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Die Wälder weit um Kaiserslautern gehörten dem Reich und wurden das Reichsland genannt. Der Name Reichswald erinnert uns noch heute daran. Um das Reichsland zu schützen, ließ der Kaiser Friedrich Barbarossa (1152- 1190) außer der Reichsburg in Lautern noch andere Burgen bauen: Burg Nanstein, Burg Wilenstein, Burg Frankenstein, Burg Hohenecken. Der erste Ritter auf unserer Burg war Ritter Siegfried von Hohenecken. Er war der Sohn des Reichsschultheißen Reinhard von Lutra. Das Hohenecker Wappen zeigt auch die Farben weiß und rot. In den roten Feldern stehen je fünf goldene "Schindeln". Sie bedeuten die fünf Dörfer, die zur Herrschaft Hohenecken gehörten: Hohenecken, Erfenbach, Siegelbach, Espensteig und Stockborn. Vielleicht sollen sie aber auch die fünf Adler (als Sinnbilder des Reiches) andeuten, die im ursprünglichen Wappen der Hohenecker zu finden sind. Solange die Hohenecker als Ministerialen im Dienste des Kaisers bzw. Königs standen, finden wir in ihrem Wappen die Adler. Über dem 1560 geschaffenen unteren Burgtor findet sich noch heute das Wappen der Junker von Hohenecken. Zur Verwaltung des Reichslandes und zur Ausübung des Wachdienstes standen dem Herrscher der landsässige Adel und sog. Ministeriale (tüchtige Leute aus der Dienerschaft des königlichen Hofes) zur Verfügung. Diese erhielten für ihre Tätigkeit ein Einkommen aus königlichem Grundbesitz. Darauf ist wohl der Besitz der Hohenecker zurückzuführen. Die Aufgabe Siegfrieds von Hohenecken war die Sicherung des umliegenden Reiches. Ihm standen waffengeübte Knechte zur Verfügung, deren Familien wohl zuerst im Gesindehaus der Burg, später aber in der neuen Siedlung "Im Tal" wohnten. Ein Wappen zu führen war ursprünglich Vorrecht des Adels. Beim Turnier und im Kampf war der adelige Krieger am Wappen zu erkennen, das sein Schild zierte. Es wird angenommen, dass das später zum Adelsgeschlecht emporgestiegene Ministerialengeschlecht aus Worms stammt und sich dann nach der Burg Hohenecken nannte. Reinhard von Lautern, der sich also nach der Stadt nannte, in welcher er Richter und oberster Verwaltungsbeamte (Schultheiß) war, wird erstmals 1193 in einer Urkunde erwähnt. Die Geschichte der "Hohenecker" lässt sich bis ins Jahr 1878 verfolgen. Wichtigste Einnahmequellen der Hohenecker waren das Geleits- und Zollrecht. Beide Rechte wurden vom Kaiser oder König an verdiente Ritter vergeben (Lehen). Gegen Zahlung einer bestimmten Summe garantierten sie begüterten Reisenden Schutz vor Überfällen in ihrem Gebiet. Kam es doch zu Überfällen, mussten sie den Reisenden Ersatz leisten. Ein anderes Lehen war das Zollrecht, das zur Besoldung der Dienstmannen oder Ritter für geleistete Dienste diente. Fuhren Kaufleute hier durch, so mussten sie Zoll bezahlen. Die Höhe richtete sich nach der Art der Waren oder des Warentransportes. Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte wurde der Besitz der Hohenecker immer größer. So erhielten sie Güter, Rechte, auch unfreie Leute ("arme Leute") als Untertanen. Im Jahre 1525 erhoben sich in Süd- und Südwestdeutschland die unterdrückten Bauern gegen ihre Herrn. Im Raum Kaiserslautern versammelten sich etwa 1000 Bauern, die in der Umgebung umherzogen und dabei die Klöster Otterberg und Fischbach bei Hochspeyer plünderten. Auch die Burgen wurden von den aufrührerischen Bauern nicht verschont. So wurde die Burg Hohenecken von ihnen eingenommen, ohne dass sie auf Widerstand stießen. Nachdem die Bauern in der Nordpfalz eine Schlappe erlitten hatten, planten sie einen Zug gegen die Stadt Lautern. Doch andere Bauern, die sich nicht unterdrückt fühlten, konnten sie zum Aufgeben überreden. So wurde auch die Hohenecker Burg wieder geräumt. Die Sage berichtet, in Hohenecken seien die Bauern an der Stelle entwaffnet worden, wo heute die Rochuskirche steht. Im 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) wurde unsere Gegend mehrfach von Soldaten geplündert. Damals muss große Hungersnot geherrscht und einzelne Bewohner der Stadt auf der Burg Hohenecken Schutz gesucht haben. Nach dem Krieg waren viele Hohenecker Handwerker mit dem Wiederaufbau der Stadt beschäftigt. So musste ein „Meister Jakob, der Zimmermann von Hohenecken“ Holzrohre für das Salzhaus der Stadt anfertigen, die von „Adam Coressel aus Hohenecken“ in die Stadt gefahren wurden. Je mehr es gelingt, in das Dunkel der Vergangenheit des "Westrich" vorzudringen, begegnen uns im gleichen Maße neue Fragen, die erst später, manchmal auch gar nicht, geklärt werden können. Zu einem dieser Themen, an dem sich seit Ende des 18. Jahrhunderts zwar manche Geschichtsschreiber versucht, es aber nicht zu Ende geführt haben, gehört das "Reichsland" bei Kaiserslautern, besonders seine einstige Grenze nach Südwesten hin. Die Quellen zur Erforschung dieser Grenze liegen zwar sehr verstreut und wurden entweder nicht entdeckt oder waren nicht zugänglich. Dem bekannten Heimatforscher Carl Pöhlmann gelang es in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, dieses Thema aufzuhellen und zu einem guten Erfolg zu kommen. Im Jahre 1938 veröffentlichte er seine diesbezüglichen Forschungsergebnisse in dem Artikel "Die Südwestgrenze des Reichslandes von Kaiserslautern" in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (N.F. 51) Seite 586 - 594. Königsgut, später auch Reichsland genannt, war nach der Landnahme durch die Franken (4. - 6. Jahrhundert) auf dem linken Rheinufer wohl aller Grund und Boden, soweit er sich nicht schon im Besitz geistlicher Stiftungen befand. Der Besitz des Klosters Hornbach, der von den Vorfahren der Salier stammt - und später den Grundstock der Grafschaft Zweibrücken bildete - erstreckte sich nicht wie immer irrtümlich angenommen wurde, bis an die Grenze des Bliesgaues. Es wurde angenommen, diese Grenze, die gleichzeitig auch die Grenze des Bistums Metz war, verlief im Osten der Wallalb entlang von deren Mündung in den Schwarzbach bis nördlich von Oberhausen-Wallhalben, schwenkte von da an nordwestlich, südlich von Martinshöhe gegen Bruchmühlbach dem Lauf der Frohnbach entlang über Vogelbach, Jägersburg bis Waldmohr. Diese Annahme ist nicht richtig. Die Grenze des Klostergutes Hornbach verlief vielmehr von Einöd aus in einem Bogen über Oberauerbach nach Dellfeld bis an die Banngrenze von Rieschweiler, von da aus entlang des Schwarzbaches bis zur Biebermühle und dem Staffelhof. Was nördlich des bewaldeten Bogens Einöd - Dellfeld und östlich davon lag, gehörte nicht mehr zum Klosterbesitz. So konnten die Saliervorfahren diesen auch dem Kloster nicht schenken, weil es nicht ihnen, sondern jemand anderen gehörte. Das konnte nur der Königshof von Lautern gewesen sein, der schon zur Zeit der Merowinger so gut organisiert war, dass er die Grenzen seines Gebietes gegen fremde Übergriffe zu sichern imstande war. Daher ist es auch erklärlich, dass in den Regesten des Klosters Hornbach nie Orte der Sickingerhöhe erwähnt werden. Wie es im Jahre 1563 dennoch zu dem Streit der Besitzer des Dieffenauerbacher Hofgutes und dem ehemaligen Klosterschaffner Landschad kam - da das Kloster schon aufgelöst war - ist eine recht mysteriöse Sache, die noch nicht geklärt ist. Dass das Reichsland Kaiserslautern nicht an Gaugrenzen
gebunden war, geht aus drei Tatsachen hervor: In dem Raum zwischen dem Gebiet des Klosters Hornbach und der
Grenze des Bliesgaues lagen folgende Ortschaften: Bedeutsam ist es, dass in fast allen vorgenannten Orten größerer Besitz von Familien anzutreffen ist, die in Kaiserslautern Reichsburgmannen waren oder wenigstens in engen Beziehungen zu der dortigen Reichsburg standen. Vor allem waren es die Herren von Hohenecken, die unter anderem das Patronatsrecht in Walhalben und Wiesbach sowie die Hälfte des Dorfes Battweiler besaßen. Auch die andere Hälfte von Battweiler gehörte einer Lauterer Burgmannenfamilie, den Herren von Schwarzenberg. Dieses Besitztum verkauften sie 1371 an Werner von Homburg, einem Homburger Burgmann. Dazu gehörten auch Hofgüter in Winterbach und Reifenberg. In Battweiler selbst gibt es heute noch einen Gewannennamen "Reichswald" (Rechterhand der Landstraße von Reifenberg nach Battweiler). Hinzu kommen auch die Herren von Wilenstein, die von den
Flersheimern und die wieder von den Kolb von Warttenberg beerbt wurden. In
Rieschweiler und Maßweiler besaßen sie viele Güter. Auch die Grafen von
Saarwerden gehörten zu den Besitzern größerer Güter in diesem Gebiet, die
aber vielfach durch Schenkungen an das Kloster Werschweiler gelangten.
Vielleicht zählt dazu auch der Besitz in Reifenberg eines Edelknechts Ebirhart
von Wolffstein, eine Wiese "zu dem Sande genannt, das bitzen gegen dem
Mulepfad gelegen" das dieser am 16. Juni 1401 dem Kloster Werschweiler
geschenkt hat. Wenn also die vorgenannten Orte des Bliesgaues die letzten Ausläufer
des Reichslandes gegen Südwesten waren, so erhält eine Reihe von Burgen, deren
Entstehungsgrund bis jetzt nicht geklärt werden konnte, ihren Sinn und ihre
Bedeutung: Vielleicht liegt der Grund, aus dem in jener Zeit die Südwestgrenze des Reichslandes so stark befestigt wurde, darin, dass nicht mehr das harmlose Kloster Hornbach der Nachbar war, sondern die streitbaren Vögte aus dem Hause der Grafen von Saarbrücken. Die Geschichte unserer Heimat ist noch mit vielen Wenn und Vielleicht gekennzeichnet und es gibt bestimmt noch andere Geschichtsforschungen, die in eine andere Richtung gehen oder andere Quellen nennen, aber vieles wird noch im Dunkeln der Geschichte bleiben.
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