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in
Lexikon
mittelalterlicher,
möglichst
historisch
belegter,
Redewendungen
braucht
etwas
Fleiß,
Geduld,
eine
gemütliche
Bücherecke
und
einen
Bekanntenkreis
an
Gleichgesinnten.
arum
möchten
wir
Euch
auch
um
Hilfe
bitten
bei
der
weiteren
Ausgestaltung
dieses
Services.
Wenn
Ihr
eine
interessante
belegte
Redewendung
kennt,
so
laßt
sie
uns
bitte
zukommen...
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ausbaden
(etwas
ausbaden
müssen) |
In
den
wenig
zimperlichen
Zeiten
des
Mittelalters
wurde
nämlich
das
Badewasser
in
den
Holzzubern
mehrfach
verwendet.
Der
letzte
Badende
in
der
Kette,
natürlich
der
am
wenigsten
previlegierte,
mußte
mit
dem
schmutzigen
Wasser
seiner
Vorgänger
vorlieb
nehmen
und
es
ausbaden. |
ausfressen
(etwas
ausgefressen
haben) |
Dieser
Begriff
weist
auf
den
alten
Rechtsbrauch
der
"Hauswüstung"
hin.
Wollte
ein
Schuldner
nicht
zahlen,
so
konnte
ihm
eine
"Partialwüstung"
drohen,
d.h.
mittels
Zwangseinquartierung
von
"Fressern"
wurden
ihm
alle
Vorräte
genommen,
bis
er
entweder
zur
Zahlung
bereit
war
oder
Haus
und
Hof
verlassen
mußte.
Diese
Praxis
wurde
im
Mittelalter
häufig
angewendet. |
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conspiratio,
Konspirateur |
lat.
die;
Gruppe
von
Konspirateuren,
Verrätern
der;
-s,-e
Teilnehmer
an
einer
politischen
Verschwörung,
an
einem
Komplott,
Verräter |
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| Fensterbank |
Verkümmerter
Überrest
der
Fensternischen
in
Burgen,
in
denen
tatsächlich
Bänke
installiert
waren. |
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Hohe
Kante
(etwas
auf
die
hohe
Kante
legen) |
Die
wohlhabenderen
Burgbewohner
früherer
Zeiten
taten
das
immer
vor
dem
Schlafengehen:
Ihre
Betten
hatten
meist
einen
Himmel,
auf
dem
sie
ihre
Wertsachen
ablegten. |
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Kuhhaut
(Das
geht
auf
keine
Kuhhaut) |
Tierhäute
wurden
oft
als
Schreibuntergrund
verwendet. |
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| LEGENDE |
Der
Begriff
'Legende'
kommt
aus
dem
Lateinischen
von
legenda
(legere,
Gerundivum),
was
soviel
bedeutet
wie
"die
zu
lesenden
Stücke".
Eine
Legende
ist
eine
erbauliche,
vorbildhafte
und
oft
auch
unterhaltende
Lebensgeschichte
eines
Heiligen,
die
an
dessen
Namenstag,
einem
festgelegten
Tag
im
Kirchenjahr,
in
den
Kirchen
vorzutragen.
Den
Ursprung
hat
die
Legende
höchstwahrscheinlich
aus
dem
antiken
Griechenland,
denn
als
das
Christentum
an
die
Macht
kamen,
waren
die
alten
Mythen
und
Sagen
von
Helden
und
Göttern,
wie
es
sie
im
antiken
Griechenland
gegeben
hatte,
nur
noch
'Gute-Nacht-Geschichten'
und
irgendwie
mußte
man
diese
Lücken
füllen.
Deshalb
haben
viele
Legenden
auch
starke
Ähnlichkeit
mit
einigen
griechischen
Mythen,
so
zum
Beispiel
Georgs
Kampf
gegen
den
Drachen
und
Herkules'
Kampf
mit
der
Hydra,
so
auch
der
Riese
Atlas,
der
den
Himmel
auf
seinen
Schultern
trägt,
und
Christophorus,
der
als
Sinnbild
für
die
Last
der
Welt
das
Kind
Jesu
Christi
auf
den
Schultern
trägt.
Dieser
Wechsel
von
Mythen
und
Sagen
zu
Legenden
wird
Remythisierung
genannt.
Die
ersten
Legenden
tauchen
schon
in
der
Bibel,
in
den
Evangelien,
auf,
so
beispielsweise
die
zahlreichen
Geschichten
von
wundersamen
Ereignissen
um
Jesus
herum
oder
als
der
zwölfjährige
Jesus
im
Tempel
ist.
Aber
die
Legende
hatte
ihren
Boom
im
Mittelalter,
so
um
1200.
Zu
dieser
Zeit
lebte
auch
Jacobus
de
Voragine,
der
die
LEGENDA
AUREA
verfasste,
in
der
er
alle
zu
der
Zeit
bekannten
und
anerkannten
Legenden
sammelte
und
nach
dem
Namenstag
des
Heiligen
im
Verlauf
des
Kirchenjahres
ordnete.
Dies
ist
auch
die
größte
und
berühmteste
mittelalterliche
Legendensammlung.
Die
Legende
möchte
ein
belehrendes
Beispiel
in
Lebensführung
und
Tugend
liefern,
was
man
gut
daran
sieht,
daß
die
Heiligen
oft
Märtyrer
waren,
die
für
ihre
Überzeugungen,
eben
die
christliche
Kirche
sogar
gestorben
sind,
und
daß
die
Heiligen
meist
mutig
und
unerschrocken
der
Gefahr
ins
Auge
blicken,
aber
sich
sonst
liebevoll
und
verständnisvoll
armen,
vom
rechten
Weg
abgekommenen
Menschen
helfen.
Selten
wird
in
den
Legenden
Wert
auf
historische
Wahrheit
und
Genauigkeit
gelegt,
meist
sind
nur
einige
Namen
von
Orten,
Kaisern
oder
Königen
als
Ausschmückung
im
Hintergrund
erwähnt,
wie
beim
Heiligen
Sebastian,
in
dessen
Legende
die
Namen
der
Kaiser
Diokletian
und
Maximian
genannt
werden.
Zur
Zeit
der
Aufklärung
mußte
die
Kirche
einige
Legenden
als
unwahr
erklären,
weil
zum
Beispiel
Riesen
wie
Christophorus
nicht
mehr
glaubwürdig
waren.
In
der
Renaissance
waren
Heilige
und
Legenden
für
viele
Künstler
eine
Abbildung
wert,
so
kann
man
zum
Beispiel
im
Kölner
Dom
eine
Statue
des
Christophorus'
sehen.
Die
Etymologien,
die
Wortbedeutung,
vieler
Namen
hat
ihren
Ursprung
ebenfalls
in
den
Legenden,
so
heißt
Christophorus
beispielsweise
'Christusträger'. |
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runterziehen
(Das
zieht
mich
runter) |
Wenn
man
Spitzbuben
besonders
übel
mitspielen
wollte,
wurde
ans
Ende
der
metallenen
Schweineschnautze
der
Schandmaske
noch
ein
schweres
Gewicht
gehängt,
das
den
Träger
dann
ganz
schön
"runtergezogen"
hat. |
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| Tafel
aufheben |
Früher
wurden
nach
Banketten
die
komplette
Tischplatte
von
den
Bediensteten
hinausgetragen
-
ein
Abräumen
wäre
bei
den
damaligen
Tischsitten
(mit
den
Fingern
essen,
kein
Geschirr...)
auch
einfach
zu
umständlich
gewesen. |
türmen
(türmen
müssen) |
Die
Burgbewohner
zogen
sich
bei
Gefahr
in
den
höchsten
Turm
der
Burg,
den
Bergfried,
zurück
-
sie
türmten
also
auch
schon. |
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| Zahn
zulegen |
In
den
Burgküchen
hingen
die
großen
Töpfe
an
gezackten
Eisenschienen,
mit
denen
man
die
Höhe
der
Töpfe
über
dem
Feuer
regulieren
konnte.
Wenn
man
also
früher
einen
Zahn
zulegte,
hieß
das
nicht
wie
heute
nur
beeilen,
sondern
den
Topf
näher
ans
Feuer
hängen. |
| zur
Sau
machen |
Spitzbuben
bekamen
Schandmasken
aus
Metall,
die
Schweineköpfen
nachempfunden
waren,
über
den
Kopf
gezogen
und
wurden
so
durch
die
Stadt
getrieben,
dem
Spott
der
Massen
ausgeliefert. |
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