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Vorgeschichte des Schwertmagiers TayFun
nay
Benoryn,
so
sollte
sein
Name
sein. Thaíyuphùlon steht in der alten Sprache der Südländer für "Gerechter Krieger", wurde aber schnell verkürzt zu TayFun, nay bedeutet soviel wie "vom" und Benoryn heißt nichts anderes als "Zauberpfad", denn an einem Weg solchen Namens war er gezeugt worden. Aber es wußte längst niemand mehr, wofür dieser Name stand, noch warum er ihn verdiente. Auch Wege haben ihre Geschichte, vor allem wenn sie in Wirklichkeit verborgene uralte Kraftlinien sind, derer sich einst die Magier der Altvorderen bedient hatten... TayFuns Mutter, die Heilerin Eleona, wurde aus eben diesem Grunde auf eben diesem Wege mit einem mächtigen Zauber belegt, dem ältesten Zauber aller Welten: dem Liebeszauber. Der unsterbliche Koboldfürst Yaffir-Inoyn-Tac (Vater von 3852 Kindern und "Halbkindern", sog. Bolden) und Stifter vieler Kriege und tragischer Unglücke hatte sich in sie verguckt und leichtsinnig die träge fließenden Alten Kräfte des Benoryn zweckentfremdet für einen kurzen Augenblick höchsten Glücks. Doch als Yaff, der Grüne Alp (auch bekannt als der Schrecken aller Jungfrauen mit Fenster) ihrer sofort darauf wieder leid geworden, verschwand, wirkte der Zauber noch nach und die Verknüpfung des Magiestroms wurde in der gedankenlosen Art der Kobolde nie beendet. So geschah es also, daß noch bis zur Geburt des vaterlosen Kindes (seine Mutter konnte sich an das Erlebte glücklicherweise nicht mehr erinnern) Magie und Zauberei und Alte Kräfte unkontrolliert und zügellos das Wachstum des kleinen Kriegers begleiteten. Zuerst normal herangewachsen bemerkte TayFun seine Besonderheit erst mit dem Einsetzen der Pubertät, denn auf einmal geschah in seiner Umgebung gar Seltsames: Starrte er gedankenverloren irgendwelche kleinen Dinge an, so konnte es geschehen, daß sie plötzlich, wie in Luft aufgelöst, verschwanden, und sich erst Tage später an einem ganz anderen Ort (oder auch gar nicht mehr) wiederfanden. Einmal wollte er einem Kameraden helfen, der in einen Fluß gefallen war, und plötzlich lag dieser zappelnd, aber staubtrocken wieder am Ufer. Tiere flohen manchmal ganz plötzlich und unvermittelt panikartig vor ihm, als wäre er ein Erdbeben oder ein Waldbrand. Dann schoß er beim Üben einen Pfeil so hoch er konnte senkrecht in die Luft und dieser kehrte nie mehr zurück. Dies alles beängstigte ihn allerdings keineswegs, er empfand es lediglich als sehr befremdend und ärgerte sich oft über seinen mangelnden Einfluß. Alle im Dorf aber mieden ihn und wäre seine Mutter keine so wichtige Heilerin gewesen, wäre manche Drohung verängstigter Mitbewohner auch ausgeführt worden. So aber tröstete man sich immer wieder mit der Erklärung von TayFuns Mutter, daß einem Jungen kurz vor dem Mannesalter schon einmal seltsame Dinge geschehen können. Doch schließlich verstrich Jahr um Jahr, in denen die merkwürdigen Geschehnisse sich zwar nicht häuften, aber immer intensiver wurden. Als er schließlich einem Jungen beim spielerischen Wettringen schwere Brandblasen zufügte, nur indem er ihn packte und nachdem während der darauffolgenden Anhörung vor dem Ältestenrat er selbst seine Gestalt vor aller Augen in einen ganz anderen Jungen verwandelte, hatte für alle Beteiligte der Spaß ein Ende. TayFun wurde unter Arrest genommen, obwohl er schwor, keinerlei Einfluß darauf zu haben, es nicht kontrollieren zu können, und währenddessen der Rat des entfernten berühmten Weisen Dywenyon aus Sud Thermis eingeholt. Dieser riet, ihn von den Soldaten des Königs anwerben zu lassen, denn dort würde man ihn auf andere Gedanken bringen, er wäre ständig unter Beobachtung und auch von tatkräftigen Männern umgeben, die ihn und andere zu schützen vermochten.So machte sich TayFun nay Benoryn auf den Weg nach Mithoria, wo er sich dem Militär einverleiben wollte, doch er passierte dabei einen anderen Alten Pfad und als er des Morgens auf seinem Lager in der unmittelbaren Nähe des Weges erwachte, fand er sich auf einem Strohhaufen nahe dem Flimmermoor wieder. Zuerst sehr irritiert über den magischen Ortswechsel, beschloß er, nicht mehr Spielball dieser seltsamen Kräfte zu sein, sondern sie entweder los oder ihrer Herr zu werden. So reihte er sich zunächst im Vertrauen auf den Rat des Weisen ins Heer König Dahebs ein und ganze zwei Jahre war er wirklich vollauf beschäftigt, ein passabler Krieger zu werden und gleichzeitig seine wahre Heimat Maaruun zu verschweigen. Er wurde nach Mut- und Kampfproben Bruder des geheimen Kriegerordens Cohmyar, deren Zeichen der (tätowierte) Augenstein ist. Dieser ist das Symbol für das Ideal des alle Gefahren und alles Ungerechte erkennenden Kriegers, der die Gerechtigkeit verteidigt (wohlgemerkt nicht das gesetzmäßige Recht, denn sie sind keine Ritter, sondern nur ein Kriegerbund). Die Ziele des Ordens sind die gegenseitigen Hilfeleistungspflichten bei gerechtfertigtem Anlaß und vor allem die Suche nach einem fairen Ausgleich ungerechter Behandlungen durch die Obrigkeit (z.B. Ausnutzung und Verheizung treuer Gefolgsleute, was schon zu Racheakten im Sinne der Gerechtigkeit geführt haben soll). So anerkannt fühlte sich TayFun immer sicherer in seiner Kriegerrolle und vergaß sogar stellenweise seine alte Heimat. Und siehe da, nichts geschah mehr und er trug sich in der Hoffnung, daß alles so bleiben könnte, obwohl er in der Tiefe seines Herzens davon überzeugt war, nicht eigentlich zum Soldaten berufen zu sein, sondern mehr zum Herrn dieser ganz besonderen und einzigartigen Wilden Magie. Manchmal ertappte er sich dabei, wie er sich selbst Kampfsituationen ausmalte, nur so für sich, in denen er mit Schwert und Magie blutige Reihen in ein Monsterheer schlug und zauberte. Seine Rechte führte eine halblange, schmale Schwertklinge aus Silber und zerbarst Fleisch und Knochen, so hackte und hieb er auf seine unzähligen Angreifer ein. Seine Linke dagegen schützte ihn mit einer kreisenden Handbewegung, aus der ein bläulich schimmerndes Schild entstand, doch nur, um im nächsten Augenblick scharlachrote Feuersbrünste zu gebären. -Aber er hielt das für überhebliche Jungenträume und ignorierte sie. Bis schließlich, auf seinem Weg zu dem König der Zwerge, ausgesandt von König Daheb persönlich und mit einer geheimen Botschaft versehen, wieder einmal die Alten Kräfte ihn willenlos überfielen und er zweimal kurz hintereinander in der selben Nacht ohne eigene Einwirkung den Ort wechselte, diesmal allerdings ganz in seinem Sinne hin und zurück. Da reichte es ihm und er schwor beim Blut der Götter, diese Magie zu bezwingen. Koste es, was es wolle!
Beschreibung: -
große,
rundliche
moosgrüne
bis
türkisfarbene
Augen
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