Weiber
am
Pranger
Ruppig
und
fröhlich
geht
es
beim
Mittelaltermarkt
im
Volkspark
zu
von
Heidelore
Kruse
"Hängt
den
Kerl
auf',
fordert
der
Vogt.
Das
"Volk"
skandiert
jubelnd
"oh
ja,
oh
ja".
Tatsächlich
ist
über
einen
Ast
im
Kaiserslauterer
Volkspark
ein
dickes
Seil
geschlungen,
und
Minuten
später
"baumelt"
der
Reliquiendieb.
Natürlich
nur
zum
Schein.
Bei
seiner
öffentlichen
Rechtsprechung
macht
der
"Herr"
nicht
viel
Federlesens
mit
dem
versammelten
,,Bauernpack".
Zwei
keifende
Weiber,
die
sich
gegenseitig
der
Milchverwässerung
beschuldigen,
finden
ihre
Hände
und
Hälse
ruckzuck
im
Pranger
wieder.
Ruppig
geht
es
auch
beim
Kampf
um
ein
begehrtes
Lehensrecht
zu.
Da
dreschen
ein
paar
adlige
Herren
in
Kettenhemden
mit
mächtigen
Schwertern
so
lange
aufeinander
ein,
bis
einer
nach
dem
anderen
zu
Boden
sinkt.
Doch
nicht
nur
von
seiner
brutalen
Seite
zeigt
sich
das
Mittelalter
beim
"l.
Legendären
Mittelaltermarkt"
in
Kaiserslautern.
Von
gelegentlichen
kämpferischen
Auseinandersetzungen
abgesehen,
erlebt
der
Besucher
ein
eher
friedliches
Zeitbild.
Wer
bereit
ist,
Zeit
und
Raum
für
eine
Weile
hinter
sich
zu
lassen,
kann
heute
noch
auf
dem
weitläufigen,
mit
Stroh,
Zelten
und
Buden
stimmungsvoll
verwandelten
Gelände
ein
Zipfelchen
jener
längst
vergangenen
Epoche
ergattern.
In
hohen
Tonbechern
bleibt
der
Gerstensaft
auch
bei
hochsommerlichen
Temperaturen
so
herrlich
kühl,
daß
keiner
dem
gewohnten
Henkelglas
nachtrauert. Der
saftige
Braten
vom
Spanferkel
kommt
samt
Sauerkraut
auf
ein
für
Stück
Fladenbrot,
und
auch
für
den
knusprig
gegrillten
Fisch
braucht
es
keinen
Teller.
Als
Zugeständnis
an
unsere
verfeinerten
Tischmanieren
gibt
es
ein
Gäbelchen
aus
dünnem
Holz
und
eine
Serviette
aus
Papier.
Wer
Abfalleimer
sucht,
findet
statt
dessen
geräumige
Weidenkörbe.
Wenn's
ans
Bezahlen
geht,
fordern
die
Händler
und
Wirte
"Silberlinge",
Papiergeld
nehmen
sie
als
"Schuldverschreibungen"
eher
geringschätzig
entgegen.
Mit
Knappenturnieren,
Bogenschießen
und
Axtewerfen
gehören
die
Nachmittagsstunden
ganz
den
Kindern.
Am
Abend
treiben
dann
die
Feuerspucker
ihr
flarnmendes
Spiel.
Nicht
nur
ausgiebiges
"Handgeklapper"
belohnt
die
feurigen
Männer.
Pech
ist,
daß
ihnen
ein
diebischer
Hund
das
Körbchen
mit
den
Silberlingen
stibitzt.
Noch
einen
Hauch
stimmungsvoller
wird
es
mit
der
Dämmerung.
Jetzt
tauchen
Fackeln
und
Öllampen
den
Marktplatz
in,
sanftes
Licht
und
beleuchten
mit
flackerndem
Schein
auch
den
Tanz
der
feurigen
"Sarazenin"
und
ihre
Musikanten.
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