turmes
befindet
sich
eine
kleine
Buschreihe.
Hoch
genug
einen
geschickten
Krieger
zu
verbergen
und
nahe
genug
für
einen
guten
Schuß.
Der
Mond
stand
gut
und
somit
war
es
ein
Leichtes";
dabei
schaute
er
auf
seine
Armbrust.
"Übrigens
strahlt
der
Turm
eine
unnatürliche
Kälte
aus",
ergänzte
Wykon
seine
Erzählung.
"Doch
erklärt
mir,
warum
wir
hier
sind
und
was
es
mit
diesem
Eisturm
auf
sich
hat?"
Wykons
Fragen
schlugen
hart
auf
des
Zauberer
gespannten
Nerven.
Wiederum
mit
leiser
Stimme
und
nicht
ohne
daß
man
merkte,
wie
nervös
er
wurde,
anwortete
ihm
der
Zauberer:
"Warum
wir
hier
sind,
werden
wir
sicherlich
bald
erfahren.
Doch
dafür
brauche
ich
Ruhe
und
Zeit
zum
Nachdenken.
Um
beides
bitte
ich
Euch
nun."
Wykon
setzte
sich
in
den
Schnee,
zog
sein
Schwert
und
wartete.
Während
der
nachfolgenden
Stille
tropfte
etwas
kaum
Greifbares
Okyrons
Geist
hinauf,
da
er
das
unmittelbare
Gefühl
hatte,
nun
im
Besitz
fast
allen
nötigen
Wissens
zu
sein,
um
das
Rätsel
zu
lösen.
Doch
zumindest,
so
überlegte
er,
wußte
er
doch,
wie
er
es
sich
beschaffen
könnte.
-Da
platzte
wie
eine
imaginäre
Seifenblase
eine
Idee
in
seinen
Schädel
hinein
und
es
brachen
die
Dämme
des
Nichtverstehens
wie
die
Sandwälle
einer
Kinderburg
bei
Springflut!
Rasend
schob
sich
die
Erkenntnis
Treppe
um
Treppe
hinauf,
um
am
Ende
der
letzten
Drehung
ein
Feuerwerk
in
seinem
Geist
zu
entfachen.
Nichts
konnte
ihn
so
erregen,
wie
eine
solche
Vision!
Er
sprang
auf.
"Schnell!
Rettet
Eure
Geliebte.
Sie
befindet
sich
oben
im
Turm.
Ich
bleibe
hier
und
bereite
die
Flucht
vor!"
Selten,
aber
wahr:
Selbst
manche
Zauberer
finden
die
richtigen
Worte,
wenn
wirkliche
Gefahr
im
Anzug
ist.
Fortsetzung
folgt...
erschienen
ab
Mai
1995
als
Fortsetzungsgeschichte
im
Stadtmagazin
"Subway
3
C"
Patrick
Haselbach
und
Michael
Frohnhöfer
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