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PrologDer
alte
Mann
beugte
sich
vor
und
streckte
seinen
rechten
Arm
hin
zum
vertrauten
Tintenfaß,
bis
das
grobe
Leinen
seiner
ausgefranzten
Robe
ihm
unter
der
Achsel
spannte.
Der
helle
Ton,
erzeugt
vom
Abtupfen
des
Gänsekiels
am
Rand
des
gehämmertem
Kupfers,
floh
eilig
durch
das
Deckenloch
über
der
Feuerstelle.
Hinaus,
unter
den
freien
Himmel,
den
kreisenden
Raben
nacheilend,
weg
von
diesem
engen
alten
Turm
inmitten
der
nebeldurchwalkten
Einöde,
welche
den
unbedarften
Reisenden
südöstlich
des
Waldes
jäh
zu
überraschen
vermag.
Aufatmend
lehnte
sich
der
Grauhaarige
zufrieden
zurück
auf
seinem
Schemel
und
streckte
die
Arme
weit
von
sich,
fast
als
wolle
er
Kraft
schöpfen,
um
im
nächsten
Moment
mit
grausiger
Gewalt
herniederzufahren
auf
sein
Werk
und
es
in
einem
Schub
entsetzlichen
Wahns
zu
zerstören.
-Jetzt,
da
er
das
letzte
Zeichen
gerade
sorgfältig
gemalt,
der
Schrift
mit
seinem
Signum
einen
Teil
seiner
Selbst
übereignet
hatte. - Dies war für lange Zeit sein letztes Werk und er wußte es. Und er begann zu lesen, Zeichen für Zeichen, Buchstaben für Buchstaben, und plötzlich sah er alles bildlich vor sich, setzte jener Zauber ein, den er gewirkt, um den er gebangt hatte jede Nacht...
DIE LEGENDE DER LEGENDEDIE
LEGENDE
e.V.
Kaiserslautern
wurde
an
einem
schicksalsträchtigen
achtzehnten
Tage
im
Monat
Oktober
des
Jahres
1994
gegründet.
Sie
soll
allen
an
der
Zeit
des
Mittelalters
Interessierten
und
auch
den
Fantasy-Rollenspielern
ein
Forum
in
der
Westpfalz
zu
bieten,
das
Erfahrungsaustausch
und
gegenseitige
Anregung
fördert.
Mit
ganzen
sieben
Mitgliedern,
der
notwenigen
Mindestzahl
ging
der
Verein
ursprünglich
an
den
Start,
hat
mittlerweile
über
100
Mitglieder
und
seitdem
seinem
Namen
mutig
alle
Ehre
gemacht. Was gab es nicht alles für abstruse Ideen, die aber letztlich ja verworfen wurden zugunsten des Begriffs "LEGENDE". Er steht bereits symbolisch für die beiden Säulen, auf denen der Verein basiert: Die mittelalterliche Kultur und das Fantasy-Rollenspiel. Erstere ist voller Legenden und oftmals stellen sich diese Geschichten aus der Geschichte gar interessanter dar als blanke Jahreszahlen, politische Regierungszeiten oder Kriegsdaten. Das faszinierende am Mittelalter ist für uns das Flair dieser Zeit, das wir uns vorgenommen haben, zu fördern und natürlich auch mit "Leben" zu erfüllen. Doch stand zu Anfang sehr das Fantasy-Rollenspiel im Vordergrund, das oft in mittelalterähnlichen Zeiten gespielt wird, wobei es auch zu legendenhaften Szenen kommt, was nicht weiter verwundert, stammen doch viele Spielerfiguren und "Charaktere" aus Sagen und Legenden oder haben sie zum Vorbild. Mit diesem also glücklich gewählten Namen wurde noch im Dezember desselben Jahres eine erste Vereinspräsentation im Kellergewölbe der ehemaligen "Unze" in der Steinstraße veranstaltet. Ehrengäste waren Herr und Frau Dr. Franke, die Erfinder und Entwickler des ersten deutschen Rollenspiels "Midgard". Ansonsten wurden einige potentielle Interessenten aus dem meist näheren Bekanntenkreis mit einem schönen Schreiben auf marmoriertem Papier geladen, ohne ihnen vorher genau zu sagen, worum es eigentlich gehen würde. So platzte also die Bombe erst unter den überraschten Anwesenden, wovon die meisten spontan beitraten und noch heute Mitglieder sind. Die Vorteile lagen klar auf der Hand: Man hatte die gleichen Interessen, aber es gab keinerlei Organisation, die Informationen verteilt hätte. So sah man sich hier und dort mal zufällig auf einem Mittelaltermarkt, etwa dem zu Ebernburg, doch man hatte dann auch nur stets sehr kurzfristig davon erfahren, kannte kein Programm und konnte keine Gruppenpreise nutzen. Einige interessierten sich für spezielle Aspekte der mittelalterlichen Geschichte, ohne sich mit anderen austauschen zu können und oft suchte man nach einer Rollenspielgruppe oder nach einzelnen Teilnehmern, ohne zu wissen, daß die entsprechenden Personen keine Ahnung davon hatten. Auch stellte sich die Frage, ob denn nicht einmal eine Burg zu mieten wäre, um darin zu feiern und gar zu übernachten, und ob man sich nicht einfach geregelt zum Erfahrungsaustausch treffen könnte. Nun, das alles bot "DIE LEGENDE" und so folgte auf die erste auch bald eine zweite Vereinspräsentation, nach der dann bereits so viele Mitglieder beigetreten waren, daß ein kurzfristiger Aufnahmestop verhängt werden mußte, damit man sich erst einmal untereinander richtig kennenlernen konnte. Seit jener Zeit bekamen alle "Träger der Legende" zunächst jeden zweiten, nun jeden Monat Informationen in Form des Vereins-Rundbriefes "Legendärer Bote". Heute hat die Legende über 100 Mitglieder und die Tendenz bleibt trotz normaler Fluktuation etwa durch Wegzug immer noch stetig steigend. Wenn
ich
mir
die
einstigen
Rundbriefe
so
anschaue,
dann
sehe
ich,
daß
es
schon
gleich
zu
Beginn
kein
Problem
war,
eine
DinA4-Seite
mit
Terminen,
Vereinsaktionen
und
anderen
Informationen
zu
füllen.
Selbst
der
"Bote
0",
der
am
1.
November
´94
versendet
wurde,
also
noch
vor
dem
ersten
Mitgliederschub,
lud
bereits
zu
einem
sehr
lehrreichen
Vortrag
ins
Institut
für
pfälzische
Geschichte
und
Volkskunde,
wo
zu
mittelalterlicher
Thematik,
untermalt
mit
live
gespielter
keltischer
Harfenmusik,
referiert
wurde.
Danach
wurde
eine
Umfrage
unter
den
Mitgliedern
gestartet,
um
die
Gewichtungen
der
Interessen
für
die
weitere
Schwerpunktsetzung
zu
erfahren
und
ständig
weiter
über
Termine
von
Vorträgen
informiert,
bis
es
schließlich
soweit
war: Unter unseren Mitgliedern wurde schnell eine Anlehnung das sogenannte "Luther-Deutsch" üblich, zumindest was Begrüßungen, offizielle Reden und Erklärungen bei Vorführungen angeht. Da fällt schon mal ein sehr förmlich klingendes, aber locker vermitteltes "So seyed mir gegrüßt!" oder zum Abschied ein "Gehabt Euch wohl!" Auch wurde es schnell Sitte, unter Anwesenheit von Publikum sich generell im Plural, also mit "Ihr" und "Euch" anzusprechen. Irgendwann wurde es dann auch nötig, einen Trinkspruch zu erdenken und sogleich wurde der nun schon recht bekannte Ausruf "Auf den König!" eingeführt, der nun bei allen passenden Gelegenheiten immer wieder lautstark und vielstimmig erklingt. Es kann sehr lustig sein, sich gegenseitig mit vollendeter Höflichkeit zu achten und ein "Würdet Ihr in Eurer Güte mir Nichtswürdigem bitte das Salz reichen" wird selten vergebens geäußert werden. Im Gegensatz zu den gewählten Worten an der Tafel stehen manchmal allerdings die Tischmanieren, aber lassen wir das besser... Tja,
und
spätestens
ab
Februar
´95
wurde
dann
wirklich
eine
Eigendynamik
in
Gang
gesetzt,
die
seitdem
immer
mehr
Fahrt
bekommen
hat
und
wohl
kaum
noch
zu
bremsen
ist.
Denn
bereits
im
dritten
"Boten"
wurde
zur
Teilnahme
am
Altstadtfest
Kaiserslautern
aufgerufen,
was
aus
Unsicherheit
heraus
eine
immense
Vorbereitungs-
und
Planungsprozedur
ins
Leben
rief,
die
letztlich
derart
von
Erfolg
gekrönt
wurde,
daß
ich
heute
noch
alle
Mitglieder
selbst
noch
beim
Abbbau
wie
Honigkuchenpferde
strahlen
sehe
vor
Glück
und
Zufriedenheit.
Was
aus
einer
Anregung
des
Verkehrs-
und
Informationsamtes
der
Stadt
Kaiserslautern
entstand,
führte
zu
Begeisterungsausrufen,
Schulterklopfen
und
ehrlicher
Faszination
der
vielen
Besucher
unseres
knapp
100
qm
messenden
Standes,
denn
wir
hatten
wahrlich
etwas
Besonderes
geschaffen: Das Mittelalter konnten wir später ebenfalls auf dem Flughafenfest Ramstein ´95, dem Rheinland-Pfalz-Tag ´96 in Andernach und auch sonst immer wieder zur Geltung bringen. Gleichzeitig begannen wir in ähnlichem Stil mit "mittelalterlich Spektakuli", natürlich aber ohne Stände und Alkoholika, auf vielfältige Anfragen hin Schul- und Kindergarten-Aktionen durchzuführen. Sodenn mußten wir plötzlich Radio-Interviews abgeben, zu Foto-Terminen, etwa für das Titelbild im Magazin "Live" antreten und fanden uns immer wieder in den Berichten der Zeitungen und Stadtmagazine, die großes Interesse an uns und unseren Aktionen zeigten. Gemeinnützige Aktionen in Kindergärten und SchulenWer
hat
sich
nicht
als
kleines
Kind
gewünscht,
einmal
einem
leibhaftigen
Ritter
gegenüber
zu
stehen,
oder
einem
mittelalterlichen
Edelmann?
Wer
hat
nicht
davon
geträumt,
einmal
ein
echtes
Schwert
in
Händen
zu
halten
oder
die
Gewänder
eines
reichen
Kaufmanns
oder
einer
schönen
Hofjungfer
anzuprobieren? Wer möchte, darf selbst ein Schwert in Händen halten oder einmal mit einem englischen Langbogen schießen. In kurzen Szenen aus dem mittelalterlichen Leben und in Fragespielen kann jeder zeigen, was er bereits über das Mittelalter gelernt hat. Unsere Aktionstage waren stets ein voller Erfolg und wir hatten dabei genau so viel Spaß, wie die Kinder selbst... Wir besuchten wir z.B. die Kindergärten Siegelbach, Kalkofen und Otterbach und stellten verschiedene an den ritterlichen Vorbereitungen angelehnte "Prüfungen des Muthes und der Geschicklichkeit", welche im Armbrustschießen (mit englischen Waffen und Polsterpfeilen), Keulenzielwurf und einem kleinen "Turnier" bestanden. Beim Tjosten nahm jemand von uns oder auch ein Elternteil das Kind auf den Rücken und es mußte versuchen, im "Heranreiten" mit einer "Lanze" einen Ring vom Roland, einem Querbalken mit Mittelgelenk, aufzuspießen. Unterhalten wurde dabei mit Jonglagevorführungen unserer Gaukler mit Diabolo und Bällen, Flötenmusik und Schaukämpfen von zwei besonders Mutigen aus unseren Reihen. Leider sind wir jedes Jahr bereits im Frühjahr bereits komplett ausgebucht, was Aktionen dieser Art angeht, versuchen aber gerne, interessierte Klassen und Gruppen im folgenden Jahr zu berücksichtigen. BurgenreinigungenBereits mehrmals trafen sich Mitglieder der "LEGENDE", um die Burgruine Beilstein von Müll und Unrat zu befreien. Die stundenlangen Aktionen förderten unzählige große Mülltüten voller weggeworfenen Schokoriegel-Papier, Getränketüten, Plastikfolien und diverse Kunststoff-Verpackungen zutage, von Coladosen ganz zu schweigen. In das drei Meter tiefe Loch seitlich des Felsens wurde drei Wagemutige abgelassen, um diese als Mülleimer zweckentfremdete Öffnung von einigen Zentimeterschichten Abfall zu befreien, bis die darunterliegenden Trümmersteine wieder sichtbar wurden. Auch drumherum wurde das Gelände, soweit durchführbar, gepflegt und gesäubert. Demnächst wird man sich wohl auch der Holzbrücke annehmen müssen, deren tragende Teile bereits sehr angegriffen sind und deren Geländer sicherer gemacht werden sollte. Stammtische und "Königstafel"Zuzüglich zu den monatlich abgehaltenen Stammtischen wurden ebenfalls schon im "Jahr 1 der LEGENDE" die Weichen gestellt für die "Königstafel", das interne Vereinsfest. In einer rustikalen Grillhütte stets in der Nacht zum ersten Mai abgehalten und für Neumitglieder eine offizielle Aufnahmezeremonie darstellend können hier bewährte Mitglieder auch Vereinstitel verliehen bekommen. Aber es wird stets versucht, den offiziellen Teil kurz zu halten, um gemütlich in Gewandungen gemeinsam zu feiern und sich z.B. über Erlebtes und Sehenswertes auszutauschen. Sehenswert war etwa die erste Vereinsfahrt mit Hotelreservierung und Gruppenermäßigung zum größten Ritterturnier der Welt zu Kaltenberg. Eine riesige Arena wurde eigens ausgehoben und aufgebaut, um jährlich wiederkehrend tausenden von Besuchern ein tolles Turnier zu bieten, ganz wie man es aus diversen Filmen kennt, mit geharnischten Pferden, berstenden Lanzen, Mutproben wie Feuerreiten uvm. Dort sahen 1995 auch viele von uns das erste Mal einen großen mittelalterlichen Markt, obwohl dort niemand auch nur im Träume eingefallen wäre, daß wir einst einen eigenen veranstalten sollten. Seitdem haben wir immer weitere Informationsquellen aufgetan, so daß es heute kein Problem für unsere Mitglieder ist, frühzeitig Markt- oder Turniertermine zu erfahren, die räumlich näher und nicht ganz so überlaufen sind, ja, meist hat man am selben Sommerwochenende gar die Qual der Wahl unter mehreren. Aber
wir
besuchen
nicht
nur
zusammen
Märkte,
sondern
verbrachten
nun
schon
das
zweite
Mal
ein
verlängertes
Wochenende
auf
einer
Burg
im
Rahmen
unseres
vereinsinternen
"Burgenzeltens",
bei
dem
in
den
entsprechenden
Gewandungen
mittelalterlich
"gelebt
und
gehaust"
wird,
ohne
Strom
und
fließend
Wasser
-
aber
natürlich
nur
soweit
möglich. Fern jeder banalen Reduzierung auf romantische Grundhaltungen gibt es etwas, das das Mittelalter an sich hat, etwas faszinierendes, urtümliches, ehrliches und unverdorbenes. So jedenfalls könnte man die Empfindungen vielleicht beschreiben, die viele beim Gedanken an die sonst schmählich als die "finstere Zeit" abgetane Epoche ereilen. Steht man allerdings real vor mittelalterlichen Alltagsproblemen und hat nachgelesen und so in Erfahrung gebracht, wie geschickt und einfallsreich so manche Detaillösung vollführt wurde, so "erhellt" sich diese Zeit wieder etwas, auch wenn es ihr nicht gelungen ist, die Erkenntnisse der Antike zu wahren und zu mehren. Um
unsere
Erkenntnisse
auszutauschen
und
um
z.B.
Buchtips
weiterzugeben
und
auch
private
Erfahrungen
und
Erlebnisse
wird
jedes
Jahr
einmal
eine
"Chronik",
die
auf
circa
40
Seiten
im
DinA4-Format
mit
selbstgeschriebenen
Texten
und
auch
Bildern
sehr
individuellen,
persönlichen
Charakter
besitzt.
Daher
ist
sie
auch
vorwiegend
für
die
Unterhaltung
der
Mitglieder
gedacht,
im
Gegensatz
zu
dieser
Marktschrift
oder
unserer
Internet-Homepage. Der
Bereich
"Fantasy"
ist
zwar
derzeit
durch
viele
rein
mittelalterliche
Aktionen
leicht
in
den
Hintergrund
geraten,
aber
es
liefen
und
laufen
ständig
verschiedene
Spielrunden
innerhalb
des
Vereins
und
es
werden
auf
diese
Weise
auch
Spieler
und
Spielleiter
gewechselt
sowie
Erfahrungen
ausgetauscht.
Seit
Anfang
an
treffen
sich
z.B.
Spielleiter
und
regelinteressierte
Spieler
in
unregelmäßigen
Abständen
zum
sogenannten
"Master
Circulum",
auf
dem
spieltechnische
Probleme
und
entsprechende
Lösungen
besprochen
werden. An dieser Stelle ist vielleicht für den unbedarften Leser eine kurze Einführung in die weite Welt des Fantasy-Rollenspiels angebracht: Was ist Fantasy-Rollenspiel?Was
ist
daran
Fantasy,
wer
spielt
dabei
welche
Rolle?
Diese
Fragen
mögen
sich
dem
uneingeweihten
Laien
stellen,
der
diesen
Begriff
zu
ersten
Mal
hört.
Bei
Spiel
denkt
der
eine
zuerst
an
diverse
Kartenspiele,
der
andere
an
Brettspiele
wie
"Mensch
ärgere
dich
nicht"
und
ähnliche.
Genau
das
ist
aber
das
Problem,
denn
um
etwas
über
Fantasy-Rollenspiel
(FSR)
zu
erfahren,
hilft
quasi
nur
eins:
Mitspielen! Ähnliches versucht nun auch unser Spielleiter, der sich vor dem Spielbeginn eben solche Abenteuer und Gefahren ausdenkt (oder aus einschlägigen Quellenheften überträgt) und währenddessen eine Stellung einnimmt, die an die eines Regisseurs erinnert. Mit dem kleinen Unterschied, daß er dies alles weder auf der Leinwand, noch gebunden zu Markte trägt, sondern in die Köpfe der Spieler projiziert. Das schafft er natürlich nur mit zwei Hilfsmitteln, erstens der wörtlichen Beschreibung der Szenerie durch ihn selbst, und zweitens der nötigen Phantasie der Spieler. Daher hat das Ganze auch seinen Namen, denn ohne eigene Phantasie ist dieses Spiel ein hoffnungsloses Unterfangen. Dafür ist es, außer guter Laune und Motivation allerdings auch schon fast alles, was man als Spieler zu einer solchen Veranstaltung mitbringen muß. EinsteigerabendeDIE
LEGENDE
e.V.
bietet
den
am
Rollenspiel
interessierten
Mitgliedern
die
Möglichkeit,
beim
sogenannten
Einsteiger-
oder
Schnupperabend
unter
einem
erfahrenen
Spielleiter
erste
Erfahrungen
im
Fantasy-Rollenspiel
zu
sammeln.
Aber
auch
für
'alte
Hasen'
gibt
es
hier
die
Möglichkeit,
einmal
bei
einem
anderen
"Meister"
zu
spielen
oder
eine
andere
Charakterklasse
auszuprobieren. LARPDie von Live-Aktion-RolePlay hergeleitete Abkürzung LARP steht für das "Ausspielen"der eigenen Spielfigur durch Verkörperung dieser bei einer Art Laien-Spontan-Theater. Dabei trifft man sich z.B. auf einer Burg und interagiert und spielt live miteinander vor dem Hintergrund einer mittelalterlich orientierten Zeit in Gewandung und möglichst natürlich in jenem "Luther-Deutsch" genannten Sprachstil. Es werden aber auch hier kein Text und keine Handlungs- oder Reaktionsvorschriften vorgegeben. Nein, völlig freies Miteinander-Sprechen und Agieren ist erwünscht, ganz nach dem "Charakter" der dargestellten Person. Das LARP erfreut sich wachsender Beliebtheit und knapp die Hälfte unserer Mitglieder ist auch hierbei aktiv. MITTELALTER-MARKTDie
LEGENDÄREN
MITTELALTERMÄRKTE
sind
nichts
anderes
als
die
logische
Fortführung
des
allgemeinen
öffentlichen
Interesses
am
Verein
und
am
Mittelalter
sowie
die
natürliche
Reaktion
auf
die
Begeisterung
und
die
Zusprache
unserer
Darbietungen
bei
den
Altstadtfesten
Kaiserslauterns
in
den
letzten
drei
Jahren.
Immer
wollten
die
Besucher
noch
mehr
sehen,
hören,
erzählt
und
vor
allem
vorgelebt
bekommen,
mehr
als
wir
trotz
aller
vielfältigen
und
häufigen
Aktionen
zu
bieten
in
der
Lage
waren. Fest steht, daß man über einen solchen Markt viel schreiben kann, aber alles wirklich erst nachzuempfinden vermag, wenn man einen besucht hat. Erwähnenswert wäre noch, daß unser Markt ins Programm des "Kultursommers Rheinland-Pfalz" aufgenommen worden ist und beim Wettbewerb "Schönster Mittelaltermarkt 1998" unter 400-500 Mitbewerbern den 4. Platz erzielen konnte. Die Organisation oblag ausschließlich dem Verein "DIE LEGENDE" e.V. Kaiserslautern, der die Einnahmen ausschließlich, und das ist das besondere am Konzept, im Sinne der Satzung zu gemeinnützigen Zwecken nutzen wird, etwa zur Förderung der mittelalterlichen Kultur. Suche nach einem VereinsheimDie
endlose
Zahl
an
Kleinteilen
und
Gerätschaften,
welche
sich
da
im
Laufe
der
Zeit
ansammeln,
ist
wirklich
beachtlich.
Zum
Beispiel
hat
eine
fünfköpfige
Herrengruppe
aus
unseren
Reihen
im
vergangenen
Jahr
bei
den
Wikinger-Wettkämpfen
in
Etschbach
den
ersten
Preis
als
Gruppe
und
in
der
Einzeldispiplin
der
Männer
gewonnen
und
dort
ein
großes
und
prächtiges
Trinkhorn
mit
Silberbeschlag
gewonnen.
Nur,
wo
hängt
man
es
hin? Denn wir haben ja noch soviele Pläne, die wir alle gerne verwirklichen möchten und die weit über die schon jetzt geplanten oder zumindest angedachten Aktivitäten wie das Entwerfen verschiedener vereinseigener Rollenspiel-Systeme, LARP-Veranstaltungen und Rollenspielabende an besonderen Orten, Wir versuchen schon eine ganze Weile, möglichst viel selbst anzufertigen und einige von uns sind so mittlerweile im Lederrüstungsbau und im Gewandschneidern recht geübt. Ständig sind wir auf der Suche nach weiteren Vorlagen wie Schnittmustern, Liedern und Noten, historischen Schwertkampf-Regeln, Rezepten uvm. Leider wird man meist nur mit viel Geduld und Kontakten zu anderen mediävistischen und auch Rollenspiel-Vereinen fündig. Mittlerweile haben wirüber 20 Arbeitsgruppen gegründet, welche sich mit der Herstellung von Waffen (z.B. Bögen und Pfeilen), Rüstungen sowie Gewandungen nach historischer Vorlage u.v.m. beschäftigen. Selbstgemachtes an Honig-, Gewürz- und Eierwein sowie Kräuterbier befindet sich schon in der Testphase bzw. ist in Kürze geplant. Auch dabei lernt man sehr viel über alte Handwerkskünste, die notwendigerweise vorhandenen Fähigkeiten und, wenn man sich an überlieferte Hinweise und Traditionen hält, auch über die Lebens- und Denkweise der Menschen im Mittelalter. Das ergibt eine sehr interessante Sichtweise durch verblüffende Schwierigkeiten und auch Einsichten bei der Annäherung an die experimentelle Archäologie, deren Ziel es ist, alte Herstellungsmethoden durch Ausprobieren herauszufinden. Dabei stellt sich dann heraus, daß man Leder vielleicht doch nicht härten kann und daß man es am besten imprägniert, indem man es in heißem Wasser und Honigsud tränkt oder auch, daß Kettenhemden furchtbar schnell rosten und ganz schwer wieder glänzend zu bekommen sind. Natürlich geht dieses Nachvollziehen alter Künste immer nur in Maßen, weshalb unser Ritterzelt z.B. auch aus bereits vorimprägnierten Fasern besteht. Im Nassen zu stehen und eventuell auch zu schlafen, hieße mitunter, die Krankheiten ebenfalls nachzuvollziehen und spätestens bei den Quacksalberkuren und dem üblichen Allheilmittel Aderlaß muß man dann doch sinnvolle Grenzen ziehen. Es soll ja schließlich Spaß machen! Da die Musik ein ganz wichtiger Faktor ist, wenn man mittelalterliches Flair verbreiten will, kümmern wir uns auch darum. Derzeit besteht eine eigene vereinsinterne Musik-Arbeitsgruppe aus etwa zehn Mitgliedern, nur fehlen uns größtenteils leider die sehr teuren Instrumente. Es gelang uns aber trotzdem drei Krummhörner (Sporan, Alt, Tenor und Bass), eine weitere Trommel und eine Sackpfeife von Landesseite aus bezuschußt zu bekommen. Fernziele
des
Vereins
sind
bereits
in
die
Satzung
integriert
worden.
Dort
heißt
es
unter
anderem:
"Zweck
des
Vereins
ist
die
Pflege
der
mittelalterlichen
Kultur
sowie
die
Förderung
des
Fantasy-Rollenspiels.
Ebenso
die
Wahrung
und
Pflege
mittelalterlichen
Brauchtums
sowohl
mittels
Bildungsförderung,
z.B.
durch
das
Organisieren
von
Vorträgen,
als
auch
in
Bezug
auf
darstellendes,
"erlebbar"
gemachtes
Mittelalter
während
kultureller
Veranstaltungen.
Die
Erhaltung
alten
Kulturgutes
wie
Burg-
und
Wehranlagen
bis
hin
zu
Unterstützung
des
Wiederaufbaus
sind
weitere
Ziele
des
Vereins."
-
Schön
und
gut,
werden
da
viele
sagen,
aber
das
kann
sehr
schnell
sehr
viel
Geld
kosten.
Das
ist
sehr
wohl
richtig,
aber
auch
da
haben
wir
schon
ein
paar
Ideen. Wen also das (noch?) außergewöhnliche Hobby nicht schreckt oder wer auch nur Interesse daran hat, der sey aufgerufen, zum nächstmöglichen Termin unseren Stammtisch zu besuchen, denn wir möchten eine Plattform sein, sowohl für alle an der Zeit des Mittelalters Interessierten, als auch für die wachsende Gruppe der Fantasy-Rollenspieler. Hier existiert diese brisante und lebendige Mischung, hier gehen Mediävistik (Mittelalterkunde) und Fantasy miteinander einher und fördern einander. Das "trockene" historische Fachwissen wird durch fantasievolle Abenteuer aufgelockert und das Rollenspiel gewinnt durch geschichtliche Fakten an Tiefe. Im Jahre des Herrn eintausendneunhundertneunundneunzig zu Lutra im Namen der LEGENDE. |
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